Der umjubelte Jungregisseur Maximilian von Mayenburg gibt mit Friedrich Schillers "Don Karlos" in Baden-Baden sein Debüt auf der Freilichtbühne. Es ist seine dritte Zusammenarbeit mit dem Theater Baden-Baden. | Foto: Manzey

Theatertage Baden-Baden

Junger Regisseur mit altem Stück

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In seiner dritten Zusammenarbeit mit dem Theater Baden-Baden wagt der gefeierte Jungregisseur Maximilian von Mayenburg den Schritt ins Freie: Zu den Theatertagen inszeniert er Friedrich Schillers „Don Karlos“ als Freilichttheater vor der eindrucksvollen Kulisse der Baden-Badener Stiftskirche auf dem Marktplatz – und auf einem mehrstöckigen Baugerüst.

Auf den ersten Blick ist es nur ein Baugerüst an einer Kirche. Auf den zweiten Blick jedoch verwandelt es sich in den Hintergrund eines spannenden Polit-Thrillers, einer Liebesgeschichte, einer Erzählung um Macht und Ränke. Vor der eindrucksvollen Kulisse der Stiftskirche inszeniert der umjubelte Jungregisseur Maximilian von Mayenburg auf dem Marktplatz Friedrich Schillers „Don Karlos. Infant von Spanien“.

Freilichtinszenierungen stellen ganz eigene Herausforderungen

Für von Mayenburg ist es erst die dritte Zusammenarbeit mit dem Theater Baden-Baden und die erste Freilichtinszenierung seiner noch jungen Karriere. „Die Herausforderung besteht nicht darin, eine Theaterbühne nachzuformen, sondern den gesamten Raum zu nutzen“, betont er.

Bei seiner Inszenierung von „Don Karlos“ spielt Regisseur Maximilian von Mayenburg mit verschiedenen Ebenen. Kulissengrundlage ist ein mehrstöckiges Baugerüst, auf dem die Schauspieler in bis zu acht Metern Höhe agieren. | Foto: Manzey

Eine Schlüsselrolle kommt dabei der Akustik zu. Die Stimmen der Schauspieler müssen eine relativ große Entfernung überbrücken, ohne dass die Szenen die „Intimität verlieren, die im Stück auch eine wichtige Rolle spielt“. Auch Auf- und Abgänge werden durch die Freiluftbühne erschwert. Mayenburg setzt deshalb auf ein Spiel mit verschiedenen Ebenen und gleichzeitig stattfindenden Handlungen.

Junger Regisseur hat keine Angst vor altem Stoff

Die eigene Jugend empfinde er dabei weniger als Herausforderung, sondern vielmehr als große Freiheit. „Ich versuche, für jedes Stück eine neue Sprache zu finden. Dabei kann ich noch so vieles ausprobieren.“ Von Mayenburg, der an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin ursprünglich Gesang studierte, war über die Wahl für seine Inszenierung sofort begeistert. „Die Arbeit mit Text ist für mich etwas Neues und bietet einen besonderen Reiz. In der Oper steht die Musik im Vordergrund, im Theater komponieren die Schauspieler die Musik quasi selbst.“

Mit Michael Laricchia, der den Philipp spielt, ist sogar ein alter Bekannter im Ensemble vertreten. Laricchia wirkte bislang in allen Inszenierungen von Mayenburgs mit. Teilweise stehen auch bereits die Originalrequisiten auf dem Baugerüst rund um die Stiftskirche. Das Gerüst stellte den jungen Regisseur vor ganz eigene Herausforderungen: Einige Schauspieler leiden unter Höhenangst und fühlen sich auf den vier verschiedenen Ebenen des Baugerüsts in bis zu acht Metern Höhe mulmig. „Aber nur König Philipp muss ganz nach oben auf die oberste Ebene“, erklärt von Mayenburg – „und der ist Gott sei Dank schwindelfrei.“ Seine weniger höhenversierten Schauspielerkollegen wurden einfach bodennäher eingesetzt.

Don Karlos feiert am Samstag, 22. Juni, um 19.45 Uhr auf dem Marktplatz Premiere. Zuvor ist am Sonntag, 16. Juni, um 11 Uhr eine Matinee. Weitere Aufführungen finden am 23. Juni, 28. bis 30. Juni, 3. bis 7. Juli und am 12. Juli jeweils um 19.45 Uhr auf dem Marktplatz statt.

Bei schlechtem Wetter entfällt die Vorstellung, die Bekanntgabe erfolgt jeweils am Spieltag ab 16 Uhr im Internet unter www.theater-baden-baden.de. Besucher können sich aber auch unter (0 72 21) 93 27 77 telefonisch erkundigen. Im Falle einer wetterbedingten Absage können die Theaterkarten kostenlos beim Ticketservice Baden-Baden in einen anderen Termin getauscht werden.

An den Vorstellungstagen steht Besuchern ein Taxi-Shuttle zur Verfügung. Abfahrt ist um 19 Uhr am Theater, die Rückfahrt erfolgt dann schließlich nach der Vorstellung. Das Taxi muss jeweils am Spieltag bis 15 Uhr entweder an der Theaterpforte oder telefonisch unter (0 72 21) 93 27 77 bestellt werden.