Auch künftig in kommunaler Hand: Die Gesellschafter des Klinikums Mittelbaden bekennen sich zu ihrer Trägerschaft. Alle vier Akutkliniken – das Foto zeigt den Standort Balg – sollen langfristig erhalten bleiben. | Foto: Kappler

Klinikum Mittelbaden

Krankenhaus-Verbund wird Defizit voraussichtlich halbieren

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Das Klinikum Mittelbaden wird voraussichtlich bis Ende des Jahres das 2016 bilanzierte Defizit von rund 4,8 Millionen Euro halbieren. Die positive Entwicklung im ersten Halbjahr stimme zuversichtlich, sagte der kaufmännische Geschäftsführer Jürgen Jung in einem Pressegespräch. „Wir sind auf einem guten Weg. Das ist nachhaltig“, bekräftigte er.

Die Sanierung im Klinikum geht planmäßig weiter

Jung wies darauf hin, dass die zu einer Einheit verschmolzenen Krankenhäuser Rastatt und Forbach nach 20 Jahren Defizit ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen könnten. In der Einheit Baden-Baden/Bühl werde die Konsolidierung noch ein, zwei Jahre dauern. Er betonte, bis auf die Akutkliniken wiesen alle Gesellschaften des Klinikums positive Abschlüsse vor. „Die finanzielle Sanierung geht planmäßig weiter“, versicherte der Geschäftsführer.

Die Gesellschafter bekennen sich zur kommunalen Trägerschaft

Dafür gibt es die volle Unterstützung der beiden Gesellschafter, des Landkreises Rastatt und der Stadt Baden-Baden. Beide bekennen sich zur langfristigen kommunalen Trägerschaft des Klinikums sowie zur Versorgungsstruktur und den Standorten in Mittelbaden. „Wir stehen zu 100 Prozent zu diesem Konstrukt“, sagte Oberbürgermeisterin Margret Mergen, die Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikums ist.

Der Krankenhaus-Verbund setzt auf eine wohnortnahe Versorgung

Die Gesellschafter hätten ein Interesse daran, dass der Verbund auf soliden Beinen stehe, weshalb sie das Eigenkapital deutlich erhöht hätten. Um attraktiv zu bleiben, sei es erforderlich, eine wohnortnahe medizinische Versorgung und den Angehörigen der Patienten kurze Wege zu bieten. Sie ist überzeugt, dieses tragfähige Konzept werde dem Klinikverbund die Zukunft für die nächsten 20 Jahre sichern.

Große Investitionen stehen an

Auch Rastatts Landrat Jürgen Bäuerle versicherte, die kommunalen Träger seien sich ihrer Verantwortung bewusst. Es sei richtig gewesen, die Kompetenzen zu bündeln, um alle vier Standorte der Akutkliniken zu sichern. Die schwierigen Entscheidungen der vergangenen Jahre hätten auch den Mitarbeitern viel abverlangt. Inzwischen werde aber deutlich, dass die Weichen richtig gestellt seien. „Wir wollen jetzt zeigen, dass wir auch liefern“, sagte Bäuerle und verwies auf die geplanten großen Investitionen in den Neubau eines Pflegeheims auf dem Campus in Bühl, das Mutter-Kind-Zentrum in Balg oder den Umbau des Pflegeheims Schafberg.

Die Sanierung am Standort Balg läuft

Jung rechnet damit, dass das Klinikum den Bauantrag für das Mutter-Kind-Zentrum, ein „Projekt mit Vorzeigecharakter“, Ende des Jahres stellen werde. Bis dahin werde auch die Sanierung der Stationen in Balg abgeschlossen sein. „Das läuft alles geräuschlos im Hintergrund“, erläuterte der Geschäftsführer und machte deutlich, dass dieses Vorhaben ohne die Fusion mit Bühl nicht möglich gewesen wäre, weil Balg ständig voll ausgelastet gewesen sei. Erst die Verlagerung bestimmter Aufgaben habe die Freiräume geschaffen, um die Sanierung anzugehen.

Weitere Informationen gibt es unter www-klinikum-mittelbaden.de.

Kommentar zum Thema: Das Klinikum Mittelbaden ist auf einem guten Weg. Die neuesten Nachrichten klingen vielversprechend: Angesichts der positiven Entwicklung im ersten Halbjahr zeichnet sich ab, dass der Verbund bis Ende 2017 sein bisheriges Defizit voraussichtlich halbieren wird. Geschäftsführer Jürgen Jung rechnet damit, in ein bis zwei Jahren sogar ein ausgeglichenes Ergebnis präsentieren zu können.
Der Konsolidierungskurs trägt also Früchte. Der Neustrukturierung war und ist mit teilweise tief greifenden Einschnitten und Veränderungen verbunden, unter den rigiden Vorgaben des Staates und der Krankenkassen aber wohl alternativlos. Es blieb gar keine andere Wahl, als Leistungen zu bündeln und Standorte zu fusionieren, um eine breite medizinische Versorgung zu garantieren.
Da kommt von den beiden Gesellschaftern das richtige Signal, indem sie sich zur langfristigen kommunalen Trägerschaft bekennen. Nur so ist auch künftig ein vielfältiges medizinisches Angebot in der Region gesichert.