Waltraud Hartmann fand sich mit ihren Fragen bei Ulrich Kritzer (links) und Thomas Sebold vom Info-Team in besten Händen. | Foto: Bernd Kappler

Novum im Land

Info-Teams beim G-20-Gipfel

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„Das haben wir auch schon anders erlebt.“ – Thomas Sebold und Ulrich Kritzer, zollen den Baden-Badenern hohes Lob und heben vor allem deren Verständnis hervor. Die beiden Polizeibeamten gehören zu einem von insgesamt drei Info-Teams, die  beim Finanzministertreffen sozusagen als lebendige Litfaßsäulen in Baden-Baden unterwegs sind. Ihr Ziel: Auskunft geben und helfen, wo es nur geht. Für die Polizeiarbeit in Baden-Württemberg ein Novum.

Viele Fragen zum G-20-Gipfel

Das war zum Auftakt des Gipfels am Freitag zumindest in der relativ entvölkerten Innenstadt zwar etwas weniger gefragt, aber immer wieder kamen die mit gelbgrünen Warnwesten deutlich erkennbaren Info-Teams mit Ratsuchenden ins Gespräch. Wo sind Akkreditierungen zu bekommen, wie komme ich in mein Hotel, muss ich am Samstag mein Geschäft schließen und kann ich meine zwölfjährige Tochter getrost alleine Bus fahren lassen? Das waren nur einige von vielen Fragen. Der Informationsbedarf ist gegeben, stellen Thomas Sebold und Ulrich Kritzer fest.

Und: Die Polizei durfte auch den Helfer in allen Lagen spielen: Am Donnerstagabend entdeckte das Team vor dem Museum LA8 an der vorübergehend stillgelegten Bushaltestelle eine ältere Dame, die auf den Bus wartete. Wegen ihrer Sehbehinderung konnte sie nicht erkennen, dass gar kein Bus kommen wird. Die Beamten wollten sie sogar nach Hause bringen, das habe sie jedoch resolut abgelehnt.

Anti-Konflikt-Teams

Neben dem Info-Team sind während des G-20-Treffens auch mehrere Antikonflikt-Teams unterwegs, wie Bernhard Brenner erläutert. Diese „taktische Kommunikation“ war im Übrigen genau vor acht Jahren beim Nato-Gipfel in Baden-Baden erstmals in Baden-Württemberg zum Einsatz gekommen. Zwischenzeitlich sind sie bei jeder größeren Demonstration Standard, so Brenner. Ihre Aufgabe: gegensätzliche Interessen ausgleichen. „Wir nehmen immer Kontakt auf zu den Einsatzleitern und erklären die polizeilichen Maßnahmen.“ Da die Teams immer aus den gleichen Personen bestehen, verfügen die Beamtinnen und Beamten zwischenzeitlich über viel Erfahrung im Umgang mit sich aufladenden Situationen. Ihr Fazit: „Es hat schon immer etwas gebracht, miteinander zu reden.“

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