Die Bereitstellung von Wohnbauflächen und eine befriedigende Lösung, um den Durchgangsverkehr zu minimieren, stehen im Baden-Badener Stadtteil Haueneberstein ganz oben auf der Wunschliste. Auf dem Foto links in der Mitte die Wohnbaufläche „In der Au“. | Foto: Bernd Kappler

Baden-Badener Stadtteil feiert

Viel zu tun in Haueneberstein

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Eigentlich hätte mit der Umgestaltung der Alten Dorfstraße bereits vor Wochen die Sanierung des Ortskerns im Baden-Badener Stadtteil  Haueneberstein begonnen werden sollen. Wegen überhöhter Preise wurde daraus nichts. Bürgermeister Alexander Uhlig hatte die Ausschreibung „kassiert“. Zwischenzeitlich liegt ein neuer Zeitplan vor, berichtet Ortsvorsteher Hans-Dieter Boos im BNN-Gespräch.

Umbau in Haueneberstein

Die Alte Dorfstraße ist jetzt zeitlich nach hinten geschoben worden, stattdessen soll im kommenden Jahr mit dem „zweiten“ Bauabschnitt, dem Umbau der Karlsruher Straße begonnen werden. Zwei Baustellen so dicht nebeneinander wären zu viel geworden. Läuft alles nach Plan, könnte 2021 alles fertig sein.
Bereits in diesem Jahr soll noch mit dem Umbau des Rathauses begonnen werden. Der Bauantrag steht am Dienstag auf der Tagesordnung des Ortschaftsrates (wir berichteten).
Hoffnung hat Boos, dass mit der Umgestaltung der Karlsruher Straße und auch später des Rathausplatzes bis zum Herrenpfädel Durchgangsverkehr vergrämt werden kann. Denn trotz Umgehungsmöglichkeit über die B 3 leiden die Hauenebersteiner immer noch unter Verkehrsteilnehmern, denen der kurze Weg augenscheinlich der liebste ist.

Haueneberstein steckt am Wochenende ganz in Festlaune. Links und rechts vom Eberbach wird vor malerischer Kulisse gefeiert. | Foto: Erika Kimmig

Dazu zählt auch das Herrenpfädel, beliebt als Abkürzung zur Stadtklinik oder in die Weststadt. Messungen mit dem Radaranhänger hätten in kurzer Zeit zwar 400 Beanstandungen erbracht, allerdings könne nicht behauptet werden, dass dort gerast werde. Nur vier Anzeigen habe es gegeben. Das Grundproblem sei vielmehr die Verkehrsbelastung in der engen Wohnstraße. Ob weitere Parkplätze als Tempobremse dienen können, müsse der Ortschaftsrat demnächst beraten.

Problem Wohnraum und Bauplätze

Das zweite große Problem heißt Wohnraum, erläutert Hans-Dieter Boos im 4 200-Seelen-Stadtteil. Die gerade fertig werdenden Wohnungen bei dem Familienheim seien weggegangen wie warme Semmeln. Die Stadt verfüge derzeit überhaupt über keine Wohnung und auch über keinen Bauplatz.
Bei der Bauplatzfrage hofft der Ortsvorsteher, dass das Baugebiet „In der Au II“ alsbald in die erste Priorität im Wohnbauflächenmanagement hochgestuft werden kann. Die Voraussetzungen seien zwischenzeitlich sehr gut. 30 Prozent der Eigentümer seien verkaufsbereit, weitere 30 bis 35 Prozent seien an einer eigenen Bebauung innerhalb der gesetzten Fristen interessiert. Natürlich, so Boos, habe es auch negative Antworten gegeben und einige Eigentümer hätten sich gar nicht gemeldet.

Entwicklungspotenzial steckt auf dem Rathausplatz. Mit dem Umbau des Rathauses in Haueneberstein soll demnächst begonnen werden. | Foto: Bernd Kappler

Nächster Schritt wäre die Suche nach einem privaten Entwickler, der sich des 4,4 Hektar großen Gebiets, das im Flächennutzungsplan als Mischgebiet ausgewiesen ist, annimmt.
Die zweite planerisch ausgewiesene Fläche im Süden des Stadtteils westlich von der Ortseinfahrt, die Ooser Äcker, will Boos im kommenden Jahr voranbringen, wobei dort artenschutzrechtliche Hürden zu nehmen sind. Zum Teil hätten auch dort Eigentümer im Sinne des Wohnbauflächenmanagements ihre Grundstücke bereits an die Stadt verkauft.

Kommentar
Ortsvorsteher Hans-Dieter Boos strahlt in Haueneberstein mit der Sonne um die Wette, schließlich steht mit dem Eberbachfest am kommenden Wochenende das wichtigste Ereignis im zweijährigen Turnus auf dem Programm. Viele Gäste werden erwartet, vor allem aber finden anlässlich des Events „Ehemalige“ an den Eberbach zurück, treffen sich mit der Familie oder feiern mit Freunden. Und: Der Ort präsentiert sich herausgeputzt.
Was den Ortsvorsteher im BNN-Gespräch witzeln lässt: „Am liebsten wäre mir im Frühjahr ein offizieller OB-Besuch und im Herbst das Eberbachfest, dann wäre das ganze Jahr über gefegt.“ Dabei muss sich Hans-Dieter Boos am allerwenigsten um den örtlichen Zusammenhalt Sorgen machen. Das Kleinklima untereinander sei überragend stellt er fest, verweist auf ein intaktes Vereinsleben und über einen Zusammenhalt über Parteien hinweg. Boos: „Wenn’s um ‘Eberschte’ geht, sprechen wir mit einer Stimme.“
Da muss doch bei einem Stolz bildenden Ereignis wie dem Eberbachfest doch pure Freude aufkommen. Die Zelte stehen, die Würste sind bestellt, die Instrumente griffbereit, also kann’s losgehen. Bleibt der Festgemeinde nur zu wünschen, dass sie von importierten Krawallmachern verschont bleibt.