Persönliche Beratung: Zwei Besucher des Baden-Badener Bausalon informieren sich am Stand der Energieagentur Mittelbaden. | Foto: Körner

Fortsetzung am Sonntag

Bausalon in Baden-Baden: Klimaschutz wird für Häuslebauer immer wichtiger

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Mehrere Hundert Besucher haben sich am Samstag bei der Baumesse Bausalon in Baden-Baden über die neuesten Trends beim Renovieren und Energiesparen informiert. Experten hielten Vorträge, unter anderem zu den Themen Einbruchschutz und Fotovoltaik.

Häuslebauer und -besitzer interessierten sich vor allem für die Energieeffizienz in den eigenen vier Wänden. Auch das regionale Unternehmer-Netzwerk BNI präsentiert sich dem Publikum beim vierten Bausalon in der Kurstadt. Die Messe wird am Sonntag fortgesetzt.

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„Wir wollen die energetische Sanierung als Thema an die Bürger herantragen“, betonte Oberbürgermeisterin Margret Mergen beim Pressegespräch am Samstag im Kongresshaus. Gerade die CO2-Emissionen durch das Heizen hätten „große Auswirkungen auf das Klima“.

Heute schauen, hören, riechen – morgen bestellen.

Baden-Badens OB Margret Mergen über die zweitägige Baumesse

Man habe sich bewusst dafür entschieden, den Bausalon an zwei Tagen auszurichten, erklärte Mergen. Als Motto gab die Rathauschefin daher schmunzelnd aus: „Heute schauen, hören, riechen – morgen bestellen.“

Klimaschutz beginnt zu Hause

Laut Mergen war zunächst eine Open-Air-Messe im Gespräch. Wetterbedingt rüsteten die meisten Eigentümer ihre Heizung indes im Sommer um: „Deshalb ist der Termin im Winter zur Vorab-Information sicherlich sinnvoll.“

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Veranstalter der Messe, deren Wiederholung sich Mergen 2021 wünscht, war Michael Frits. Auch er rückte den Klimaschutz in den Mittelpunkt: „Jeder kann der Klima-Katastrophe in seinem eigenen Heim entgegenwirken.“

50 Betriebe präsentieren ihr Portfolio

An beiden Messetagen präsentieren 50 Firmen Innovationen rund um die Themen Bauen, Wohnen, Sanieren und Energiesparen. Hersteller informieren über ihre neuesten Produkte:

Häuser, Fotovoltaik-Anlagen, Stromspeicher und moderne Heizsysteme. Anbieter von Kaminöfen, Saunen, Whirlpools und Bädern sind ebenfalls vertreten.

Das regionale Unternehmer-Netzwerk BNI beteiligt sich mit zwölf Mitglieds-Betrieben am Bausalon. Unter dem Leitsatz „Wer gibt, gewinnt“ tauschen sich die Firmen einmal wöchentlich aus und empfehlen sich gegenseitig ihren Kunden.

So haben die insgesamt 37 Betriebe nach eigenen Angaben in den vergangenen zwölf Monaten ein Umsatzplus von rund 1,2 Millionen Euro erzielt. „Die Zusammenarbeit hat sich bewährt“, unterstrich Marketing-Berater Carl-Georg Gruner im BNN-Gespräch.

Polizei gibt Tipps zum Einbruchschutz

Hauptkommissar Ralf Kaufmann informierte die Messe-Besucher am Samstag über den adäquaten Einbruchschutz. Der 57-Jährige schaut sich auf Wunsch von Bürgern deren Häuser oder Wohnungen an und gibt Tipps zur besseren Einbruchsicherung – beides kostenlos.

Gibt Tipps zum Einbruchschutz: Polizei-Hauptkommissar Ralf Kaufmann. | Foto: Coenen

Eine Anmeldung beim Referat Prävention des Polizeipräsidiums Offenburg ist unter Telefon (07 81) 21 45 15 möglich. „Die Täter kommen meist zwischen 17 und 22 Uhr, vor allem in der dunklen Jahreszeit“, so Kaufmann. Der Experte warnt ausdrücklich vor unbeleuchteten Häusern. Sie signalisierten Einbrechern die Abwesenheit der Bewohner.

Zahl der Einbrücke sinkt deutlich

Die Prävention der Polizei zeigt offenbar Wirkung: Nach Angaben des Offenburger Präsidiums ging die Zahl der Einbrüche im letzten Quartal 2019 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2018 um fast die Hälfte zurück.

„Mir sind einige Schwachstellen aufgefallen.“

Eine Messe-Besucherin will den Einbruchschutz in ihrem Haus verbessern.

„Es ist sinnvoll, sich über den Einbruchschutz zu informieren“, sagte eine Besucherin. Zu Hause will sie nachbessern: „Mir sind einige Schwachstellen aufgefallen.“

Energieberatung im Kongresshaus

Energieberater Nils Niggemeier aus Gaggenau erklärte seinem Publikum, welche Folgen das Erneuerbare-Wärme-Gesetz mit sich bringt – und wie sie erfüllt werden können. Es verpflichtet Wohneigentümer dazu, nach einem Heizungsaustausch bei der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien zu setzen.

„Sie haben mehrere Möglichkeiten“, erläuterte Niggemeier. So könne man Fotovoltaik-Anlagen, Kachelöfen oder Wärmepumpen einsetzen. Auch Pellet- oder Holzheizungen brächten mehr Energieeffizienz. „Die meisten Baden-Württemberger investieren aber in eine Biogas-Therme“, berichtete Niggemeier.

Eigentümer müssen Nachweis vorlegen

Innerhalb von 18 Monaten nach Einbau einer neuen Heizanlage müssen Hauseigentümer einen Nachweis über de Einsatz von erneuerbaren Energien vorlegen. Kommen sie dieser Pflicht nicht nach, können Strafzahlungen gegen sie verhängt werden.