Künftig Kita-Standort: Die Stadt möchte auf dem Campuspark der EurAka in der Cité einen neuen Kindergarten bauen. Das geplante Gebäude bietet Platz für drei Gruppen.
Künftig Kita-Standort: Die Stadt möchte auf dem Campuspark der EurAka in der Cité einen neuen Kindergarten bauen. Das geplante Gebäude bietet Platz für drei Gruppen. | Foto: Rudolphi

Bau auf dem EurAka-Gelände

Die Cité in Baden-Baden erhält eine neue Kita

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Auf dem Gelände des EurAka-Campusparks in Baden-Baden in der Breisgaustraße soll ein neuer Kindergarten entstehen. Das Rathaus wird das Vorhaben am Montag, 29. April, dem Hauptausschuss vorstellen.

Nach der Planung für den Kindergartenbedarf fehlen nach Angaben der Verwaltung trotz mehrerer Projekte im Gebiet von Baden-Oos und der Weststadt weitere Kindertagesplätze. Um dieses Defizit zu minimieren, sollte ursprünglich die Gesellschaft für Stadterneuerung und Stadtentwicklung (GSE) eine dreigruppige Kindertagesstätte auf dem Grundstück der EurAka erstellen und dann an die Stadt vermieten.

Neubau über städtischen Haushalt

Da sich Haushaltsmittel anderer Projekte für das laufende Jahr nicht komplett abrufen ließen und die vorgesehene Vermietung aufgrund der Übernahmemöglichkeit des Gebäudes nach Ablauf der Mietzeit eines komplizierten Leasingvertrages bedürfte, schlägt die Verwaltung jetzt vor, den Kita-Neubau direkt über den städtischen Haushalt abzuwickeln.

Kosten über zwei Millionen

Der Bauantrag für die dreigruppige Kindertagesstätte ist bereits eingereicht. Der Baubeginn für das eingeschossige Gebäude ist im Herbst vorgesehen, um möglichst im September 2020 die Kindertagesstätte eröffnen zu können. Die Gesamtkosten liegen bei rund von 2,3 Millionen Euro.

Der Neubau ist in Holzbauweise geplant. In den Gesamtkosten ist der Beschlussvorlage zufolge eine Baupreissteigerung von acht Prozent eingerechnet. Konjunkturbedingt könne die tatsächliche Preissteigerung höher sein. Die Verwaltung wird den Bau- und Umlegungsausschuss über die weitere Entwicklung informieren.

Baubeginn in Baden-Baden im Herbst

Da die Bauarbeiten bereits im Herbst beginnen sollen, sind für das laufende Haushaltsjahr eine außerplanmäßige Auszahlung vom 940.000 Euro sowie eine Verpflichtungsermächtigung von 1,3 Millionen Euro erforderlich. In den Haushalt 2020 sind zudem 1,3 Millionen Euro einzustellen. Die Deckung der außerplanmäßigen Auszahlung in diesem Jahr erfolgt durch Minderausgaben beim Investitionskostenzuschuss für den Waldorfkindergarten (520.000 Euro) und die Feuerwache (420.000 Euro).

Förderung wird beantragt

Diese Vorhaben sind noch nicht soweit fortgeschritten, dass die kompletten im Haushalt 2019 veranschlagten beziehungsweise als Haushaltsrest aus 2018 übertragenen Mittel erforderlich seien. Das Rathaus schlägt vor, sie im kommenden Doppel-Haushalt neu zu veranschlagen. Die Stadt wird für den Kita-Neubau einen Zuschuss aus dem Investitionsprogramm „Kinderbetreuungsfinanzierung 2017 – 2020“ des Bundes beantragt. Sie rechnet mit einer Förderung von 371.000 Euro, heißt es weiter in der Beschlussvorlage. Als Träger des neuen Kindergartens in der Cité ist die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Baden-Baden vorgesehen.

Kommentar
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Attraktiv

Das Klischee einer überalterten Bevölkerung in der Bäderstadt hält sich hartnäckig. Es ist jedoch so, dass Baden-Baden dabei ist, sich zu verjüngen. Dazu tragen vor allem die in den vergangenen Jahren erschlossenen Neubaugebiete bei. Das gilt insbesondere für die Cité, die davon profitiert, dass zu einem großen Teil junge Familien mit Kindern dorthin gezogen sind.

Wahl des Wohnorts

Damit die Kommune im Oostal auch künftig für diese Bevölkerungsgruppe attraktiv bleibt, muss sie weiter in die Infrastruktur der Kinderbetreuung investieren. Denn längst sind ausreichende und gute Kita-Plätze wichtige Standortfaktoren, die die Wohnortwahl von Eltern mitbestimmen.

Lockstoff für Familien

Baden-Baden ist dabei auf einem guten Weg. Mit den laufenden Kindergarten-Neubauprojekten im Keltenweg und im Rebland sowie dem geplanten Vorhaben auf dem Campuspark der EurAka schafft die Stadt wichtige Voraussetzungen, um weitere Familien an die Oos zu locken. Das Ganze zahlt sich offenbar aus: Neben dem Scherer-Familienzentrum ist jetzt eine weitere Kita in der Cité erforderlich.