Die Bewohner mussten aus dem Wohngebäude gerettet werden.
Die Feuerwehr hatte am 18. März einen Großeinsatz, nachdem in einem Haus in der Lichtentaler Straße ein Feuer ausgebrochen war. Der mutmaßliche Brandstifter kommt nun vor Gericht. | Foto: Margull

Verhandlung ab Montag

Ermittler werfen Brandstifter aus Baden-Baden Mordabsicht vor

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Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Baden-Baden verhandelt ab dem kommenden Montag gegen einen 75 Jahre alten Rentner, dem die Staatsanwaltschaft versuchten Mord in sieben Fällen vorwirft. Zudem legt die Ermittlungsbehörde dem Mann aus Baden-Baden zur Last, eine Sprengstoffexplosion herbeigeführt zu haben.

Weitere Vorwürfe gegen den Angeklagten sind schwere Brandstiftung, gefährliche Körperverletzung in zwei Fällen und vorsätzliche Körperverletzung.

Die Anklagen beziehen sich auf einen Brand, der am 18. März dieses Jahres in einer Wohnung im zweiten Obergeschoss eines Gebäudes in der Lichtentaler Straße ausgebrochen war. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Rentner, der in der Vergangenheit bereits straffällig gewesen sei, in der Wohnung, die ihm zur Nutzung überlassen war, das Feuer gelegt haben.

Mordanschlag auf Rechtsanwältin?

Nach den Erkenntnissen der Ermittler soll der 75-Jährige dort Holzteile, Möbelstücke, Papp-Ordner und andere Gegenstände zu einem Haufen geschichtet und diesen mit Benzin übergossen haben. Er habe dann weitere geöffnete Benzinkanister deponiert, um das aus Benzin und Luft entstehende Gemisch zu entzünden. Der Rentner habe beabsichtigt, eine Rechtsanwältin, die in Vertretung der Hauseigentümerin ihr Erscheinen angekündigt hatte, zu töten.

Kurz vor dem Eintreffen der Rechtsanwältin ist der Staatsanwaltschaft zufolge das Gemisch explodiert und hat einen Brand ausgelöst, der von der Wohnung aus auf andere Teile des mehrgeschossigen Hauses übergegriffen und das Gebäude teilweise zerstört hat. Die Anklagevertreter beziffern den durch das Feuer verursachten Sachschaden auf rund 500 000 Euro.

Angeklagter seit März in Untersuchungshaft

Der Notruf ging damals um 11.29 Uhr bei der Feuerwehr ein. Bei deren Eintreffen waren die Scheiben in den Fenstern bereits geborsten und die Flammen schlugen aus der Wohnung. Nach Angaben der Staatswaltschaft gelang es Bewohnern, das Haus zu verlassen. Die Feuerwehr musste einige Menschen aus dem brennenden Haus retten. Ein Mieter im dritten Obergeschoss brachte sich in Sicherheit, indem er durch ein Fenster über die Fassade ins Freie kletterte.

Die Feuerwehr war bei der Brandbekämpfung mit einem Großaufgebot von etwa 60 Leuten im Einsatz. Hinzu kamen zahlreiche Helfer des Technischen Hilfswerks und des Roten Kreuzes. Wegen des Brandes waren die Straßen im östlichen Stadtzentrum vom Bertholdplatz bis in Höhe der Josefskirche für den Verkehr komplett gesperrt. Auch die Ausfahrt aus dem Michaelstunnel war zeitweise geschlossen.

Die Staatsanwaltschaft berichtet weiter, dass die Polizei den mutmaßlichen Täter noch am Tag des Brandes festgenommen habe. Der Angeklagte sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Termin
Die Hauptverhandlung gegen den mutmaßlichen Brandstifter vor dem Landgericht Baden-Baden beginnt am Montag, 21. Oktober, um 9 Uhr. Nach dem Prozessauftakt sind fünf Fortsetzungstermine anberaumt.