Johannes Vetter von der LG Offenburg, Speerwurf-Weltmeister von 2017, hofft, wie im vergangenen Jahr auch im Dezember 2020 bei der Gala Sportler des Jahres im Bénazet-Saal des Kurhauses dabei zu sein. | Foto: Merkel

Veranstalter bestätigen Termin

Die Sportler-Gala in Baden-Baden steht diesmal unter besonderen Vorzeichen

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Wenn die Rede auf den „Sportler des Jahres“ kommt, ist Klaus Dobbratz von der Internationalen Sport-Korrespondenz (ISK) in seinem Element. Wie sollte es auch anders sein. Die Veranstaltung, von Vater Kurt Dobbratz einst im Jahr 1947 aus der Taufe gehoben, ist sozusagen „das Kind“ der schwäbischen Familie, in der Klaus Dobbratz auf Ehefrau Beate und Tochter Deborah zählen kann.

Dobbratz wurde in der Vergangenheit nicht müde, immer wieder die besondere Rolle Baden-Badens bei der Sportlerehrung hervorzuheben. Von den bislang 73 Gala-Auflagen fanden 51 an der Oos statt. Nummer 52 soll trotz der Corona-Krise, die den gesamten nationalen und internationalen Sportbetrieb schwer getroffen hat, wie vorgesehen, am 20. Dezember im Kurhaus ablaufen. Dobbratz ist zuversichtlich: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Feier nicht am Sonntag vor Weihnachten in Baden-Baden stattfindet.“

Wir sind uns sicher, dass die Sportler-Gala im Dezember wieder eine Leuchtturm-Veranstaltung sein wird.

Nora Waggershauser,  Geschäftsführerin der Baden-Baden Kur- und Tourismus GmbH   

Damit liegt er auf einer Linie mit Nora Waggershauser, Geschäftsführerin der Kur- und Tourismus GmbH Baden-Baden: „Wir sind uns sicher, dass die Sportler-Gala im Dezember wieder eine Leuchtturm-Veranstaltung sein wird – und wir sind stolz darauf, daran mitarbeiten zu dürfen.

Auf jeden Fall wird es aber andere Konzepte benötigen.“ Dobbratz nennt drei denkbare Szenarien: „Die erste Möglichkeit ist, dass wir in einem vollen Bénazet-Saal feiern. Möglicherweise sind aber auch nur 250 bis 300 Gäste zugelassen – und drittens kann es sein, dass das Publikum ganz ausgeschlossen bleibt.“

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Derweil hat der zwischenzeitliche Lockdown die Aktivitäten der Veranstalter nicht gestoppt. Im Gegenteil. „Wir haben uns schnell mit unseren Baden-Badener Partnern sowie mit den Sponsoren und dem ZDF in Verbindung gesetzt und durchweg eine ermutigende Resonanz erhalten“, sagt ISK-Chef Dobbratz.

„Wir müssen einfach nach vorne schauen. Wichtig ist, dass wir von den Ereignissen nicht überfallen werden. Vielmehr versuchen wir, allen Eventualitäten mit entsprechenden Konzepten zu begegnen.“

Änderungen im Beiprogramm

Dabei zieht er in Kalkül, dass das Gala-Beiprogramm in diesem Jahr etwas anders als gewohnt ausfällt. „Es ist möglich, dass Disco und Sportiv-Meile gestrichen werden und der Barausschank ausfällt.“

Er geht noch weiter: „Roter Teppich, Einlass über den Weinbrenner-Saal – vielleicht muss dies ganz anders organisiert werden, damit sich die Gäste nicht in die Quere kommen.“

Es wäre in diesen Zeiten sicher ein Signal, eine gewisse Bescheidenheit zu zeigen.

Klaus Dobbratz, Chef der Internationalen Sport-Korrespondenz

Gleichzeitig sieht er auch eine Chance, um Flagge zu zeigen: „Es wäre in diesen Zeiten sicher ein Signal, eine gewisse Bescheidenheit zu zeigen und auf Aspekte Wert zu legen, die sonst nicht im Blickpunkt des öffentlichen Interesses sind.“ Womit Dobbratz wieder bei der Sportlerwahl angekommen ist: „Es werden Vorbilder gesucht, Sportlerinnen und Sportler, die in herausfordernden Zeiten neue Wege gehen. Gut möglich, dass diesmal Protagonisten ins Zentrum rücken, die nicht die entscheidenden Zehntelsekunden Vorsprung hatten, sondern durch Faktoren wie zum Beispiel Ausstrahlung, soziales Engagement oder kreativen Umgang mit der Situation in Erscheinung treten.“

Vielleicht ist es ja die Chance, dass diesmal Athleten ganz vorne landen, die sonst nicht im Rampenlicht stehen.

Johannes Vetter, Speerwurf-Weltmeister 2017

Dies ist ein Ansatz, mit dem sich auch der Offenburger Johannes Vetter anfreunden kann. Der Speerwurf-Weltmeister von 2017 hofft, „dass die Gala 2020 auf jeden Fall stattfindet, auch wenn das Wettkampfprogramm, bei dem sich die Sportlerinnen und Sportler empfehlen können, in diesem Jahr stark eingeschränkt ist“.

Vetter: „Es wäre ein gutes Zeichen, das zeigt, dass wieder so etwas wie Normalität einkehrt. Vielleicht ist das ja die Chance, dass diesmal Athleten ganz vorne landen, die sonst nicht im Rampenlicht stehen.“

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Walk of Fame

Vetter selbst, der seine ehrgeizigen Olympiapläne auf das nächste Jahr verschieben muss, hat sich den 20. Dezember schon einmal vorgemerkt. „Wenn ich zur Gala eingeladen werde, bin ich auf jeden Fall dabei.“ Schon beim Anmarsch über die Sterne des „Walk of Fame“ wurde Vetter in den vergangenen Jahren in Festlaune versetzt. „Eine tolle Sache, ich komme gerne wieder“, sagt er.