Lachend auf der Zielgeraden zum Weltkulturerbe: Volkmar Eidloth, Alexander Uhlig, Margret Mergen, Claus Wolf und Lisa Poetschki (von links). | Foto: Bernd Kappler

Baden-Baden hofft

Klappt das mit Weltkulturerbe?

Bei der Bewerbung ums Weltkulturerbe „Great Spas of Europe“ geht es in Baden-Baden auf die Zielgerade. Nachdem das Thema Thema im Bauausschuss gewesen war und alsbald erneut werden wird, zog OB Margret Mergen im Beisein des Präsidenten des Landesamtes für Denkmalpflege, Claus Wolf, Zwischenbilanz. Bis zum 1. September wollen die elf im Rennen um den gemeinsamen Antrag übrig gebliebenen Städte aus acht Ländern die Vorabeinreichung beim Welterbezentrum der Unesco in Paris vollziehen. Die eigentliche

Bewerbung um Weltkulturerbe im Januar 2018

Bewerbung soll dann Ende Januar 2018 in Paris vorgelegt werden. Im Sommer 2019, so der Zeitplan, könnte es dann eine Entscheidung geben. 13 Jahre nachdem der Freundeskreis Lichtentaler Allee die Idee geboren hatte und im Rathaus Mitstreiter gefunden hatte, wie deren Vorsitzender Hans-Peter Mengele nochmals feststellte.

Ob es klappen wird? Diese Frage kann im Moment niemand beantworten, denn ausschlaggebend wird sein, wie das schwächste Glied in der Kette der elf Städte Spa (Belgien), Baden-Baden, Bad Ems, Bad Kissingen, Vichy (Frankreich) Bath (Großbritannien), Montecatini Terme (Italien) Baden bei Wien (Österreich) sowie Franzensbad, Karlsbad und Marienbad (alle Tschechien) bewertet werden wird.

Fünf Städte ausgeschieden

Fünf weitere Städte waren bekanntlich im vergangenen Jahr ausgeschieden, nachdem eine neutrale Vergleichsstudie zu 45 europäischen Badestädten die Kriterien nochmals abgeklopft hatte.
Aber auch auf der Zielgeraden gibt es noch viel zu tun, verdeutliche Lisa Poetschki, die die Weltkulturerbe-Bewerbung im Baden-Badener Rathaus koordiniert. Bestandteil der Bewerbung ist nämlich auch die Einbindung der Bevölkerung. Nachdem die fachlichen Kriterien zusammengetragen sind, will man mit Druckschriften, Informationsveranstaltungen und Workshops die Kulturerbe-Idee ins Bewusstsein rücken. Das Konzept dafür werde alsbald dem Bauausschuss vorgelegt, so Lisa Poetschki.

Kein neues Recht

Bürgermeister Alexander Uhlig betonte nochmals, dass durch die Unesco kein neues Recht geschaffen werde, das die Stadtentwicklung hemmen könnte. Vielmehr könne Baden-Baden auf zahlreiche Schutzmechanismen zurückgreifen. Diese, so der Koordinator auf Landesebene, Volkmar Eidloth vom Landesamt für Denkmalpflege, seien sogar die Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung. Baden-Baden, so betonte Eidloth nochmals, habe als Bäderstadt des 19. Jahrhunderts eine ganz besondere Stellung in Europa. Will heißen: Sollte die Bewerbung scheitern, dann läge es nicht an der Stadt an der Oos. Dies wünscht sich auf keinen Fall Denkmalpräsident Claus Wolf. Bei einer Zurückstellung würde man wenigstens noch eine zweite Chance bekommen.