Die Filmrechte für den Roman "Bühlerhöhe" von Brigitte Glaser wurden vergeben. Gedreht werden soll am Originalschauplatz. | Foto: Ulrich Coenen

Brigitte Glaser

Filmrechte an Roman „Bühlerhöhe“ vergeben

Anzeige

Wenn alles nach Plan läuft, kann das Publikum Rosa Silbermann in zwei Jahren im deutschen Fernsehen erleben. Die Mossad-Agentin ist dem Publikum aus Brigitte Glasers Roman „Bühlerhöhe“, der es im vergangenen Jahr bis auf Platz sechs der Spiegel-Bestseller-Liste brachte, bekannt. Die 62-jährige Schriftstellerin, die in Achern aufgewachsen ist und heute in Köln lebt und arbeitet, hat mit ihrem Buch, das gleichermaßen historischer Roman und Polit-Thriller ist, viel Aufsehen erregt (Rezension in den BNN).

Film fürs Fernsehen

Jetzt ist eine private Produktionsfirma auf den Stoff aufmerksam geworden. „Den Namen darf ich aus vertraglichen Gründen nicht nennen“, erklärte Glaser auf Anfrage dieser Zeitung. Das Unternehmen, das für die Filmrechte zunächst eine auf zwei Jahre befristete Option erworben hat, sucht jetzt einen Partner. Weil der Film nicht fürs Kino, sondern fürs Fernsehen bestimmt ist, sitzen die Ansprechpartner in den Sendeanstalten.

Drehbuchautor wird gesucht

„Der Regisseur für das Projekt steht bereits fest, ein Drehbuchautor wird noch gesucht“, berichtet Glaser. „Üblicherweise klappern die Produzenten dann mit den Drehbüchern und einer darauf basierenden finanziellen Kalkulation die Fernsehsender ab, um einen Geldgeber zu gewinnen.“

Gedreht wird am Originalschauplatz

Nach derzeitigem Stand könnten die Dreharbeiten auf der Bühlerhöhe stattfinden. Nach Auskunft von Glaser haben die kasachischen Eigentümer zugestimmt. Das wäre für die Authentizität des Films von großer Bedeutung, weil ein anderer Handlungsort überhaupt nicht vorstellbar ist. Weil das Schlosshotel aktuell leer steht und ein Beginn der Sanierungsarbeiten nicht in Sicht ist, erscheint der Zeitpunkt für Dreharbeiten sehr günstig. Brigitte Glaser hofft, dass sie bereits im nächsten Jahr beginnen können.

Glaser verzichtet auf Drehbuch

Am Drehbuch ist die Kölner Schriftstellerin nicht beteiligt. „Auf eigenen Wunsch“, betont sie. „Nach Rücksprache mit Kollegen haben ich ganz bewusst darauf verzichtet, als Co-Autorin für das Drehbuch tätig zu werden. Das ist eine völlig andere Arbeit als die klassische Schriftstellerei. Ich kann das nicht und müsste mich zunächst intensiv einarbeiten. Außerdem müsste ich in Absprache mit dem Regisseur permanent für Änderungen zur Verfügung stehen. Dem will ich mich nicht aussetzen und mich außerdem mit anderen Projekten beschäftigen.“

Realer Hintergrund

Im Mittelpunkt der Handlung des Romans steht ein fiktives Attentat auf den ersten deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer auf der Bühlerhöhe im Sommer 1952, das von israelischen Terroristen geplant wird. „Bühlerhöhe“ hat einen realen Hintergrund. Extremistische Zionisten trachteten Adenauer nach dem Leben, um das Luxemburger Abkommen zu verhindern. Dieser Wiedergutmachungsvertrag mit einem Volumen von 3,5 Milliarden Mark wurde am 10. September 1952 zwischen der Bundesrepublik, dem Staat Israel und Jewish Claims Conference (JCC) geschlossen. Das Abkommen wurde in Israel von der Terrorvereinigung Irgun unter der Führung des späteren Ministerpräsidenten Menachem Begin abgelehnt, und zwar mit allen Mitteln. Bei einem Briefbombenattentat auf den Kanzler starb am 27. März 1952 ein deutscher Polizeibeamter. In der Bundesrepublik waren außerdem die Altnazis in allen Parteien gegen die Zahlungen, die das wirtschaftliche Überleben Israels sichern sollten.

Einsatz für Mossad

Vor diesem historischen Hintergrund entwickelte Glaser den Plot ihres Romans. Der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad hat von einem geplanten zweiten Attentat auf Adenauer erfahren, der von Irgun-Terroristen auf der Bühlerhöhe, zwischen 1953 und 1957 tatsächlich das bevorzugte Urlaubsziel des Kanzlers, getötet werden soll. Zwei Agenten sollen dies verhindern.

Hundseck als Schauplatz

Eine wichtiger Schauplatz des Romans ist neben der Bühlerhöhe das frühere Kurhaus Hundseck. Die traurige Ruine eignet sich allerdings nicht mehr als Kulisse für den Film.