Hingucker: Die Tafeln, die über die Geschichte der Baden-Badener Fieser-Brücke informieren, wecken das Interesse der Passanten. Die Ausstellung begleitet die restliche Bauphase. | Foto: Rudolphi

Die Historie steht im Fokus

Eine Ausstellung begleitet den Neubau der Baden-Badener Fieser-Brücke

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Eine Ausstellung mit vier großen Tafeln begleitet die Baustelle an der Reinhard-Fieser-Brücke im Zentrum von Baden-Baden. Texte und Tafeln informieren über die Historie des Bauwerks aus den Jahren 1927/28 bis zum aktuellen Stand. Ein Fokus liegt auf dem Baumeister Max Laeuger. Es finden sich aber auch skurrile Geschichten.

Die Baustelle an der Fieser-Brücke ist schon seit längerem ein echter Hingucker. Vor allem seit der „rote Teppich“ auf dem Fußgänger- und Radfahrersteg liegt, bleiben immer wieder Passanten stehen, um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie die Bauarbeiten an diesem neuralgischen Punkt mitten im Herzen der Stadt vorankommen.

Der Fußgänger- und Radfahrersteg ist um eine Attraktion reicher

Jetzt ist das Ganze um eine weitere Attraktion reicher. Vier große Tafeln stehen entlang des Stegs und informieren mit Bildern und Texten über die Geschichte der Fieser-Brücke bis zum aktuellen Stand. „Wir haben uns vor einem halben Jahr Gedanken gemacht, wie wir die Baustelle begleiten können“, erläutert Hans Gützlaff vom Medienhaus Baden-Baden, das dieses Vorhaben ungesetzt hat.

Die Schau bietet eine umfassende Dokumentation

Herausgekommen ist eine „Ausstellung“, die das Bauwerk umfassend dokumentiert. Das Projekt steht unter dem Motto „Die Reinhard-Fieser-Brücke. Ein Denkmal wird renoviert“. Die Macher stellen es ganz bewusst in den Kontext der Welterbe-Bewerbung Baden-Badens.

Auch interessant: Die Kosten für den Neubau der Brücke sind erheblich gestiegen.

Hochwasser hat dem Bau immer wieder zugesetzt

„Es sind ziemlich dramatische Dinge an dieser Brücke passiert“, schildert Gützlaff und verweist etwa auf Hochwasser-Katastrophen, die dem Bau immer wieder zugesetzt haben. Die Tafeln erläutern aber auch die baulichen Veränderungen, die sich im Laufe der zurückliegenden Jahrzehnte im Viertel rund um Brücke vollzogen haben.

Noch im Zeitplan: Die Betonierung der östlichen Widerlager steht an. Durch die Coronavirus-Pandemie bedingte Lieferengpässe könnten den Fortgang der Arbeiten jedoch verzögern. | Foto: Rudolphi

Max Laeuger war der Baumeister

Dabei rückt immer wieder ein Name in den Fokus: Max Laeuger. Er gestaltete nicht nur die Gönner-Anlage und die Wasserkunst Paradies, sondern entwarf den Neubau der Fieser-Brücke in den Jahren 1927/28. Er erarbeitete weiter das städtebauliche Konzept für Architektur zwischen dem Palais Hamilton und der Einmündung in die Luisenstraße sowie die Promenade entlang der Oos zwischen der Fieser-Brücke und dem Hindenburgplatz.

Mehr zum Thema: Der Abbau der bisherigen Brücke ist ein wahrer Kraftakt

Die Ausstellung wirft aber auch Licht auf einige Skurrilitäten: Beispielsweise verläuft unter dem Bachbett der Oos der Hauptsammler der Kanalisation. Die gusseisernen Röhren haben einen Durchmesser von immerhin 70 Zentimetern. Oder: Früher verkehrte eine Stichbahn, die die Gäste vom Leopoldsplatz zum Theater brachte. Reste der Gleise kamen bei den aktuellen Bauarbeiten zum Vorschein. Neben den Tafeln informieren Flyer zum Mitnehmen über die Brücken-Historie.

Die Corona-Pandemie könnte den Baufortschritt verzögern

Die Baustelle liegt derzeit im Zeitplan. „Es läuft alles noch sehr gut“, berichtet der städtische Projektleiter Vincenz Wienk-Borgert. Aber die sich rasant ausbreitende Coronavirus-Pandemie könnte den Fortgang ins Stocken bringen, weil einige Unternehmen benötigte Materialien möglicherweise vorerst nicht oder mit Verzögerung liefern könnten. „Wir planen von Woche zu Woche“, räumt Wienk-Borgert ein. Der geplanten Betonierung der östlichen Widerlager für die neue Fieser-Brücke steht derzeit aber wohl nichts im Wege.