Wie geht es weiter mit dem Neuen Schloss? Die von Eigentümerin Fawzia Al Hassawi vorgelegten Pläne für eine Hotelnutzung reichen dem Rathaus nicht aus. Vor allem Fragen des Denkmalschutzes sind nicht geklärt.
Wie geht es weiter mit dem Neuen Schloss? Die von Eigentümerin Fawzia Al Hassawi vorgelegten Pläne für eine Hotelnutzung reichen dem Rathaus nicht aus. Vor allem Fragen des Denkmalschutzes sind nicht geklärt. | Foto: Fischer

Bürgermeister Uhlig reagiert

Dissens ums Neue Schloss in Baden-Baden nimmt an Schärfe zu

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Alexander Uhlig lässt sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen: „Da hilft nur Gelassenheit“, meint der Bürgermeister und hat dabei die jüngste Stellungnahme von Fawzia Al Hassawi im Blick. Die Eigentümerin des Neuen Schlosses hatte jüngst heftige Medienschelte gegen die aus ihrer Sicht angeblich negative Berichterstattung betrieben. Aber auch die Stadtverwaltung bekam ihren Teil ab. Der Vorwurf: Das Rathaus blockiere mit bürokratischen Hindernissen das Projekt, das Neue Schloss in ein Luxus-Hotel umzuwandeln.

„Ich sitze da keineswegs mit geballter Faust in der Tasche“, versichert der Baudezernent im BNN-Gespräch angesichts der massiven Kritik, die die Schlossherrin geäußert hatte. Er könne die Emotionen, die rund um dieses Thema immer wieder hochkochten, zwar verstehen. Aber, und das betont Uhlig immer wieder, gehe es letztlich um die Sache. Und da müsse auch die Investorin respektieren, dass es Regelungen und Vorgaben gebe, an die sich alle Beteiligten halten müssten.

Unvereinbare Pläne fürs Neue Schloss

„Wir orientieren uns immer an den Sachthemen“, betont Uhlig. Da habe die Investorin noch einiges nachzuarbeiten. Das sei bei jüngsten Schloss-Begehung klar zum Ausdruck gekommen: Die von Al Hassawi vorgelegten Pläne seien mit den Auflagen des Denkmalschutzes nicht vereinbar. Diese Haltung richte sich gar nicht gegen die Schlossherrin persönlich, sondern gelte auch für jeden anderen potenziellen Investor. Es sei eben äußert schwierig, die für eine Hotelnutzung erforderliche technische Infrastruktur wie etwa Heizung, Klimaanlage, Strom und Wasser in einem denkmalgeschützten Objekt wie dem Altbau auf dem Florentinerberg zu installieren.

Wir benötigen noch mehr Details.

Al Hassawis Pläne reichten in dieser Hinsicht nicht aus. „Wir benötigen noch mehr Details und werden das der Eigentümerin auch mitteilen“, sagt Uhlig. Für einen erneuten Bauantrag reiche der aktuelle Stand keineswegs: „Davon sind wir noch weit entfernt. Damit rechne ich nicht so schnell“, meint Uhlig. Zum Hintergrund: Die bereits vor Jahren bewilligte Baugenehmigung ist inzwischen erloschen. Al Hassawi muss für ihr Vorhaben einen weiteren Bauantrag stellen.

Bürgermeister weist Vorwürfe zurpck

Der Bürgermeister weist die Vorwürfe der Schlosseigentümerin zu angeblich bürokratischen Hindernissen zurück. Er verweist darauf, dass die kuwaitische Investorin einen Stab von deutschen Mitarbeitern habe, deren Aufgabe es sein müsste, ihr die Gesetze und Vorgaben, über die das Rathaus sich nicht hinwegsetzen könne, zu erläutern.

Inzwischen ist das ein rein finanzieller Stützbau.

Ein weiterer Konflikt tut sich auf, da Al Hassawi Uhlig zufolge plant, nur das historische Schlossgebäude als Hotel zu nutzen. Im Neubau, der im Schlossgarten entstehen soll, seien keine Hotelzimmer, sondern Appartements vorgesehen, die die Investorin auf dem internationalen Markt verkaufen möchte, um mit dem Erlös das Hotelprojekt mitzufinanzieren. „Inzwischen ist das ein rein finanzieller Stützbau“, meint der Bürgermeister. Das sei jedoch nicht im Sinne und Interesse der Stadt. „Wir haben in Baden-Baden bereits genügend leer stehende Wohnungen mit Eigentümern aus allen Teilen der Welt.“