REPARATUREN sind nach der harten Frostperiode unter den Dächern der Flüchtlingsunterkünfte beim Waldseeplatz notwendig. Aufgrund des großen Temperaturunterschiedes habe sich dort Kondenswasser gebildet. Es werde auf Gewährleistung repariert. | Foto: Bühler

Flüchtlinge in Baden-Baden

Kaum Leerstände zum Jahresende

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„Wir haben es in der Flüchtlingskrise geschafft, dass niemand in einer Turnhalle untergebracht werden musste. Wir haben natürlich die gesellschaftliche Verantwortung auszugleichen und können gesellschaftliche Gruppen nicht miteinander ausspielen. Wir haben uns auf den Weg gemacht, preiswerten Wohnraum zu schaffen, aber das muss auch erst einmal erarbeitet werden“, bilanzierte Bürgermeister Michael Geggus im Sozialausschuss die Flüchtlingssituation in Baden-Baden.

Neubau in Sandweier nicht benötigt

Nach der momentanen Einschätzung gebe es bis Jahresende aufgrund des steten Wechsels von bewilligten Flüchtlingen in die Anschlussunterbringung „so gut wie keinen Leerstand“, führte Michael Geggus weiter aus. Aufgrund der aktuellen Entwicklung der Flüchtlingszahlen werden die Unterkünfte „Im Heitzenacker“ sowie in Sandweier der Neubau „Rheintalstraße“ nicht für die Unterbringung von Flüchtlingen benötigt. „Wir beabsichtigen den Neubau in der Rheintalstraße dem sozialen Wohnungsbau zuzuführen. Entsprechende Anträge werden nun bei der L-Bank gestellt“, sagte Geggus. Die städtische Bautochter GSE geht davon aus, dass die neuen Wohnungen in Sandweier bereits im September bezugsfähig sind.

Abarin und Vincentius frei

Die Kosten für die Erstellung der Unterkunft „Heitzenacker“ werde dem Land Baden-Württemberg, soweit sich dafür keine andere Verwendung findet, in Rechnung gestellt. Die Unterkünfte im ehemaligen Hotel Abarin und auf dem Vincentius-Areal wurden zurückgegeben und die Personen auf andere Standorte verteilt.
Durch die laufende Umstrukturierung der Flüchtlingsunterkünfte in die Anschlussunterbringung werde mehr Wohnfläche benötigt. „Demzufolge wird die freie Kapazität nach jetziger Einschätzung bis zum Jahresende 2017 nur noch bei 32 Plätzen liegen, was in etwa drei Prozent der genutzten Unterkunftsplätze entspricht“, erklärte Geggus.

Puffer ist notwendig

Dieser Puffer sei vonnöten, weil aufgrund der welteit- und europaweiten Unsicherheiten die Zahl der Flüchtlinge sich bis Jahresende schnell wieder verändern könnte. Hinzu komme ein Familiennachzug in größerem Umfang bei den zwischenzeitlich anerkannten Flüchtlingen aus Syrien. Die Personen fänden auf dem ohnehin angespannten Wohnungsmarkt in der Kurstadt kaum bezahlbaren Wohnraum.

Insgesamt 950 Flüchtlinge

In der Summe geht die Stadtverwaltung bis zum Jahresende 2017 von 950 unterzubringenden Personen aus. Gut sei, dass nahezu sämtliche genutzten Flüchtlingsunterkünfte der Stadt Baden-Baden als Anschlussunterkünfte dienen können, zeigte sich Michael Geggus einmal mehr optimistisch. Dennoch werde die Situation weiter schwierig bleiben. Der Gemeinderat wird wie bisher üblich monatlich über die Situation unterrichtet.

Arbeitskreis zu Getto-Bildung

Das Thema Durchmischung beschäftigte die Gemeinderäte: „Wir müssen aufpassen, dass sich zum Beispiel in der Aumattstraße keine Gettos bilden“, gab Ingrid Kath (CDU) zu bedenken. „Das ist ein wichtiges und sensibles Thema. Die betreffenden Fachleute aus dem sehr engagierten Ehrenamt, der Politik und Verwaltung sollten diesbezüglich einen Arbeitskreis bilden“, regte Geggus an, verschwieg jedoch nicht, dass es trotz guter Ansätze dabei auch Enttäuschungen geben könnte

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