Freiwillig Schwitzen? Regelmäßiges Saunieren kann den Körper aber trainieren, auch die Hitze draußen besser zu ertragen, sagt Gabriele Saint Pierre von den Carasana Bäderbetrieben.
Freiwillig Schwitzen? Regelmäßiges Saunieren kann den Körper aber trainieren, auch die Hitze draußen besser zu ertragen, sagt Gabriele Saint Pierre von den Carasana Bäderbetrieben. | Foto: pr

Sauna und Solarium im Sommer

Es muss bei Hitze nicht immer Freibad sein

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Die Hitze hat auch Baden-Baden erreicht und die Stadt schwitzt. Tipps und Tricks für Freizeitaktivitäten bei dieser Gluthitze sind derzeit in aller Munde. Doch was ist mit den Tätigkeiten, die im ersten Moment so gar nichts mit Abkühlung zu tun haben scheinen?

Das trifft auf einen Besuch in der Sauna beziehungsweise Therme durchaus im ersten Augenblick zu, gibt auch Gabriele Saint Pierre zu. Die Sprecherin der Carasana Bäderbetriebe, zu denen unter anderem die Caracalla Therme und das Friedrichsbad gehören, ist aber davon überzeugt, dass Hitze und Sauna kein Widerspruch sein muss. „In unseren Außenbecken haben wir 32 beziehungsweise 34 Grad Celsius. Mit dieser Wassertemperatur kühlt der Körper viel moderater und gesünder ab als mit einem Sprung ins kalte Freibad.“ Durch das textilfreie Schwitzen könnten sich die Poren zudem besser öffnen und der körpereigene Kühleffekt komme umso besser zum Tragen.

Sommerloch ist nur gering

Die Besucherzahlen scheinen Saint Pierre recht zu geben; es gebe kein „drastisches“ Sommerloch, bestätigt die Sprecherin. „Ganz im Gegenteil: Wer das ganze Jahr über – also auch im Sommer – sauniert, trainiert seinen Körper, die thermischen Reize im Sommer besser auszugleichen.“

Solarium statt Sonnenschein

Für die Sommerbräune ins Solarium statt ins Freibad oder auf den Balkon? Auch das scheint bei den aktuellen Temperaturen überflüssig zu sein. Dennoch hat das Sonnenstudio Sun&more keinen Grund zur Klage über signifikant sinkende Besucherzahlen. Studioleiterin Cornelia Hoch schätzt, dass aktuell zehn bis höchstens 20 Prozent weniger Kunden kommen als sonst. Viele hätten einfach nicht die Zeit, um sich stundenlang in die Sonne zu legen.

Natürlich schwitzt man auch auf der Sonnenbank.

Im Solarium werde man schneller braun als draußen. „Zudem ist bei uns die UV-B-Strahlung auf einen Index von 0,3 reduziert“, so Hoch. Sommerbräune so ganz ohne Schweiß gibt es dann aber auch im Sonnenstudio nicht. „Natürlich schwitzt man auch auf der Sonnenbank. Wie leicht man anfängt zu schwitzen, ist auch vom individuellen Typ abhängig. In unserem Studio gibt es aber in jedem Fall eine Klimaanlage.“

Tee hilft bei Hitze

Eine heiße Tasse Tee an warmen Sommertagen? Daniel Metz findet das eine gute Idee. Er betreibt mit seiner Ehefrau Andrea den Onlineshop Tee-Baden-Baden und verweist auf die lange Tee-Tradition in südlichen Ländern wie Ägypten oder Marokko. „Bei einem warmen Tee muss der Körper keine zusätzliche Energie aufwenden, um ihn im Körper zu erwärmen“, erklärt er. Dadurch sei eine Tasse Tee bei Hitze besser verträglich als beispielsweise ein eisgekühltes Getränk. Aber natürlich kann man seinen Tee auch kalt genießen.

Bei Hitze ist Minze gut geeignet, wegen des kühlenden Geschmackseffekts.

Metz ist passionierter Teetrinker und weiß, welche Sorten besonders sommertauglich sind. „Bei Hitze ist Minze gut geeignet, wegen des kühlenden Geschmackseffekts.“ Aber grundsätzlich lasse sich aus beinahe jedem Tee auch ein Eistee herstellen. Metz rät, dafür den Tee heiß aufzubrühen und ihn anschließend zu kühlen, entweder mit Eiswürfeln oder über Nacht im Kühlschrank. Alternativ könne man aber besonders bei Grün- oder Früchtetees den Tee über Nacht kalt ziehen lassen. Dafür muss man aber etwas Zeit einplanen, denn beim Kaltziehen brauche der Tee länger, um ein ganzes Aroma zu entfalten.