Blaue Rabattmünze: Mit einem sogenannten Parkcoin erhalten Kunden der BBI-Geschäfte einen Nachlass in den städtischen Parkgaragen.
Blaue Rabattmünze: Mit einem sogenannten Parkcoin erhalten Kunden der BBI-Geschäfte einen Nachlass in den städtischen Parkgaragen. | Foto: Rudolphi

Rabatt-Münzen

Die Tarife in den Parkgaragen in Baden-Baden steigen

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Die städtische Parkgaragen-Gesellschaft (PGG) erhöht zum 1. Juli die bereits vom Aufsichtsrat und Gemeinderat beschlossenen Tarife für ihre Parkgaragen und die oberirdischen Parkflächen in Baden-Baden. Nach Auskunft von PGG-Leiter Stefan Güldner sind die Gebühren seit neun Jahren stabil geblieben. Im Vergleich zu anderen Städten sei das ein langer Zeitraum.

Er begründete die Erhöhung unter anderem damit, dass die städtischen Garagen mittlerweile ein Alter erreicht hätten, das es erfordere, die Technik zu erneuern. „Das sind enorme Investitionen“, sagte Güldner und verwies etwa auf die Kongresshausgarage, die im Zuge der Sanierung den Auftakt gemacht habe. Allein dort seien rund eine Million Euro fällig gewesen, um sie in technischer Hinsicht auf den neuesten Stand zu bringen. Die PGG wolle nach und nach alle Häuser angehen, als nächstes stehe die Vincentigarage auf der Agenda.

Wir wollen zudem den optischen Auftritt vereinheitlichen.

Helmut Oehler, Geschäftsführer der Stadtwerke, betonte, dass es nicht nur um die technische Sanierung gehe. „Wir wollen zudem den optischen Auftritt vereinheitlichen.“ Dazu zählten etwa Piktogramme und Sprachen.

Dauerparker belegen über ein Drittel der Parkgaragen

Güldner zufolge hat die PGG den Tarif für Dauerparker bereits zum 1. Juni angehoben. Er liegt jetzt bei 120 Euro pro Monat. Die Dauerparker machten rund ein Drittel bis die Hälfte der Belegung in den Garagen aus. Gemäß dem Wunsch des Gemeinderats bleiben auf dem Parkplatz in der Hauptstraße Lichtental die ersten 30 Minuten kostenfrei. Dieses Modell gilt dann auch für den Parkplatz bei der Festhalle Oos.

Jede Münze gewährt Nachlass

Um den Kunden der Einzelhändlerinitiative Baden-Baden Innenstadt (BBI) entgegenzukommen, haben die Stadtwerke mit dem Verband ein Rabattsystem vereinbart. Die BBI-Händler können bei den Stadtwerken Münzen, sogenannte Parkcoins, für 50 Cent pro Stück kaufen, die sie an ihre Kunden weitergeben. Jede Münze gewährt in den städtischen Parkgaragen einen Nachlass von einem Euro. „Das ist ein gutes Signal, das unsere Kunden wertschätzen werden“, ist der BBI-Vorsitzende Matthias Vickermann überzeugt.

Parktarife

Für das Parken gelten künftig folegende Tarife (jeweils alt/neu):

Garagen

  • Kongresshaus-Vincentigarage: 1,50/2,00 Euro.
  • Festspielhausgarage: 1,00/1,50 Euro
  • Parkhaus Cineplex: 1,00/1,00 Euro

Oberirdische Parkflächen

  • Zone 1 (Innenstadt): 0,80/1,00 Euro für 30 Minuten
  • Zone 2 (Stadtzentrum): 0,30/0,40 Euro für zwölf Minuten
  • Zone 3 (Außenbereich): 0,20/0,20 Euro für zwölf Minuten
  • Hardbergbad: 0,10 Euro für 24 Minuten/0,10 für zwölf Minuten
  • Hauptstraße Lichtental: 0,00 Euro für 30 Minuten, danach wie Zone
Kommentar
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Nicht smart

Die große innovative und zukunftsweisende Lösung ist es nicht unbedingt, wenn die Einzelhändler ab Juli Münzen ausgeben werden, mit denen ihre Kunden einen Rabatt in den städtischen Parkgaragen erhalten. Kritiker werden sicher bemängeln, das ganze System sei im digitalen Zeitalter völlig antiquiert und rückwärtsgewandt. Schließlich gebe es inzwischen längst moderne Apps, um solche Vergütungen auf elektronischem Weg zu verbuchen.

Einwände gegen App

Das mag sein, aber Stadtwerke und Einzelhändler machen geltend, dass viele Geschäfte nicht über die dafür benötigten elektronischen Kassensysteme verfügten. Zudem habe nicht jeder Besucher der Stadt, etwa aus Fern-Ost, die erforderliche App auf seinem Smartphone.

Attraktive Stadt

Also geht es künftig erst einmal analog und nicht smart zu. Wichtig ist zunächst, was unterm Strich herauskommt – nämlich ein Rabattsystem, das dazu beiträgt, Baden-Baden als Einkaufsstadt möglichst attraktiv und wettbewerbsfähig zu halten – vor allem in der Konkurrenz mit umliegenden Städten, die an Samstagen teilweise mit gebührenfreien Parkgaragen locken.

Verwirrendes System

Bedauerlich ist allerdings, dass es nicht gelungen ist, die privaten Parkhausbetreiber wie Franz Bernhard Wagener und die BKV mit der zentralen Kurhausgarage mit ins Boot zu holen. Künftig wird es dann wohl unterschiedliche Rabattsysteme geben. Das ist für den Kunden verwirrend und fördert nicht unbedingt das Einkaufsvergnügen.