Attraktion: Das historische Karussell auf der Fieserbrücke ist nicht nur bei den jungen Besuchern des Baden-Badener Christkindelsmarkts beliebt. Auch die Oma freut sich, mit ihrer Enkelin eine Runde auf dem Pferdchen zu drehen. | Foto: Kappler

Christkindelsmarkt Baden-Baden

Der Besucheransturm hält an

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Die Feiertage sind zwar vorbei, doch der Baden-Badener Christkindelsmarkt zwischen den Kolonnaden und rund um die Kurhauswiese erlebt nach wie vor einen riesigen Besucheransturm. Spätestens gegen rollt ein gewaltige Blechlawine in Richtung Innenstadt auf der Suche nach einem Parkplatz. „Belegt“ heißt es allerdings meistens auf den Hinweisschildern der Parkgaragen.

Die Straßen sind verstopft

Wenn die Besucher dann nach ihrem Bummel über den Christkindelsmarkt oder durch die City wieder nach Hause fahren, ist das auf den verstopften Straßen häufig nur im Schritttempo möglich. Bald wird es wohl wieder etwas ruhiger zugehen, denn am Freitag, 30. Dezember, haben die weihnachtlichen Buden zum letzten Mal geöffnet.

Händler und Organisatoren ziehen positive Bilanz

Händler und Veranstalter freuen sich über den großen Andrang. „Wir sind sehr zufrieden und ziehen eine positive Bilanz“, sagt Brigitte Goertz-Meissner, Geschäftsführerin der Baden-Baden Events (BBE), auf BNN-Nachfrage. Konkrete Zahlen liegen nicht vor. „Wir zählen ja nicht. Aber ich denke, dass es so viele Gäste wie im Vorjahr waren“, meint sie. Der Umsatz der Händler liege ebenfalls wieder auf dem Niveau von 2015.

Das Wetter spielt weitgehend mit

Zu dem Erfolg hat unter anderem das fast durchweg gute Wetter beigetragen. In den zurückliegenden Wochen war es fast ständig trocken, Regentage blieben die Ausnahme. „An kalten Tagen floriert natürlich das Geschäft mit Mützen und Schals“, betont Goertz-Meissner und ergänzt: „Und der Glühwein-Umsatz steigt.“

Das Konzept mit Rundgang bewährt sich

Goertz-Meissner zufolge hat es sich bewährt, den Rundgang von den Kolonnaden über das Kurhaus sowie die Trinkhalle und die Märchenstraße wieder zurück mit der Krippen-Ausstellung zu komplettieren. Vor einigen Jahren habe ein ähnliches Konzept nicht funktioniert, weil viele Besucher über die Kurhauswiese getrampelt seien und dort Schäden verursacht hätten. Inzwischen verhindern Absperrgitter unerwünschte Abkürzungen. Auch im nächsten Jahr soll es wieder eine Krippen-Ausstellung geben. „Das kam sehr gut an“, bekräftigt Goertz-Meissner.

Große Tröger versperren die Zufahrten

Sie ist erleichtert, dass beim Christkindelsmarkt trotz des Terroranschlags in Berlin eine friedliche Stimmung geherrscht habe. „Die Menschen sind dennoch gekommen. Es gab keinen Knick. Die meisten Gäste haben gesagt: jetzt erst recht“, versichert die Geschäftsführerin der BBE. Die Idee, die beiden Hauptzufahrten bei der Fieserbrücke und dem Dorint-Hotel Maison Messmer mit großen Trögen zu versperren, habe es schon vor dem Attentat in Berlin gegeben. „Wir haben einfach unsere Lehren aus Nizza gezogen“, betont Goertz-Meissner. Nach Absprache mit der Feuerwehr seien die beiden Kübel bereits einige Tage vor dem Berliner Anschlag platziert gewesen.

Dichtes Gedränge: Auch nach den Feiertagen verzeichnet das Budendorf einen großen Ansturm.
Dichtes Gedränge: Auch nach den Feiertagen verzeichnet das Budendorf einen großen Ansturm. | Foto: Kappler

Markt ist beliebt „zwischen den Jahren“

Einer der am längsten dauernden Christkindelsmärkte geht am 30. Dezember zu Ende. Goertz-Meissner zufolge war die ursprüngliche Überlegung, den Markt über die Feiertage bis zum 30. Dezember zu öffnen, ein Entgegenkommen an die auswärtigen Gäste. „Viele reisen erst am 23. oder 24. Dezember an und wir wollten diese Besucher nicht vor verschlossenen Buden stehen lassen“, erläutert sie. Inzwischen nutzten auch viele Einheimische und Gäste aus der Region die Tage „zwischen den Jahren“, um mit der Familie oder mit Freunden ein paar gemeinsame Stunden beim Christkindelsmarkt zu verbringen.

Kommentar zum Thema

Überall strahlende Gesichter: Händler und Organisatoren freuen sich über einen Christkindelsmarkt, der friedlich geblieben ist und gute Umsätze beschert hat. Die Besucher sind glücklich, dass das weihnachtliche Treiben über die Feiertage hinweg dauert und den Markt auch zwischen den Jahren zu einem beliebten Treffpunkt macht. Einzelhändler, Gastronomen und Hoteliers sind ebenfalls zufrieden, weil der Christkindelsmarkt ein riesiger Besuchermagnet ist und ihnen zusätzliche Geschäfte garantiert.

Es steht außer der Frage: Der Christkindelsmarkt ist ein echter Glücksfall für die Stadt, von dem unterm Strich alle profitieren. Und das in einer Zeit, die früher in touristischer Hinsicht nicht zu den stärksten Wochen des Jahres zählte. Der Markt trägt dazu bei, die City zu beleben und Akzente zu setzen.
Weniger erfreulich ist jedoch die Verkehrssituation. Die Stadt wird ihr Konzept wohl nachbessern müssen. Immer noch steuern zu viele unbelehrbare Autofahrer die Innenstadt an. Die Folge: Dort geht dann häufig gar nichts mehr.