Noch kann hier kostenlos geparkt werden – der Park & Ride-Platz mit Fotovoltaikelementen im Gewerbegebiet Oos-West. Die künftige Gebühr soll aber Pendler nicht über Gebühr strapazieren, heißt es von den Stadtwerken. Bislang wird das Areal auch missbraucht, weil Fahrzeuge wochenlang abgestellt werden. | Foto: Stadtwerke

Smartparking und Park & Ride

Ein Ausflug in die digitale Welt

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In der Fantasie existieren schon klare Vorstellungen: Ein Besucher aus Karlsruhe möchte zum Flanieren mit dem Auto nach Baden-Baden fahren. Er reserviert sich bequem von daheim über eine Anwendung auf dem Smartphone einen Parkplatz in der Bäderstadt – und wird mit der Navi-Funktion auch dorthin gelenkt. Hört sich gut an. Doch solche Überlegungen sind derzeit nicht viel mehr als ein „Ausflug in die digitale Welt“, wie es Bürgermeister Alexander Uhlig in der Sitzung des Betriebsausschusses formulierte. „Wenn man ins Detail geht, werden die Fragen zunehmend komplexer“, ergänzte Stadtwerkechef Helmut Oehler.

Parkscheinautomat hat nicht ausgedient

Wann das Smart Parking in Baden-Baden flächendeckend Einzug halten wird, ist derzeit nicht absehbar. Wer sich sorgt, mit der technischen Entwicklung nicht mithalten zu können, weil er sich nicht vorstellen kann, das Handy beim Suchen, Reservieren und Bezahlen des Parkplatzes zu verwenden, kann auch etwas aufatmen. Ganz ohne den guten alten Parkscheinautomaten wird es wohl auch künftig nicht gehen, hieß es.

Ganzheitliche Lösung wird angestrebt

Und SPD-Rat Werner Henn führte auch gleich ein Argument ins Feld, das zu beachten sei: „Schicken wir dann den Datenschutzbeauftragten in Urlaub?“ Sprich: Wie ist es, wenn Kennzeichen gescannt, Bewegungsmuster dokumentiert und Parkplätze mit Videokameras überwacht werden? „Da sehen wir auch große Probleme“, räumte Oehler in Bezug auf den Datenschutz ein. Die Stadtwerke wollten aber mal darlegen, was derzeit so angeboten werde. Eine Lösung für Baden-Baden müsse jedenfalls eine ganzheitliche sein, also das Stellplatzangebot am Straßenrand und in Parkhäusern sowie Tiefgaragen berücksichtigen.

Parken am Bahnhof soll gebührenpflichtig werden

Auf eine Veränderung werden sich Autofahrer wohl beim Park & Ride-Platz am Bahnhof in Oos einstellen müssen. Dort ist geplant, künftig einen Parkobolus zu verlangen. Keine hohe Tagesgebühr, erklärte Oehler. Pendler sollen schließlich nicht bestraft werden. Allerdings habe man zum Beispiel festgestellt, dass Nutzer des Baden-Airports dort zum Teil wochenlang zum Nulltarif ihren Wagen parkten und mit dem Bus zum Regionalflughafen führen. Das soll künftig unterbunden werden.

Anzeigetafeln für den ÖPNV

Unterdessen wird das Fahrgast-Infosystem im öffentlichen Personennahverkehr weiter optimiert. Am Bahnhof Oos sowie an weiteren 13 Standorten, unter anderem am Leo sowie am Augustaplatz, soll der Kunde künftig auf der Anzeigetafel ablesen können, wann der nächste Bus fährt. Ein Service, der auf der Homepage der Stadtwerke bereits für die Linien verfügbar ist. Ende Juli sollen die Anzeigetafeln in den Probebetrieb gehen – etwa ein Jahr später als zunächst geplant.