Die Bundesstraße 3 in Baden-Baden wird ab 10. April für knapp 3 Wochen wegen Instandsetzungsarbeiten voll gesperrt. | Foto: Bernd Kappler

B 3 in Baden-Baden

Knapp drei Wochen Vollsperrung

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Noch in der Osterwoche wird das erste von insgesamt drei größeren Straßenbauprojekten im Verlauf von Bundesstraßen in Baden-Baden angegangen. Knapp drei Wochen, vom 10. bis 28. April, wird die Bundesstraße 3 zwischen dem Autobahnzubringer und der Abfahrt bei Sandweier voll gesperrt und in zwei Bauabschnitten für rund 700 000 Euro auf einer Länge von 2,7 Kilometer saniert. Deckschicht und Binderschicht müssen während der Vollsperrung ausgetauscht werden, informierte Lars Lau vom Regierungspräsidium Karlsruhe.

Oos-West trotz Vollsperrung erreichbar

Das Gewerbegebiet Oos-West ist dabei immer erreichbar, allerdings müssen während der Bauzeit größere Umwege in Kauf genommen werden, denn die ausgeschilderte Umleitung führt über Iffezheim und die L 75 bis zur Bundesstraße 500.

Begonnen wird im südlichen Abschnitt am Autobahnzubringer, wobei der erste Bauabschnitt bis auf Höhe des Bahnhofs reicht. Am 19. April soll dieser Teil fertig sein, einen Tag später beginnen dann die Arbeiten im südlichen Abschnitt, die am 28. April abgeschlossen sein sollen.

Stadt und Regierungspräsidium gehen von Behinderungen aus, hoffen aber, dass diese sich in Grenzen halten werden. „Erfahrungsgemäß ist das Gröbste nach ein bis zwei Tagen überwunden“, stellt Lars Lau fest.

Die Baustellenampel in der Kuppenheimer Straße in Oos werde im Übrigen bis zum Baubeginn am 10. April verschwunden sein, teilte Manfred Schmalzbauer vom Fachgebiet Sicherheit und Ordnung mit.

B 500 folgt im Sommer

Die aktuell von 13 000 Fahrzeugen frequentierte B 3 war in den Jahren 2001 bis 2005 in mehreren Bauabschnitten gebaut worden. Der Teil der jetzt zur Sanierung ansteht, ist der älteste. Die Instandsetzung erfolge rechtzeitig, so unterstreicht Lars Lau, um größere Schäden im Unterbau zu verhindern.
Zeitlich umfangreicher und deshalb für die Verkehrsteilnehmer vermutlich schmerzlicher wird die zweite Maßnahme: Die Sanierung der stadtauswärts führenden Fahrspur der B 500 zwischen dem Kreisel Cité und der Autobahn auf 2,8 Kilometer Länge. Diese Arbeiten beginnen am 24. Juni und dauern bis zum Beginn der Großen Woche am 26. August.

Das dritte größere Projekt, das gemeinsam von Stadt und Bund gestemmt wird, ist die Sanierung der Straße zwischen Steinbach und Weitenung. Auch hier wird es eine Vollsperrung geben. Lars Lau geht davon aus, dass denn zumindest im Bereich der Bundesstraßen auf Gemarkung Baden-Baden einige Zeit Ruhe einkehren wird. Wie die neue Prioritätenliste bei den Landesstraßen aussieht, konnte Lau gestern noch nicht sagen. Die Neubewertung des Straßenzustandes aus 2016 liege offiziell noch nicht vor.

 

Kommentar zum Thema

Schöne Straßen ohne Schlaglöcher will jeder haben, Baustellen mit Staus niemand. Allerdings: Das eine geht nicht ohne das andere. Mithin werden die Autofahrer, die trotz Vorwarnung am 10. April vor Absperrbaken stehen, wieder mal schimpfen. Knapp drei Wochen wird man Umwege in Kauf nehmen müssen. Gemessen an der Ewigkeit, ein Wimpernschlag. Schlimmer wird es vermutlich im Sommer, wenn die B 500 an der Reihe ist. Dann sei aber erst mal Schluss mit Baustellen an Bundesstraßen, verspricht das Regierungspräsidium.

Diese, das ist unbestritten, befinden sich ja in einem insgesamt ordentlichen Zustand. Was von mancher städtischen Straße und erst recht nicht von den Landesstraßen behauptet werden kann. Die Mührichstraße/Gallenbacher Straße in Varnhalt und die Beuerner Straße in Oberbeuern lassen grüßen. An welcher Stelle diese Holperpisten auf der neuen Prioritätenliste des Landes stehen, ist im Moment nicht übersehbar, weil die Ergebnisse der Schadensbegutachtung aus dem vergangenen Jahr noch nicht offiziell vorliegen. Ohne sich festlegen zu wollen, meinte der Straßenbauvertreter aus dem Regierungspräsidium, dass es wohl etliche noch schlimmere Pisten im Lande gibt.

Und die Stadt? Die bereitet bekanntlich im Moment das vor, was in anderen Stadt- und Landkreisen längst Standard ist: ein auf objektiven Gesichtspunkten beruhendes Straßenzustandskataster. Ist das fertig und steht Geld zur Verfügung, wird es sie wieder geben: die Baustellen.