Patrik Ullrich, Vorsitzender des Aeroclub Baden-Baden., sitzt in einem Oldtimer-Motorflugzeug vom Typ D-ELHT (PA 18) des Vereins.
Patrik Ullrich, Vorsitzender des Aeroclub Baden-Baden, sitzt in einem Oldtimer-Motorflugzeug vom Typ D-ELHT (PA 18) des Vereins. | Foto: Bernd Kamleitner

Schließung droht

Freude auf das Jubiläumsfest für den Flugplatz Baden-Oos ist getrübt

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Bei einem Aus für den Flugplatz Oos sehen die beiden betroffenen Luftsportvereine auch das Aus für den jeweiligen Club kommen. „Es gibt keine Alternative. Dann sind wir platt“, meint Patrik Ullrich, Vorsitzender des Aeroclub Baden-Baden. Der Verein nutzt das Gelände mit der Fliegergruppe Gaggenau. Dort wird seine Einschätzung geteilt: „Man kann es nicht anders sagen: Dann droht das Aus“, bestätigt der stellvertretende Vorsitzende Nikolaus Hertweck.

Baden-Badens Oberbürgermeisterin Margret Mergen hatte  angekündigt, dass sie den Flugplatz mittelfristig in ein Gewerbegebiet umwandeln möchte, um die Nachfrage nach solchen Flächen bedienen zu können. Sollte der Gemeinderat der Empfehlung der Rathauschefin folgen, können die beiden Vereine das städtische Gelände noch bis Ende des Jahres 2024 zur Ausübung ihres Hobbys in Anspruch nehmen.

Mehr zum Thema: Flugplatz Baden-Oos und Luftsportvereinen droht das Aus

Baden-Oos hat den zweitältesten Flugplatz in Deutschland

Unter diesen Begleitumständen ist die Freude auf das geplante Jubiläumsfest am 20. und 21. Juni zum 110-jährigen Bestehen des Flugplatzes Oos für die Beteiligten getrübt. Die Anlage ist nach Angaben der Klubs der zweitälteste Flugplatz Deutschlands. Im Jahr 1908 ging eine Piste in Griesheim bei Darmstadt in Betrieb. Sie gilt als ältester Flugplatz Deutschlands.

Die beiden Motorflugzeuge des Aeroclub Baden-Baden stehen startbereit. Dahinter ist ein Zeppelin der neuen Generation zu sehen, der im September 2019 an vier Tagen zu Rundflügen vom Flugplatz Baden-Oos abhob.
Die beiden Motorflugzeuge des Aeroclub Baden-Baden stehen startbereit. Dahinter ist ein Zeppelin der neuen Generation zu sehen, der im September 2019 an vier Tagen zu Rundflügen vom Flugplatz Baden-Oos abhob. | Foto: Bernd Kamleitner

Dem Aeroclub gehören etwa 120 Mitglieder an, berichtet Ullrich. Ebenso viele zählt die Fliegergruppe Gaggenau, erläutert Hertweck. Die Vereinsfunktionäre schätzen das jeweilige Vermögen ihres Clubs auf dem Flugplatz Oos – Hallen und Fluggerät – auf jeweils etwa eine Million Euro.

Es gibt keine Ausweichmöglichkeit

Was damit im Falle der Aufgabe des Flugplatzes geschehen würde, ist offen. Ein Umzug auf ein anderes Areal auf der Germarkung des Stadtkreises Baden-Baden ist jedenfalls nicht in Sicht. „Es gibt keine Ausweichmöglichkeit“, klagt Ullrich.

Die Vereine hatten bereits ihre Fühler in anderen Regionen ausgestreckt – ohne Erfolg. Bis nach Landau seien Anfragen gerichtet worden, doch die dortigen Vereine hätten keine Aufnahmekapazitäten. In Rheinstetten sei der Platz bereits überfüllt, auch Rastatt habe keine Kapazitäten. Zudem ginge bei einer Verlagerung die Identität der Vereine verloren. „Das ist so als wenn die Ooser Fußballer in Bühl spielen müssten“, meint Ullrich.

Langfristige Perspektive stand auf Wunschzettel

Die Vereine hätten gerne eine langfristige Perspektive für die Ausübung ihres Hobbys auf dem Platz in Oos gehabt, doch diese räumte die Stadt zuletzt nicht mehr ein. Derzeit verlängert sich der Vertrag automatisch um zwei Jahre, wenn er nicht gekündigt wird.

Vertragspartner sind die Stadt und der Flughafenbetreiberverein als Pächter. Ihm gehören der Aeroclub und die Fliegergruppe an. Völlig ohne Hoffnung auf eine Zukunft des Flugplatzes in Baden-Oos über das Jahr 2024 hinaus ist Hertweck aber nicht: „Noch ist nichts beschlossen!“

Vereine verweisen auf ökologische Bedeutung des Platzes

Ullrich und der Vize der Fliegergruppe Gaggenau verweisen zudem auf die ökologische Bedeutung des grünen Platzes. Wenn der mit Firmgebäuden bebaut werde, würden auch Auswirkungen auf das Klima nicht ausbleiben.