Schadstoffe im Visier: Eine weitere Messstation an der B500 erfasst Daten zur Luftqualität in Baden-Baden. | Foto: Rudolphi

Luftqualität in Baden-Baden

Das Prädikat „Heilbad“ ist nicht in Gefahr

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Das Prädikat „Heilbad“ für die Bäderstadt ist auf absehbare Zeit wohl nicht in Gefahr. Diesen Schluss lässt das Zwischenergebnis zur Messung der Luftqualität in Baden-Baden zu. Danach liegen die Werte weit unter den Richtwerten, die der Deutsche Heilbäder- und der Deutsche Tourismusverband festgelegt haben. Diese Qualitätsstandards sind deutlich strenger als die nach deutschem und europäischem Recht festgelegten Grenzwerte.

Erste Ergebnisse einer Messreihe liegen vor

„Unsere Messwerte liegen im unteren Drittel der Skala“, erläuterte Bürgermeister Roland Kaiser am Donnerstag bei der Präsentation der ersten Ergebnisse der im Mai gestarteten Messungen. Das Prädikat „Heilbad“ schreibt Kaiser zufolge im Turnus einer Dekade vor, die Luftqualität ein Jahr lang zu untersuchen und ein Gutachten vorzulegen, das der Deutsche Wetterdienst erstellt.

Die Jahresmittelwerte stehen noch nicht fest

Nach Auskunft von Rudolf-Karl Teichmann, dem Leiter des städtischen Fachgebiets Umwelt und Arbeitsschutz, ist bei Stickstoffdioxid und Feinstaub nicht davon auszugehen, dass die Werte im Jahresmittel die jetzt vorliegenden Ergebnisse überschritten haben. Eine Prognose sei jedoch nicht ganz einfach, da bislang nur Daten für den Sommer vorlägen. Erfahrungsgemäß erreichten die Feinstaubkonzentrationen ihre Höhepunkte im Winter, etwa bei Inversions-Wetterlagen.

Zwischenbericht: Rudolf-Karl Teichmann, Leiter des städtischen Fachgebiets Umwelt und Arbeitsschutz, erläutert die ersten Ergebnisse der Messungen. | Foto: Rudolphi

Die Messstationen stehen an vier Standorten

Die Messgeräte stehen an vier Stationen: bei der Klinik in Balg und in Geroldsau, um die Werte in den Außenbezirken zu ermitteln. Weitere Messstationen befinden sich an der Ecke Stephanien-/Sophienstraße und in der Rheinstraße. Sie dienen dazu, die Luftqualität an verkehrsbelasteten Stellen zu prüfen.
Parallel zum Prädikat „Heilbad“ läuft eine zweite Messreihe entlang der B500, um an dieser Hauptverkehrsachse Daten zur Luftqualität zu erheben. Grund sind vor allem Anfragen aus dem Gemeinderat und von Bürgern.

Die Immissionsprognose basiert bislang auf einem Rechenmodell

Ein Ziel ist es Teichmann zufolge, die im Jahr 2011 beauftragte Immissions-Prognose für das Jahr 2020 zu überprüfen, da diese Vorhersage nur auf einem Rechenmodell basiere. Das vorläufige Ergebnis zeigt, dass mit Ausnahme des Ebertplatzes an allen Messstationen die Grenzwerte nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz eingehalten sind. „Die Werte am Ebertplatz sind wenig verwunderlich“, räumte Teichmann ein. Vor allem das ständige Anhalten und Anfahren produziere viele Emissionen.

Regelmäßige Kontrolle: Daniel Noysen vom Fachgebiet Umwelt und Arbeitsschutz wechselt an einer Messstation die Filter. | Foto: Rudolphi

Feinstaub und Stickstoffdioxid sind unauffällig

Die übrigen Messstationen haben bislang unauffällige Feinstaubkonzentrationen erfasst. Auch beim Stickstoffdioxid liegen die Resultate bisher unterhalb der Grenzwerte für den Jahresmittelwert. Teichmann weist darauf hin, dass die gemessenen Konzentrationen sich nach einer ersten Auswertung im Spektrum der im Rechenmodell für 2020 prognostizierten Werte bewegten.

Die Stadt stellt eine weitere Messstation auf

Bürgermeister Roland Kaiser ist zuversichtlich, dass die vorläufigen Resultate sich auch am Ende der Testreihe bestätigen werden. Für die Stadt sieht er aktuell keinen Handlungsbedarf. Um die Messungen zu präzisieren, gibt es seit September eine weitere Messstation an der B500 (Ecke Fürstenbergallee/Erwinstraße). Sie soll Aufschluss geben, wie die Luftschadstoffe sich in der Nähe einer verkehrsreichen Kreuzung mit Stop-and-go-Verkehr wie dem Ebertplatz ausbreiten.

Weitere Infos zur Messung der Luftqualität gibt es beim Deutschen Wetterdienst unter www.dwd.de.