Keine Änderung in den Behörden: Die Stadt Baden-Baden wird zunächst keine geschlechtergerechte Sprache wie in Hannover einführen.
Geschlechterneutrale Sprache: In einigen Gemeinden und Städten der Region gibt es für so eine Änderung im Sprachgebrauch noch keine Handlungsempfehlung nach Hannoveraner Vorbild. Manche der hiesigen Verwaltungen achten aber bereits auf geschlechterneutrale Formulierungen. | Foto: dpa

Unterschiedliche Reaktionen

Geschlechtergerechte Sprache: Lehrer werden zu „Lehrenden“

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Die Stadt Hannover hat mit ihrer Empfehlung für die Einführung der geschlechterneutralen Sprache in der Verwaltung für Gesprächsstoff gesorgt. In der niedersächsischen Landeshauptstadt wird beispielsweise statt Lehrerinnen und Lehrer in Zukunft „Lehrende“ geschrieben. So sollen die Menschen unabhängig von deren Geschlecht angesprochen werden. In einigen Gemeinden und Städten der Region gibt es für so eine Änderung im Sprachgebrauch noch keine Handlungsempfehlung nach Hannoveraner Vorbild. Manche der hiesigen Verwaltungen achten aber bereits auf geschlechterneutrale Formulierungen.

„Das Bewusstsein für dieses Thema ist bei den Mitarbeitern da“, erklärt Ina Rau, Pressesprecherin der Stadt Bruchsal, auf BNN-Anfrage. Die hauseigene Gleichstellungsbeauftragte weise die Mitarbeiter auf Vergehen hin. Eine genaue Vorgabe gebe es Rau zufolge indes nicht: „In Pressetexten verwenden wir zum Beispiel Mitarbeitende“, sagt Rau. Es werden aber auch noch männliche und weibliche Formulierungen bei der Ansprache in Mitteilungen genutzt.

Stutenseer Oberbürgermeisterin : Gendergerechte Sprache betont „Vielfalt unserer Gesellschaft

In Stutensee könnte hingegen bald durchgehend von „Lehrenden“ die Rede sein. Für Oberbürgermeisterin Petra Becker hat die geschlechtergerechte Sprache eine hohe Bedeutung. So könnten sich mehr Menschen angesprochen fühlen. „Das betont die Vielfalt unserer Gesellschaft“, erklärt Becker. Verwaltungsübergreifend soll der Dialog weiterentwickelt werden.

Hauptamtsleiter aus Weingarten: „Wir wollen das angehen“

Konkreter geht es in Weingarten zu: Aktuell werde die Verwaltung mit der Zielsetzung neustrukturiert, in drei Monaten eine Empfehlung herauszugeben. „Wir wollen das angehen“, zeigt sich Hauptamtsleiter Oliver Russel optimistisch. „Wir stellen Regeln auf und arbeiten an der Umsetzung“, nennt er den aktuellen Sachstand. Bei eigenen Stellenausschreibungen werde neben den Buchstaben „m“ für männlich und „w“ für weiblich bereits ein „d“ für divers aufgelistet.

Ettlingen: keine konkrete Dienstanweisung

Auch Stellen in Ettlingen werden mit dem geschlechtsneutralen „d“ ausgeschrieben. „Damit soll die Gleichbehandlung für Intersexuelle gewährleistet werden“, erklärt Stefanie Heck von der Pressestelle. Eine konkrete Dienstanweisung gibt es aber auch in Ettlingen nicht. Heck erklärt auf Nachfrage, dass sowohl die Formulierung „MitarbeiterInnen“ sowie „Mitarbeitende“ in Texten vorkomme. Der so genannte „Genderstern“, der eine geschlechtsumfassende Ansprache ermöglichen soll, habe sich ihr zufolge in Ettlingen nicht durchgesetzt.

Linkenheim-Hochstetten: klares Veto

Ein klares Veto ist aus dem Rathaus in Linkenheim-Hochstetten zu hören: Eine Vorgabe zur geschlechterneutralen Schreibweise sei nicht geplant. „Im Arbeitsalltag ist das kein Thema“, sagt Pressereferentin Katja Stieb. Dafür werde Bürgermeister Michael Möslang zufolge sehr auf das Thema Gleichstellung von Frau und Mann geachtet.

Baden-Baden: keine Notwendigkeit für geschlechterneutrale Sprache

Auch Baden-Baden sieht keine Notwendigkeit, um den Sprachgebrauch zu verändern. Die Verwaltung richte ihre Schreiben an beide Geschlechter. „Wir bleiben bei der bisherigen Regelung“, stellt Oberbürgermeisterin Margret Mergen klar.