Ein Neubau steht an: Die Holzhofbrücke über den Grobbach beim Forstamt in Lichtental soll einen Standort flussaufwärts erhalten, um bei einem Hochwasser das Abflussvolumen zu erhöhen. | Foto: Rudolphi

Stadt legt Konzept vor

Baden-Baden möchte den Hochwasserschutz verbessern

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Die Stadt Baden-Baden möchte in den kommenden Jahren den Hochwasserschutz deutlich verbessern. Dieses Thema habe in den vergangenen Jahren nicht den nötigen Stellenwert gehabt, betonte Bürgermeister Alexander Uhlig in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Er nannte als einen Grund die Personalknappheit im Fachgebiet Tiefbau.  Inzwischen arbeitet dort die Wasserbau-Ingenieurin Annika Mengler, die in der Sitzung das Konzept zum Hochwasserschutz präsentierte. „Das ein oder andere Vorhaben wird sich in den Haushaltsberatungen wiederfinden“, sagte Uhlig.

Rund um den Grobbach sind mehrere Projekte geplant

Das Konzept sieht unter anderem mehrere Projekte rund um den Grobbach vor. Anfang des nächsten Jahres ist geplant, die Holzhofbrücke beim Forstamt ein Stück flussaufwärts neu zu bauen. Ziel ist es Mengler zufolge, den Standort von der Einmündung des Übelsbachs direkt unter der Brücke abzukoppeln, um im Falle eines Hochwassers einen besseren Abfluss zu gewährleisten. Am Übelsbach möchte die Stadt die Querungen ertüchtigen und einen Rückhalt für Totholz bauen.

Sägmüller Matten dienen als Retensionsfläche

Weiter ist geplant, den Grobbach entlang der Sägmüller Matten zwischen dem Forstamt und der Geroldsauer Mühle aufzuweiten, um das Retensionsvolumen dieses Geländes zu erhöhen. Ein weiteres Vorhaben ist, die Verdolung des Dimpfelbachs zu erneuern. Nach Auskunft Menglers gab es dort bereits einen Einbruch auf der Straße, zudem ist die Sohle des Bachs nicht mehr vorhanden.
Der Karrenbach beim Kegelspiel in Neuweier weist Risse und Deformationen auf. Der Expertin zufolge ist es erforderlich, die Verdolung zu sanieren.

Gewässerschau soll weiteren Bedarf ermitteln

Beim Hochwasser-Rückhaltebecken Benzenwinkel an der Leopoldstraße soll eine Sicherheitsprüfung den Sanierungsbedarf aufzeigen. An der Oos in Höhe der Wörthstraße steht die Sanierung einer Ufermauer an. Mengler regte an, dort mit einer flacheren Böschung den Hochwasserschutz zu erhöhen. Mitte Oktober soll eine Gewässerschau an den Seitenarmen der Oos von der Stadtmitte flussabwärts Aufschluss über weitere anstehende Vorhaben geben.

Gefahrenkarte für den Malschbach entsteht

In den kommenden Jahren geht es nach Angaben Menglers zudem darum, den Geröll- und Wasserrückhalt rund um den Grobbach sowie den Hochwasserschutz am Brahmsplatz und in der Oostalstraße in Angriff zu nehmen. Weiter soll es eine Hochwasser-Gefahrenkarte für den Malschbach geben.
Hans Schindler (FDP) und Kurt Jülg (FW) regten an, vor allem im Grobbach mehr Totholz zu entfernen, um den Wasserabfluss zu verbessern.