Gut ausgelastet ist das frisch renovierte Kongresshaus in Baden-Baden. Foto: Rudolphi 12.10.2016

Konstante für Baden-Baden

Kongresse sind Plus für die Kurstadt

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Mit Blick auf das bevorstehenden G-20-Treffen der wichtigsten Finanzminister und Notenbankchefs am 17. und 18. März in Baden-Baden rückt einmal mehr das Thema Kongresse und Großveranstaltungen und deren Bedeutung für die Stadt in den Fokus. „Immerhin rund 35 Prozent der Übernachtungen in Baden-Baden resultieren aus Kongressen und Tagungen“, gewichtet Tourismus-Chefin Nora Waggershauser gegenüber den BNN.

Solide Konstante

Anders als das prosperierende Geschäft mit dem Tourismus – vergangenes Jahr besuchten erstmals eine Million Gäste die Kurstadt an der Oos – handelt es sich bei den Kongressen und Tagungen vielmehr um eine solide Konstante. „Die Sparte legt nicht zu, aber das Kongresswesen bleibt stabil“, stellt Nora Waggershauser fest. Allein im medizinischen Bereich gebe es 15 Stammkongresse, was ein sehr erfreuliches Kongressgeschäft darstelle.

Persönlicher Austausch wichtig

Das hänge einfach mit der zunehmenden Digitalisierung zusammen. Es gebe immer mehr Möglichkeiten miteinander zu konferieren. Deshalb finden auch Kongresse oft komprimiert und vielleicht nur alle zwei Jahre statt. „Dennoch ist der persönliche Austausch und das spezielle Networking bei solchen Veranstaltungen nach wie vor unersetzbar“, weiß die Tourismus-Chefin, die über viele Jahre hinweg in der Hotelbranche tätig war.

Reichhaltiges Rahmenprogramm

Und damit kommt sie auch auf einen weiteren wichtigen Umsatztreiber zu sprechen: Das Rahmenprogramm: „Beliebt sind Galaabende mit Showacts im Kurhaus, aber auch traditionelle Winzerabende sowie die zahlreichen Get Togethers in den schönen Locations von Baden-Baden werden traditionell gebucht“, schwärmt sie. Zudem gibt es meist auch ein Damenprogramm, wobei meist Wellness und Shopping nicht fehlen dürfen, ein weiteres nicht zu unterschätzendes Plus für Baden-Baden.
Reicht die Hotel-Kapazität der im Weltvergleich kleinen Kurstadt für große Kongresse eigentlich aus? „Ja, am engsten wird es jährlich bei dem Treffen der Rückversicherer. Aber wenn das Hotel Europäischer Hof wieder am Markt zurück ist, sind wir, was die Hotelbetten anbelangt, perfekt aufgestellt“, bilanziert Nora Waggershauser. Nicht zu vergessen die zusätzlichen Kapazitäten, die durch das neue Hotel Roomers entstanden sind. Die Stadt sei traditionell schon immer ein europaweit bekannter Ort der Kommunikation. Aus diesem Grund hieß das Kurhaus früher eben auch Konversationshaus, in und in dessen Umgebung sich Vertreter des europäischen und russischen Adels, Schriftsteller und das Großbürgertum gerne trafen. „Treffpunkt Europas, so wurde die Stadt Baden-Baden folglich im 19. Jahrhundert auch genannt“, stellt Nora Waggershauser fest.

Ort der Kommunikation

Viele Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft haben sich getroffen und treffen sich seit mehr als 150 Jahren an der Oos, um im Kurhaus sowie in den zahlreichen Grandhotels wie dem Brenners, dem Europäischen Hof oder dem Badischen Hof über wichtige weltpolitische Themen zu sprechen. „Im Brenners trafen sich unter anderem Konrad Adenauer und Charles de Gaulle, um damals die französische Freundschaft auf den Weg zu bringen. Deshalb bezeichnen viele Baden-Baden als die Wiege Europas“, betont die Tourismus-Chefin.