Demnächst Großbaustelle: Die Umgestaltung des Baden-Badener Bertholdplatzes in einen Kreisverkehr wird voraussichtlich im Januar beginnen. Es ist der erste Bauabschnitt im Sanierungsprojekt „Südliche Neustadt“. | Foto: Rudolphi

Bertholdplatz Baden-Baden

Kreisel-Neubau beginnt im Januar

Der Startschuss, um den Bertholdplatz in einen Kreisverkehr umzugestalten, fällt voraussichtlich erst Anfang 2019. Urspünglich sollten die Arbeiten für das erste große Vorhaben im Sanierungsgebiet „Südliche Neudstadt“ bereits im Herbst beginnen. Doch die Gesellschaft für Stadterneuerung und Stadtentwicklung Baden-Baden (GSE) als Träger der Sanierung muss die bisherige Planung möglicherweise noch einmal überarbeiten und ergänzen.

Anschluss ans Fernwärmenetz ist noch nicht geklärt

„Wir bekommen vermutlich noch ein paar Leitungen dazu“, sagt GSE-Geschäftsführer Alexander Wieland im BNN-Gespräch mit Blick auf die Option, die Anwohner eines bestimmten Abschnitts ans Fernwärmenetz anzuschließen. Die GSE und die Betreiber des Gemeinschaftskraftwerks im Rotenbachtal hatten zwar schon nach den Sommerferien 2017 die Anwohner im Sanierungsgebiet angeschrieben und gefragt, ob sie einen Fernwärme-Anschluss wünschen.

Kraftwerkbetreiber müssen Wirtschaftlichkeit prüfen

„Es gab damals nur fünf Rückmeldungen“, berichtet Projektkoordinator Sven Menzel von der GSE. Im Nachgang hätten sich aber einige weitere Gebäude-Eigentümer gemeldet. Das Gemeinschaftskraftwerk müsse nun prüfen, ob die Verlegung der erforderlichen Fernwärmeleitungen für das Unternehmen wirtschaftlich sei. „Das ist noch nicht endgültig entschieden. Wir warten auf ein Go“, betont Wieland.

GSE begrüßt den Anschluss

Die GSE begrüße zwar grundsätzlich den Ausbau des Fernwärmenetzes, doch die endgültige Planung müsse die Entscheidung der Kraftwerkbetreiber berücksichtigen. Falls der Fernwärmeanschluss komme, sei vorgesehen, die Leitung vom Gaus- über den Bertholdplatz und die Lichtentaler Straße bis in die Weinbergstraße hinein zu verlegen. In einem weiteren Schritt sei denkbar, das Fernwärmenetz dann im dritten Bauabschnitt durch die Lichtentaler Straße in Richtung Augustaplatz zu führen.

Der Bauausschuss berät im September

„Solange diese Unsicherheit besteht, können wir das Vorhaben nicht dem Bauausschuss vorlegen“, bekräftigt Wieland. Eigentlich sollte sich das Gremium bereits in der Sitzung am Donnerstag nächster Woche mit dem Projekt befassen. Doch neben der Planung steht auch die Kostenkalkulation noch nicht. Nach aktuellem Stand soll der Ausschuss in seiner September-Sitzung über den Kreisel-Neubau beraten und ihn beschließen.

Die Info-Tafel steht bereits: Ein großes Schild in der Lichtentaler Straße erläutert das Sanierungsvorhaben. | Foto: Rudolphi

Der Zeitplan ist ambitioniert

Der GSE-Geschäftsführer macht darauf aufmerksam, dass der angepeilte Zeitplan ohnehin recht ambitioniert sei, zumal die Auftragsbücher der Baufirmen gut gefüllt seien und es wahrscheinlich nicht ganz einfach werde, ein Unternehmen zu finden.
Wieland rechnet nicht damit, dass die Baustelle am Bertholdplatz mit dem Bauvorhaben des Südwestrundfunks kollidiere.

Die Bauarbeiten dauern rund ein Jahr

Er geht davon aus, dass der Kreisverkehr am östlichen Eingang zur Innenstadt bis zum Baustart auf der Funkhöhe größtenteils fertiggestellt sei. Zudem könnten Baustellenfahrzeuge den SWR vom Rebland her andienen. Menzel zufolge wird der Bertholdplatz während der gesamten Bauphase immer zu drei Vierteln befahrbar bleiben – auch für den Busverkehr. Er kalkuliert für den Kreisverkehr eine Bauzeit von rund einem Jahr.

Das Sanierungsvorhaben „Südliche Neustadt“ sieht vor, städtebauliche Defizite im Quartier zwischen dem Augusta- und Bertholdplatz zu beseitigen. Das Projekt ist in das städtebauliche Förderprogramm Aktive Stadt- und Ortsteilzentren (ASP) aufgenommen, der Förderrahmen liegt bei rund 3,2 Millionen Euro, was einer Finanzhilfe von 1,9 Millionen Euro entspricht. Der Bewilligungszeitraum ist von Januar 2016 bis 30. April 2025 festgesetzt. Der erste Bauabschnitt sieht die Umgestaltung des Bertholdplatzes in einen Kreisverkehr vor. Die weiteren Bauabschnitte betreffen den Ludwig-Wilhelm-Platz und die Du-Russell-Straße. Danach geht es an die Lichtentaler und Maria-Viktoria-Straße. Die Lichtentaler Straße soll unter anderem einen Boulevard-Charakter mit schmalerer Fahrbahn und breiteren Fußgängerwegen erhalten. Als letztes und separates Projekt steht dann die Neugestaltung des Augustaplatzes an. Dafür läuft momentan eine Machbarkeitsstudie.