Die Studenten der OWL aus Detmold fertigen Skulpturen und Möbel aus ganzen Baumstämmen an. Die müssen erst einmal aufgeteilt werden. Karl Manfred Rennertz gibt dazu Tipps.

Sommerakademie in Baden-Baden

Holz in seiner ursprünglichsten Form

Anzeige

Den Werkstoff Holz mit all seinen Eigenheiten erleben, das können seit Montag 18 Studenten für Innenarchitektur an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (OWL). Gemeinsam mit ihrem Dozenten Karl Manfred Rennertz sind sie zur diesjährigen Sommerakademie nach Baden-Baden gereist. Noch bis Freitag werden sie auf dem Florentinerberg aus Baumstämmen Möbel und Skulpturen fertigen.

Sommerakademie als „Institution“

Es ist bereits das 14. Mal, dass die Studenten aus Detmold in die Kurstadt kommen. Die Idee dazu stammte von Rennertz, der selbst in Baden-Baden lebt. Das Jahr der ersten Sommerakademie war gleichzeitig auch sein erstes Jahr an der OWL in Detmold. Markus Brunsing vom Fachgebiet Park und Garten der Stadt Baden-Baden erinnert sich noch gut an die ersten Kunstwerke aus dem Jahr 2005. „In 14 Jahren ist die Sommerakademie auf dem Florentinerberg zu einer Marke geworden“, lobt er.

Die natürlichen Eigenschaften zu finden, die der Werkstoff sonst verheimlicht – das ist die Aufgabe der Studenten. Geruch, Fasern, Gewicht und Farbe, alles müssen sie selbst feststellen, erleben und in ihre Arbeit mit einfließen lassen. Im Vorfeld hat jeder bereits ein kleines Vormodell aus Ton hergestellt. Einige, darunter ein Einhorn, haben ein wenig beim Transport gelitten, aber die Vorstellung ist fest in den Köpfen der jungen Leute verankert.

18 Studenten nehmen in diesem Jahr an der Sommerakademie des Baden-Badener Bildhauers und Dozenten Karl Manfred Rennertz (mit Hut) teil. Zur Eröffnung waren auch Markus Brunsing vom Gartenamt und die Leiterin des Kulturbüros Petra Heuber-Sänger (beide hinten rechts) gekommen.

Doch erst müssen die Formalien erfüllt werden, wie Karl Manfred Rennertz es nennt. Für den Baden-Badener Bildhauer ist es wichtig, dass seine Studenten den Werkstoff Holz aus einer anderen Perspektive sehen lernen, als sie ihn sonst gewohnt sind – nicht als fertiges Brett, sondern in seinem ursprünglichen Zustand als Stamm. Das Holz für das Kunstprojekt stammt aus örtlichen Parks, unter anderem Linde und Tulpenbaum.

Besonderheiten der Stämme sollen ausgenutzt werden

Dann geht es auch schon an die Planung. Jeder Student soll ein eigenes Stück anfertigen, doch dazu müssen zunächst einmal das Holz aufgeteilt werden. Die Besonderheiten der Stämme sind dabei zu berücksichtigen. „Alles, was man später nicht wegschlagen muss, ist gesparte Arbeit“, so Rennertz. Lena Flötotto hat bereits den Meterstab herausgeholt und beginnt, den Stamm auszumessen. Einen Kopf möchte sie anfertigen. Diesen Plan hat auch ihre Kommilitonin Jennifer Amuta. Sie hat bereits im vergangenen Jahr einen Kopf gemacht, das Arbeitsmaterial war damals Beton. „Ich freue mich besonders darauf, herauszufinden, wo die Unterschiede dann liegen werden“, sagt sie.

Lena und Jennifer sind beide im achten Semester und nicht zum ersten Mal in Baden-Baden mit dabei. Die Sommerakademie wird jedoch für alle Semesterstufen übergreifend angeboten. Es wird voraussichtlich die letzte sein – zumindest in dieser Form. Rennertz, der sich selbst als „holzsüchtig“ bezeichnet, geht bald in Ruhestand. Ob und in welcher Form er die Sommerakademie weiterführen wird, steht zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht fest.

Die fertigen Werke werden am Freitag, 10. Mai um 17 Uhr im Rahmen einer Vernissage auf dem Florentinerberg vorgestellt.