Viel Rauch gab es zuletzt um die Bratwurst, die bei den Baden-Badener Sommernächten angeboten wird. Archivfoto: Daniel Karmann/dpa

Schindlers Nachfolger im Blick

Baden-Badener Sommernächte: Es geht um die Wurst

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Eine Bratwurst ist eigentlich kein kommunalpolitisches Thema. In Baden-Baden war sie es schon und ist es noch immer – und zwar eine ganz bestimmte: Die auf Holzkohle gegrillte Bratwurst von Hans Schindler vom Gasthaus „Auerhahn“ in Geroldsau.

Die Wurst gehörte zum gastronomischen Angebot der Sommernächte (4.  bis 7. Juli) und dem Kurparkmeeting (23. August bis 1. September) wie der Fisch zum Wasser. Doch das ist vorbei.

Denn Schindlers Wurst hat im wahrsten Sinne des Wortes viel Rauch entfacht. Wenn am Donnerstag die Sommernächte vor dem Kurhaus eröffnet werden, werden Bratwurst-Fans daher seinen Stand vergeblich suchen. Dafür ist ein Neuer am Start.

Ein Holzkohlegrill  – viel Rauch

Schindlers Holzkohlegrill hatte einen Nachteil: die hohe Rauchentwicklung, ausgelöst durch auf die Holzkohle tropfendes Fett aus der Wurst. Aus diesem Grund wurde ihm nahegelegt, für einen Rauchabzug zu sorgen. Dann wäre ein Holzkohlegrill weiterhin erlaubt gewesen, betont die Chefin von Baden-Baden Events (BBE), Nora Waggershauser.

Den entsprechenden Vertrag habe der Gastronom, örtlicher Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes, nicht unterzeichnet. Man habe sich nicht auf einen für beide Seiten zufriedenstellenden Kompromiss einigen können.

Beliebter Treffpunkt: die Baden-Badener Sommernächte vor dem Kurhaus beginnen an diesem Donnerstag, 4. Juli.
Beliebter Treffpunkt: die Baden-Badener Sommernächte vor dem Kurhaus beginnen an diesem Donnerstag, 4. Juli. | Foto: BBE

Daraufhin suchte die BBE zunächst in Baden-Baden nach einem Ersatz, unter anderem über einem Aufruf der örtlichen Dehoga. „Wir haben intensiv gesucht“, berichtet die BBE-Chefin. Ohne Erfolg.

Zumeist sei angegeben worden, dass man nicht ausreichend Personal finde, zumal große Cateringunternehmen auch auf der Galopprennbahn aktiv seien, erklärt Waggershauser. Die „Große Woche“ in Iffezheim findet parallel zum Kurparkmeeting in Baden-Baden statt.

Der Neue

Deshalb kommt die neue Wurst jetzt von Bernd Werner mit seinem Team von Schloss Eberstein in Gernsbach. Der Spitzenkoch war bereits Küchenchef im Kurhaus. Sein Gourmetrestaurant im Schloss ist mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Seit 15 Jahren unterhält er zudem ein Cateringteam und hat sich schon bei exklusiven Großveranstaltungen einen Namen gemacht.

Für die Sommernächte sei er von der BBE angefragt worden, betont der gebürtige Offenburger. Nach reiflicher Überlegung habe er zugesagt. Auf die Vorgänge um die Schindler-Bratwurst will er nicht näher eingehen: „Da war viel Wallung im Vorfeld!“ Sein Team wolle nur einen guten Job machen. Im Einsatz habe er moderne Gas- und Elektrogeräte.

Die Neue

Die Neue ist eigentlich die Alte: Bernd Werner bezieht die Bratwurst für die Sommernächte vom selben Lieferanten wie zuvor Schindler, erklärt der renommierte Koch. In Baden-Baden wird er nicht selbst am Grill stehen, dafür habe er ein eingespieltes Cateringteam. Das Geschehen am Stand will er dennoch aufmerksam verfolgen.

Wurst wird nicht teurer

Wichtig für die Kundschaft: Die Bratwurst wird nicht teurer. Im Weck und mit Senf kostet sie weiterhin vier Euro. Am Stand von Schloss Eberstein werden zudem weitere Speisen serviert: Werner legt Wert auf sommerlich leichte Gerichte, darunter auch ein Salat mit „schönem Dressing“.

Burger und asiatische Küche

Das gastronomische Angebot bei den Sommernächten und beim Kurparkmeeting wird zudem mit „Cito Burger“ (Baden-Baden) und dem Restaurant „Taumi“ (Bühl) erweitert.

In einem gemeinsamen Zelt bieten sie mitunter Burger-Kreationen und asiatische Fusion-Küche an. Daneben sind „Wannenmacher’s röstfrisch“, „Kofflers Heuriger“, „Mamma Lina“ und „Juice Me“ erneut vor dem Kurhaus vertreten.