In aller Munde ist derzeit das Thema Maske. Schauspieler Max Ruhbaum vom Theater Baden-Baden hat dazu einen Maskensong aufgenommen.
In aller Munde ist derzeit das Thema Maske. Schauspieler Max Ruhbaum vom Theater Baden-Baden hat dazu einen Maskensong aufgenommen. | Foto: Peter Quirin

Berliner singt auch Maskenlied

„Kunst, Kultur und Quarantäne“: Schauspieler Max Ruhbaum stellt Baden-Baden auf amüsante Weise vor

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Als Schauspieler auf der Bühne des Theaters Baden-Baden oder als literarischer Stadtführer ist Max Ruhbaum nicht nur den Menschen in Baden-Baden bekannt. Singen ist dabei aber nicht gerade das Steckenpferd des Mimen, wie er im Gespräch lachend einräumt. Das hielt den gebürtigen Berliner nicht davon ab, ein Lied mit aktuellem Bezug zu interpretieren.

Der Song „Zieh sie an“ kann inzwischen als Video im Internet angeklickt werden. Mit „sie“ ist dabei ein Gegenstand gemeint, der derzeit wegen der Corona-Krise in aller Munde ist: die Maske!

Idee zum Song entstand bei der Fertigung von Masken

Weil der Theaterbetrieb wegen der Coronavirus-Pandemie ruht, suchen auch Schauspieler wie Ruhbaum nach alternativen kreativen Beschäftigungen. Die Idee zum Maskensong hatte der musikalischen Leiter des Theaters, Hans-Georg Wilhelm, bei der Herstellung von Schutzmasken im Theater – insgesamt 6.000 haben Mitarbeiter des Hauses am Goetheplatz unter anderem für die örtliche Feuerwehr produziert.

Wilhelm kam beim Markieren von Faltpunkten auf dem Stoff der Song „Zieh dich aus, Petronella“ nach der Musik von Friedrich Hollaender und dem Text von Kurt Tucholsky in den Sinn – entstanden in den goldenen 20er-Jahren im Berlin des vorigen Jahrhunderts. „Warum nicht einfach umtexten“, fragte Wilhelm sich und seinen Schichtkollegen Ruhbaum, dem die Berliner Schnauze wegen seiner Herkunft ohnehin vertraut ist.

Etwa eine Stunde später hatte der Schauspieler beim Stecken von Nadeln in den Maskenstoff schon fast den ganzen Text für eine neue Interpretation des Chansons im Kopf. „Der Mensch atmet ein und aus, nicht nur Zuhaus, es ist ein Graus“, heißt es jetzt. Und: „Es ist halt Karneval oder Maskenball, in der Arena de Corona.“

Kreatives Duo: Schauspieler Max Ruhbaum (links) und der musikalische Leiter des Theaters Baden-Baden, Hans-Georg Wilhelm.
Kreatives Duo: Schauspieler Max Ruhbaum (links) und der musikalische Leiter des Theaters Baden-Baden, Hans-Georg Wilhelm. | Foto: Bernd Kamleitner

Maske mit Barockkleid für Video in Szene gesetzt

Ruhbaums Manager Peter Quirin hat einen Auftritt der beiden gefilmt – natürlich mit dem erforderlichen Mindestabstand und mit Schutzmaske. Fertig war das Video fürs Netz!

Die Maske, die in dem zweieinhalb Minuten langen Filmchen im Mittelpunkt steht, wurde prächtig inszeniert: auf einem Ständer mit einem Barockkleid aus dem Theaterfundus, das bei der Aufführung des Dramas „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller getragen wurde.

In der Filmproduktion hat Ruhbaum zuletzt ohnehin eine gewisse Routine entwickelt. Für die Tourismus GmbH hat er mit Peter Quirin zehn Videos produziert, in denen er auf amüsante Weise markante Punkte der Bäderstadt vorstellt – als Ersatz für einen persönlichen Besuch an der Oos in der Zeit der Corona-Krise. „Kunst, Kultur & Quarantäne“ heißt die Reihe.

Aus lockerer Reihe sind zehn Beiträge geworden

„Das war eine schöne Abwechslung“, sagt Ruhbaum. Anfangs war nur eine lockere Reihe vorgesehen, dann sind es doch zehn Beträge geworden, die quasi als Baden-Baden-Appetithäppchen dienen sollen.

Anekdoten, Fakten und Pointen gibt es in jeweils zweieinhalb Minuten etwa zum Kurhaus, zur Oos, zum Theater, zu den Hotels Maison Messmer und Atlantic und zu den Kurhaus-Kolonnaden.

Die Wirkung der Kurzbeiträge ist nicht zu unterschätzen. Klicks werden bereits aus vielen Ecken des Planeten registriert, was einmal mehr den Ruf der Stadt als Weltbad bestätigt. Ein Ersatz für das Theater sind Filme aber nicht, da ist sich das Trio einig. „Das Theater braucht den unmittelbaren Zuschauerkontakt“, betont Quirin.

Ruhbaum vermisst zudem das Ziel, etwas zu einem bestimmten Zeitpunkt vor Publikum zeigen zu können – so wie es für den Theaterschauspieler im normalen Betrieb auf der Bühne Alltag ist.