Kaum zu glauben: Ferngesteuerte Jalousien sollen das Kennzeichen verdecken. Wer so etwas nutzt, macht sich strafbar. | Foto: dpa

Kennzeichen-Rollo

James Bond in Baden-Baden?

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Der Vorfall machte bundesweit Schlagzeilen: Die Polizei in Oberfranken hatte auf der A 9 bei Bayreuth einen 54-Jährigen mit Baden-Badener Kennzeichen gestoppt, weil die Beamten an dem Fahrzeug eine elektrisch betriebene Jalousie entdeckten, mit der das Kennzeichen per Knopfdruck verdeckt werden kann. Einzelfall? Möglicherweise nicht. James Bond könnte Brüder haben.

„Einmal im Leben James Bond“

Ein Verkehrsteilnehmer in Baden-Baden berichtete der BNN-Redaktion gleich von zwei Fahrzeugen, die ihm in den vergangenen Tagen mit einem „schwarzen“ vorderen Kennzeichen entgegengekommen waren. Einmal ein helles und einmal ein dunkles Auto. Mehr konnte er im Vorbeifahren nicht erkennen.
Bei der Polizei sind entsprechende Hinweise nicht eingegangen, wie Polizeisprecher Patrick Bergmann von der Polizeidirektion Offenburg berichtet. Ebenso die Stadtverwaltung. Bei den fotografisch dokumentierten Rotlicht- oder Tempoverstößen sei bislang keine Jalousie entdeckt worden.

Verkauf via Internet

Dass sich das ändern könnte, liegt auf der Hand, denn die Vorrichtungen, die per Knopfdruck das vordere oder hintere oder auch beide Kennzeichen unsichtbar machen, werden zum Teil für unter 60 Euro bereits seit Jahren im Internet angeboten. Einer der Anbieter hebt seine deutsche Ware sogar vor der chinesischen hervor. Diese sei wegen des hohen chinesischen Frachtanteils deutlich billiger. Einer der Werbesprüche: „Einmal James Bond sein, mit dem Kennzeichen Rollo für 62,30€!“
Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass solche Rollos in Deutschland überhaupt nicht zulässig seien, auch nicht bei stehenden Fahrzeugen.
Andere Beiträge: „Endlich umsonst Tanken, DANKE!“ oder „Ich kenne jemanden der fährt schon seit rd 6 Monaten mit dem Teil durch die Lande. Klappt sehr gut – keine Knöllchen mehr durch Blitzer. Somit hat sich der Preis seinerzeit von rd. 150 € für ihn schon mehrfach gerechnet.“

Bis zu einem Jahr Haft drohen

Alles Unsinn sagt das Straßenverkehrsgesetz. Wer sein Kennzeichen gegen ein anderes, austauscht oder fälscht oder die Erkennbarkeit beeinträchtigt, begeht eine Straftat. Dabei genügt es, wenn das Fahrzeug im öffentlichen Straßenraum anzutreffen ist, also auch parkende Fahrzeuge sind betroffen. Die Folgen: Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr.