Touristische Attraktion: Der Nationalpark ist bei Gästen beliebt. Für die Vermarktung ist ein Verein, dem 17 Kommunen angehören, verantwortlich. Baden-Baden möchte künftig seinen finanziellen Beitrag reduzieren. | Foto: Seeger

Stadt will Beiträge sparen

Baden-Baden geht bei Nationalparkregion auf Sparkurs

Die Stadt Baden-Baden möchte ihre finanziellen Verpflichtungen im Verein Nationalparkregion Schwarzwald deutlich herunterschrauben. Das machte Oberbürgermeisterin Margret Mergen vor der Mitgliederversammlung des Vereins am Dienstag, 17. Oktober, in Freudenstadt auf BNN-Nachfrage deutlich.

Der Verein vermarktet die Region touristisch

Der Verein Nationalparkregion Schwarzwald ist verantwortlich für die touristische Vermarktung. Die 17 Mitgliedsgemeinden, darunter etwa Bühl, die Stadt und der Landkreis Freudenstadt, verfügen über eine eigene touristische Infrastruktur, die unter dem Dach der Nationalparkregion in einem flächendeckenden Angebot zur Verfügung steht.

Auf die Mitgliedsgemeinden kommen höhere Kosten zu

Bühl und Bühlertal haben bereits mit entsprechenden Beschlüssen in ihren Gemeinderäten signalisiert, auch künftig dem Verein angehören zu wollen, obwohl ein neues Finanzierungsmodell erhöhte Mitgliedsbeiträge bescheren könnte. Das Jahresbudget 2018 sieht 250 000 Euro vor. Nach der Fertigstellung des neuen Tourismus-Zentrums am Ruhestein könnten auf die Gemeinden weitere Kosten zukommen.

Baden-Baden müsste den Löwenanteil tragen

Nach Auskunft von Margret Mergen müsste Baden-Baden als eine der größten Kommunen und einer der wichtigsten touristischen Standorte im Nationalpark-Verband den „Löwenanteil“ tragen. „Das können wir nicht machen“, formuliert die OB ihre Haltung, mit der sie in die bevorstehende Mitgliederversammlung gehen möchte.

Die Stadt gehört bereits vielen Tourismus-Institutionen an

Die Stadt wolle sich keineswegs aus dem Verein zurückziehen, jedoch nur noch Sonderaktionen begleiten und unterstützen – ähnlich wie die Landkreise Rastatt und Ortenau. Die Rathauschefin verweist darauf, dass es bereits viele Institutionen, Vereine und Plattformen gebe, bei denen Baden-Baden Mitglied sei und die alle das gleiche Ziel wie die Nationalparkregion verfolgten: die touristische Vermarktung des Schwarzwaldes. Als Beispiele nennt sie den deutschen und baden-württembergischen Tourismusverband, den Naturpark Schwarzwald, Leader Mittelbaden oder das Entwicklungsprogramm ländlicher Raum (ELR).

BBT vermarktet die Gegend weltweit

Zudem gebe es die städtische Tochter der Baden-Baden Kur & Tourismus GmbH (BBT). Sie werbe bei weltweiten Messen nicht nur für die Bäderstadt, sondern selbstverständlich auch für die Vorzüge der Tourismusregion Schwarzwald, wovon die übrigen Gemeinde profitierten.
„Auch dieses Engagement kostet die Stadt einiges“, betont die OB. Baden-Baden wolle nicht aus dem Verein Nationalparkregion Schwarzwald austreten. „Wir machen aber nur unter den genannten Bedingungen weiter“, bekräftigt Mergen.

Der Vereinsvorsitzende hofft auf verlässliche Aussagen

Michael Ruf, Vorsitzender des Vereins, hofft bei der Mitgliederversammlung auf verlässliche Aussagen der Kommunen, wie es künftig weitergehen soll. Er bedauert, dass Baden-Baden als eine der drei großen beteiligten Kommunen ausscheren möchte.

Weitere Infos zum Nationalpark Schwarzwald gibt es unter: www.schwarzwald-nationalpark.de