Rosenneuheitenwettbewerb

Rosenwettbewerb in Baden-Baden

Die Nasen stecken tief in der Blüte

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„Es gibt noch Sonnenhüte“, empfahl Oberbürgermeisterin Margret Mergen bei der Eröffnung des 65. Internationalen Rosenneuheitenwettbewerbs das kostenlose Strohhutangebot des Gartenamtes den Rosenexperten angesichts der schon frühen beträchtlichen Hitze. „Die Rosen stehen voll in der Blüte. Angesichts der beträchtlichen Spätfröste haben die Rosen bewiesen, dass sie eben nicht die empfindliche Diva sind, die sich gleich bei einem Schnupfen verabschiedet“, freute sich Gartenamtschef Markus Brunsing auf dem Beutig.

Goldene Rose gekürt

Dann machten sich die 110 Rosenexperten, die aus 15 Ländern angereist sind – darunter sind Fachleute aus Neuseeland, Südafrika, Uruguay, den USA sowie aus vielen Teilen Europas – in kleinen Gruppen an die Arbeit und verteilten sich über den Rosengarten hinweg. 156 Rosenneuheiten von 41 Züchtern sind zu bewerten. Das ist eine Rekordzahl.
Insgesamt können für eine Rosenneuzüchtung maximal 100 Punkte vergeben werden, 30 für den Gesamteindruck wie Laub, Vitalität und Neuheitenwert, 30 für die Blüte, also für die Fülle, Farbe, Verblühen und Neuheitenwert, 30 Punkte für Krankheitsresistenz und Schädlingstoleranz sowie zehn Punkte für den Duft. Den begehrten Preis „Goldene Rose von Baden-Baden“ gewann eine Beetrose in zartem Rosa mit Pink-Touch aus Frankreich. Sie ist die einzige Rose, die im Wettbewerb eine Goldmedaille bekommen hat. Die kniehohe  Pflanze zeichnet sich auch durch Robustheit und Widerstandsfähigkeit aus.

Parfumeure in Aktion

Erstmals sind vier der bedeutenden europäischen Parfumeure bei dem Wettbewerb dabei, um die beste Duftnote zu küren. „Es riecht wie aus einem Champagnerkelch. Zwar auch nach klassischer Rose, aber da ist auch noch eine Meerbrise von Damaskus dabei“, stellt einer der Parfumeure fest, der auf dem Boden kniend mit geschlossenen Augen seine Nase tief in eine Rosenblüte steckt. „Ja, da rieche ich aber auch noch schwarzen Pfeffer, nein viel eher eine Rosa-Pfeffernote“, ergänzt seine Berufskollegin, die daneben kniet. Nebenan kommt eine Gruppe an einem kleinen Rosenbeet an. Schnell verteilten sich die Jurymitglieder um das kleine Beet mit der Rosenneuheit herum. Die Bewertung der internationalen Jury erfolgt in zwölf Wertungsgruppen, die jeweils von einem Mitglied der Experten geleitet werden.

Beeindruckende Fliederfarbe

„Da sehen wir eine Floribunda leider am Rand etwas im Verblühen. Die Fliederfarbe der Blüten ist beeindruckend, aber sie ist leider etwas unregelmäßig. Diese Rose ist schon etwas Besonderes, aber den Duft vermisse ich etwas“, sagte der Leiter der Kommission. Die Jury einigt sich auf eine Punktzahl. Dann geht es zur nächsten Rose. „Diese Neuzüchtung sieht aus wie ein Schweizer Käse. Die Blütenblätter sind durchlöchert. Ansonsten hat sie einen schönen Wildcharakter mit vielen kleinen Blütenkompositionen. Die Rosafarbe der Blüten eignen sich hervorragend für Farbkombinationen im Garten“, ergänzt eine Expertin abschließend.