Nicht nur teuer, sondern auch lautstark: Der Fuhrpark der Hochzeitsgäste. Foto: Henn

„Übermotorisierte Wichtigtuer“

Ärger um Hochzeitsgesellschaft in Baden-Baden schlägt Wellen

Anzeige

Die Hochzeitsgesellschaft, die am vergangenen Sonntag für massive Verkehrsbeeinträchtigungen in der Innenstadt Baden-Badens gesorgt hat, erregt weiterhin die Gemüter. Am Sonntag hatten über 500 Trauungsgäste mit ihrem Luxus-Autos für einen Ausnahmezustand in der Kurstadt gesorgt.

SPD-Stadtrat Werner Henn meint in seinem Brief an Oberbürgermeisterin Margret Mergen, dass die Stadt von einer ganzen Horde übermotorisierter Wichtigtuer überschwemmt wurde. „Der Krach mag zwar deren Selbstwertgefühl entsprochen haben, den Bürgern und Gäste der Kurstadt war es aber ein Graus“, heißt es in dem Schreiben.

Bürgermeister: Nicht im Sinne der Bürgerschaft

Die CDU-Gemeinderatsfraktion hat sich an den Geschäftsführer der Bäder- und Kurverwaltung (BKV), Steffen Ratzel gewendet, um einen offenen Dialog über die Weiterentwicklung der Einrichtungen der Bäder- und Kurverwaltung anzustrengen. Bürgermeister Roland Kaiser hat in einem Antwortschreiben an SPD-Ratsmitglied Henn reagiert: „Vorab möchte ich Ihnen beipflichten, dass Veranstaltungsverläufe, wie jener der von Ihnen angesprochenen Hochzeit am vergangenen Sonntag, nicht im Sinne der Bürgerschaft, der Verwaltung und der Gäste unserer Stadt sein können.“

Die Veranstaltung sei dem Ordnungsamt nicht angemeldet gewesen oder genehmigt worden, wozu auch kein Bedürfnis bestanden hat. Kaiser meint, dass gleich gelagerte Veranstaltungen ohne derart massive Auswirkungen für die öffentliche Ordnung verlaufen.

Kurhaus meldete bei der Polizei Bedenken an

Durch das Polizeirevier sei dem Fachgebiet Öffentliche Ordnung am Donnerstag vergangener Woche anlässlich einer anderen Angelegenheit mitgeteilt worden, dass das Kurhaus auf die Polizei zugegangen sei, weil der BKV Bedenken bezüglich der Vertragspartner für die Veranstaltung am Sonntag gekommen seien. Konkrete Hinweise auf die Begehung von Ordnungswidrigkeiten oder vertragsbrüchiges Verhalten hätte es nicht gegeben.

Letztlich ist festzustellen, dass sämtliche dem Kurhaus mitgeteilten Bedingungen durch den tatsächlichen Ablauf der Veranstaltung überschritten wurden.

„Letztlich ist festzustellen, dass sämtliche dem Kurhaus mitgeteilten Bedingungen durch den tatsächlichen Ablauf der Veranstaltung überschritten wurden“, schreibt Kaiser.Als Konsequenz wolle die BKV nun intern überprüfen, wie künftig im Vorfeld Veranstaltungen, bei denen die Bedingungen drohen auf gröbste Weise missachtet zu werden, besser erkannt werden können.

Darauf wird laut Kaiser auch die Stadt hinwirken. „Die engen Abstimmungen mit dem Kurhaus wird beibehalten.“ Henn hofft indes, dass sich die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Stadt und BKV künftig verbessert.