Die Kraft der Klangschale demonstriert Norbert Kasprowski. | Foto: Lienhard

120 Firmen und Marken

Klangschalen, Waldbaden und Gesundheitsbeeren: Die Trends bei den Deutschen Wellnesstagen in Baden-Baden

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Mit einem Besucherrekord sind die 14. Deutschen Wellnesstage im Baden-Badener Kongresszentrum zu Ende gehen. 120 Firmen und Marken waren bei der zweitägigen Ausstellung vertreten, die zahlreiche Wellnessangebote präsentierte.

Der Sehnsuchtsort der Seele ist nicht exakt kartografiert; wie sollte er auch? Denn es gibt ihn nicht, „den“ Sehnsuchtsort: so viele Menschen, so viele unterschiedliche Vorstellungen davon. Eine Ahnung dieser Vielfalt vermittelten die 14. Deutschen Wellnesstage im Kongresszentrum, die mehr als 6.000 Besucher anzogen. Sie waren vor allem am Sonntag ein Publikumsmagnet und wurden so für den Veranstalter, der von einem Besucherrekord sprach, und die Aussteller zu einem vollen Erfolg.

Eine veränderte Ausrichtung

120 Firmen und Marken waren vertreten, und die Mixtur zielte auf ein Lebensgefühl, sagte Dorit Schambach vom Veranstalter redspa media. Der Verlag organisierte die Messe zum mittlerweile fünften Mal. Mit dem Veranstalter habe sich auch die Ausrichtung verändert, meinte Schambach: „Unser Begriff von Wellness reicht von Fragen der Gesundheit über Achtsamkeit bis zum Reisen.“

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Die Veränderung habe auch zu einer veränderten Ausstellerstruktur geführt. So seien mittlerweile beispielsweise anders als früher auch Wellnesshotels vertreten.

 

Hans-Peter Niehoff demonstriert eine Shiatsu-Behandlung. Foto: Lienhard

Anwendungen an Ort und Stelle

Sehr gefragt seien Anwendungen an Ort und Stelle, nicht nur in Sachen Beauty. Hans-Peter Niehoff vom Samariter Fastenzentrum in Volkertshausen führt gerade eine Shiatsu-Behandlung aus. Die sanfte Massage aus Japan habe eine 700-jährige Geschichte, erzählt er. Helfen könne sie Unfallopfern oder auch bei Sportverletzungen, „wenn sie in der westlichen Medizin austherapiert sind“.

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Der Träumerleblick

Norbert Kasprowski aus Hilden schwört derweil auf Klangschalen und führt dem Besucher ein Wirkungsdetail vor. Die Klangschale legt er auf den Rücken, sanft schlägt er sie, und dann ist sie körperlich zu spüren, die von der Klangschale ausgehende Vibration – zumindest dann, wenn man sich darauf einlässt und in sich hineinspürt. Dass dies gerade geschieht, verrate der „Träumerleblick“ des Besuchers, sagt Kasprowski; die Umgebung ist ausgeschaltet, die Konzentration gilt dem Innenleben.

Mitmachen ist erwünscht

Dass Besucher solcherlei Angebote an Ort und Stelle ausprobieren können, ist den Veranstaltern ein großes Anliegen: „Mitmachen ist wichtig“, sagt Dorit Schambach. Deshalb gibt es auch Neuerungen wie Tanz-Workshops oder „Karate zum Mitmachen“.

Eine ganz besondere Form des Mitmachens findet sich an den Ständen, die sich den vielfältigen Aspekten der Ernährung widmen, und Probieren ist ausdrücklich erwünscht. Auch purer Genuss kann Wellness bedeuten, wenn etwa ein Gläschen „Chocolate in a Bottle“ kredenzt wird: eine Verschmelzung von Chardonnay und belgischer Schokolade.

 

Gutes für die Füße: Zahlreich waren die Angebote im Kongresszentrum. Foto: Lienhard

Die Gesundheitsbeere

Am Stand nebenan steht die „Gesundheitsbeere“ im Mittelpunkt. Annerose Rettig von Rettigs Hofladen im Acherner Stadtteil Mösbach ist zum zweiten Mal bei den Wellnesstagen dabei. Sie sieht in der zweitägigen Veranstaltung eine gute Gelegenheit, für ihr Angebot zu werben: „Baden-Baden ist gerade mal eine halbe Stunde entfernt, da kann man einen Besuch bei uns auch mit einem Ausflug verbinden.“

Im Mittelpunkt ihres Stands steht die Aroniabeere, „die ist supergut für die Gesundheit, voller Antioxidantien und entzündungshemmender Polyphenole“. Seit zehn Jahren pflanze sie die Beere bereits an, die heidelbeergroß sei, der Johannisbeere ähnle und keinerlei Pflanzenschutzmittel benötige: „Nicht einmal die Essigfliege geht dran“, lacht Rettig.

Lotse durch die Wellnesswelt

Auch vergleichsweise jungen Trends spüren die Wellness-Tage nach. Das Waldbaden ist ein Beispiel dafür. Iris Lang berichtet von der Trainerausbildung, die unter anderem im Bühler Kloster Maria Hilf angeboten werde. Es gehe darum, das Ökosystem Wald wieder mit allen Sinnen zu genießen.

Seinen Ursprung habe das Waldbaden in Japan, sagt Lang. Da die Forschung dort von sehr positiven Ergebnissen berichte, gewinne es auch in Europa zunehmend an Bedeutung – und sind so auch ein Thema für den Lotsen durch die Welt der Wellness, die Deutschen Wellnesstage.