Der Neustart erfolgt am 26.August: Dann nimmt die Firma termotek den Betrieb im Neubau – hier eine Ansicht in einer Visualisierung – in der Gottlieb-Daimler-Straße im Stadtteil Haueneberstein auf. Links ist der Verwaltungstrakt zu sehen, rechts die Halle für Lager und Produktion.
Der Neustart erfolgt am 26.August: Dann nimmt die Firma termotek den Betrieb im Neubau – hier eine Ansicht in einer Visualisierung – in der Gottlieb-Daimler-Straße im Stadtteil Haueneberstein auf. Links ist der Verwaltungstrakt zu sehen, rechts die Halle für Lager und Produktion. | Foto: Vollack Gruppe

Umzug als Herausforderung

Firma termotek bezieht neuen Standort in Haueneberstein

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Von einer solchen Firma träumen viele Kommunalpolitiker im Gewerbegebiet ihrer Gemeinde: termotek im Gewerbepark Oos-West hat seit Jahren zweistellige Wachstumsraten und die Zahl der Mitarbeiter seit 2014 auf 125 verdoppelt. In Abstimmung mit der Stadt ist es gelungen, das Unternehmen in Baden-Baden zu halten – an einem neuen Standort in Haueneberstein.

In einem Gebäude, „in dem Effizienz Spaß macht“, wie es in einer Kundenbroschüre heißt. Die Immobilie erfüllt den KfW-55-Standard, benötigt also 45 Prozent weniger Primärenergie als ein vergleichbarer Neubau. Dadurch sollen jährlich 424 Tonnen CO2 eingespart werden. „Das entspricht dem Kohlenstoffdioxid-Ausstoß von 170 Vier-Personen-Haushalten“, betont Geschäftsführer Peter Hirsch.

Energie wird verknüpft

Möglich wird dies unter anderem durch eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe, ergänzt durch Energiespeicher in Bodenkollektoren und Zisterne. „Wir haben die Haustechnik mit unseren Prozessketten verknüpft“, erläutert Hirsch das Konzept. So kann etwa die Energie der Kühlgeräteprüfung gespeichert und für das Gebäudeklima genutzt werden: im Winter zum Heizen, im Sommer zum Kühlen.

termotek startet neu

Der Neustart am Montag, 26. August, in der Gottlieb-Daimler-Straße ist bis ins Detail geplant. Am Eingang des Standorts Im Rollfeld überträgt eine Webcam auf einem Display Bilder von der Noch-Baustelle, daneben werden auf einer Tafel die verbleibenden Tage heruntergezählt.

Es war schnell klar, dass die Gebäudestruktur an unserem jetzigen Standort begrenzt ist.

Seit Juli 2014 steht Hirsch an der Spitze der Firma, die auf Flüssigkeits- und Luftkühlsysteme für spezielle Anwendungen spezialisiert ist. „Es war schnell klar, dass die Gebäudestruktur an unserem jetzigen Standort begrenzt ist“, erinnert er sich an seine Anfangszeit. Mit der Vollack Gruppe in Karlsruhe und in enger Abstimmung mit den Mitarbeitern wurde überlegt, wie sich termotek aufstellen sollte, um fit für die Zukunft zu werden.

Verantwortung für Umwelt

Dabei wurden alle Betriebsabläufe auf den Prüfstand gestellt. Drei Leitlinien kamen bei der neuen Ausrichtung zum Tragen: Kommunikationsprozesse unter den Beschäftigen sollen gefördert, Materialflüsse idealisiert und unter dem Strich Ressourcen geschont werden. „Damit wollen wir unsere Umweltverantwortung als Teil der technotrans-Gruppe wahrnehmen“, stellt Hirsch heraus. Bald war klar, dass sich die erstellten Konzepte am bisherigen Standort nicht verwirklichen lassen.

Noch bis zum 16. August wird Im Rollfeld 6 produziert. Dann ruht der Betrieb für eine Woche, um den Umzug zu schultern. Manches wird neu installiert, aber auch auf Vorhandenes zurückgegriffen. Alles zusammen sei eine Herausforderung, räumt Hirsch ein. Natürlich hofft er auf einen reibungslosen Verlauf. Dass der Neubau eine richtige Entscheidung war, davon ist er überzeugt.

Wir müssen verstehen, was unsere Kunden machen wollen.

Wenn bei der Montage mit optimierten Abläufen Zeit eingespart werde, sei das wichtig, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Bange ist ihm nicht: termotek könne sich am Markt behaupten, weil die Firma sich immer mehr zum Spezialanbieter für kundenspezifische Lösungen entwickelt habe. Zum Beispiel zur Kühlung von Lasergeräten, die nicht mehr erwünschte Tattoos auf der menschlichen Haut entfernen, oder bei der Kühlung von Kabeln, die in Ladesäulen für Elektroautos gebraucht werden: „Wir müssen verstehen, was unsere Kunden machen wollen. Das ist unser Erfolgsrezept!“

Hirsch gibt Führung ab

Lorbeeren am neuen Standort wird er aber nicht mehr ernten können. Seit Juli 2018 gehört Hirsch auch dem technotrans-Vorstand an, eine Aufgabe, die ihn künftig komplett bindet. Er wird die Kommandobrücke also verlassen. Sein Nachfolger steht schon fest: Am 1. Oktober wird Jan Kröger, der aus der Branche kommt, das Steuer in Haueneberstein übernehmen.

Die Firma termotek in Baden-Baden bekennt sich mit einer Investition von zehn Millionen Euro in einen Neubau zum Standort Baden-Baden. Der Spezialist für Systeme zur Kühlung und Temperierung technischer Anwendungen verdoppelt auf der neuen Fläche im Stadtteil Haueneberstein seine Produktions- und Lagerflächen gegenüber dem jetzigen Standort Im Rollfeld und hat zudem Optionen für Erweiterungen. Das Unternehmen, das am 26. August den Betrieb am neuen Standort aufnehmen wird, hat auch seinen Jahresumsatz seit dem Jahr 2014 mehr als verdoppelt und erwartet in 2019 ein Volumen von rund 30 Millionen Euro. In diesem Zeitraum wurde zudem die Zahl der Mitarbeiter verdoppelt – auf 125. Gefertigt werden unter anderem Kabel- und Laserkühlsysteme sowie Teile für Spezialgeräte in der medizinischen Anwendung, etwa zur Kühlung von Blut bei offenen Herzoperationen.
termotek ist ein profitabler Teil der Unternehmensgruppe technotrans, einem international agierenden Technologieunternehmen und Systemanbieter für industrielle Anwendungen im Bereich Flüssigkeiten-Management. Weltweit werden rund 1 450 Mitarbeiter beschäftigt. 2018 lag der Konzernumsatz bei 216,3 Millionen Euro.