Ein Gerüst steht auf der Baustelle im Pallas. Der Obergang der ehemaligen herrschaftlichen Gebäude wurde unter anderem mit Netzen gesichert. An der Außenmauer laufen die Untersuchungen

Altes Schloss in Baden-Baden

Die Mauern bewegen sich

Anzeige

Am Alten Schloss zu Hohenbaden ist einiges in Bewegung geraten. In den renovierten Räumen des Restaurants Fidelitas herrscht seit der Neueröffnung im vergangenen November reger Betrieb. Jetzt wurde an der Außenfassade ein großes Gerüst angebracht, um das Mauerwerk genauer unter die Lupe nehmen zu können. „Der Mörtel ist herausgebrochen, es gibt Risse, die darauf hindeuten, dass das Tragwerk betroffen ist. Die Mauern bewegen sich in verschiedene Richtungen und nach außen“, ist die kurze aber prägnante Feststellung von Eckhard Salzwedel von der Außenstelle des Vermögen- und Bau-Amts. Dieses nimmt im Auftrag der Verwaltungsbehörde Staatliche Schlösser Baden-Württemberg das Alte Schloss unter die Lupe.

Die Risse sind zu groß

„Die Risse sind zu groß, da muss etwas unternommen werden. Wie problematisch es ist, müssen jetzt erst einmal Baugutachter und Statiker herausfinden“, beschreibt er die Vorgehensweise. Die zentrale Frage ist, was die enormen Kräfte in dem nunmehr über 900 Jahre alten Gemäuer auslösen. Wie lange die Untersuchungen noch dauern an der Ost- und Südseite der hohen Außenmauer, hängt von der Witterung ab, denn bei Schnee können die Experten nicht auf das hohe, weit sichtbare Gerüst klettern. Eckhard Salzwedel arbeitet mit seinem Team in der Außenstelle Baden-Baden für das bauausführende Vermögens- und Bauamt. Neben der Außenwand besteht dringender Handlungsbedarf an weiteren Stellen des ehemaligen Schlosses der Markgrafen von Baden.

Sicherungsmaßnahmen

„Als eine erste Vorsichtsmaßnahme haben wir in der Oberburg ein Gerüst mit einer Holzschalung unter einem Steinbogen anbringen lassen. Sollte dort etwa ein Stein herunterfallen, wird er aufgefangen und fällt vor allem nicht weit“, setzt er auseinander. Bereits erledigt sind die erforderlichen Maßnahmen am Obergang des Pallas – dem ehemaligen herrschaftlichen Gebäude der Markgrafen – der zeitweise gesperrt war. Die Brüstung wurde dort mit Netzen gesichert (die BNN berichteten). Weitere Sicherungen stehen am Schloss noch aus. „Jetzt können die Besucher wieder den herrlichen Blick hinunter in die Rheinebene genießen“, stellt Salzwedel fest.

Untersuchungen laufen

Er schätzt, dass die Untersuchungen bis Ende April abgeschlossen sind und dann fest steht, was und in welchem Umfang genau zu tun ist. „Und dann muss das noch mit dem Denkmalamt und dem Naturschutz abgestimmt werden, wie alle Renovierungsmaßnahmen am Alten Schloss“, gibt er zu bedenken.
Ein gehöriges Wort mitzureden hatte das Baurechtsamt und die Denkmalbehörde bei der Restaurierung der Gastronomie gleich hinter dem Eingang zum Alten Schloss. „Da mussten viele Verantwortliche in ein Boot geholt werden“, freute sich Investor Wolfgang Scheidtweiler, als endlich die Abstimmung von Denkmalschutz, Naturschutz, Brandschutz und moderner Technik für das Restaurant Fidelitas vollbracht war.

Weiter Umbau im Restaurant

Eigentlich sollte nun während einer Betriebspause über die Fastnachtstage der Endspurt bei der Renovierung des Gastro-Trakts starten.
Da jedoch noch Genehmigungen seitens des Ordnungsamtes fehlen, wird daraus aber nichts. „Lediglich Kleinarbeiten wie die Elektroinstallation in den künftigen fünf Gästezimmern über dem Restaurant können erledigt werden“, zeigt sich Geschäftsführer Christoph Bergbauer enttäuscht. Sämtliche Unterlagen seien planmäßig eingereicht worden. Der Ausbau eines kleinen Gastraums für 30 Personen sowie der Umbau der Toiletten nebst Rettungswegen im Gewölbekeller muss noch warten. „Ab 17. Februar öffnet das Restaurant wieder täglich von 11 bis 22 Uhr. Dann müssen die lauten Bauarbeiten außerhalb der Betriebszeit erledigt werden“, sagt Bergbauer.