Ein Paradiesvogel im Kurhaus Baden-Baden: Nik West war einer der gefeierten Stars am zweiten Abend von Mr. M's Jazz Club.
Ein Paradiesvogel im Kurhaus Baden-Baden: Nik West war einer der gefeierten Stars am zweiten Abend von Mr. M's Jazz Club. | Foto: Bernd Kamleitner

Festival in Baden-Baden

Kurhaussaal wird zu Mr. M’s Jazz Club

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Bei Mr. M’s Jazz Club verwandelt sich der Benazet-Saal des Kurhauses an drei Tagen in einen Jazz-Club. Die Besucher schätzen die besondere Atmopshäre mit der Bühne, die unter der Empore im großen Kurhaussaal aufgebaut ist. Der Bereich vor der eigentlichen Bühne wird zu Jazz-Bar.

Im altehrwürdigen Kurhaus in Baden-Baden vermutet man auf Anhieb alles andere als einen Jazz-Club. Einmal im Jahr gibt es den aber doch – im Benazet-Saal, bei Mr. M’s Jazz Club.  Und das gleich an drei aufeinander folgenden Tagen. Ein kluger Schachzug bringt die geschätzte Klubatmosphäre: Die Bühne wurde unter der Empore aufgebaut, also gerade auf der gegenüberliegenden Seite der eigentlichen großen Bühne im großen Kurhaussaal. Die Fans sind nah dran an den Künstlern und an  der Mr. M’s All Stars Band unter der Leitung von Frank Lauber.  Der Bereich vor der eigentlichen Bühne, die nicht genutzt wird, hat an den drei Abenden (14. bis 16. März 2019)  dennoch seine Bedeutung: Dort ist der Bar-Bereich angesiedelt – mit Live-Musik zur Einstimmung.

Die schwärzeste Stimme des Jazz

Drei Tage ein hochkarätiges Programm für Jazz-Fans, das ist ambitioniert. Das Konzept von Impresario Marc Marshall und dem Veranstalter, Baden-Baden Events,  geht derzeit auch bei der zwölften Auflage wieder auf. Nach dem Auftakt am Donnerstag war der Freitagabend  ebenfalls gut  besucht. Der Samstagabend  ist dabei schon so etwas wie ein Selbstläufer – und schon länger  ausverkauft. Wer sich sein Ticket nicht rechtzeitig besorgt hat, verpasst die schwedische Sängerin Ida Sand (angeblich die „schwärzeste Stimme des Jazz“), die aus dem Kongo stammende Songwriterin Melane Nkounlou, den Schweden Magnus Lindgren (Saxofon, Flöte, Klarinette) und den Stimmkünstler und Gitarristen Peter Fessler.

Auftakt mit World Jazz

Der Donnerstag stand ganz im Zeichen des „World Jazz“. Auf der Bühne  stand mit Simin Tander auch eine deutsch-afghanische Sängerin. Ihr Repertoire umfasste mystisch-angehauchte Musik. Mit dabei  waren  ferner der junge Perkussionist Max Klaas und der marokkanische Musiker Alaa Zouiten an der Oud, einer Kurzhalslaute. Er verbindet traditionelle Klänge aus Maghreb mit Jazz-, Blues- und Rockelementen.

Momo Djender tourte schon mit Sting

Vierter im Bunde war  Momo Djender, in Algier aufgewachsen. Dort wurde er von der traditionellen Chaabi-Musik geprägt, entdeckte aber schon früh seine Liebe zu Soul, Jazz und Pop. Sein Bekanntheitsgrad erhöhte sich gewaltig, als Weltstar Sting ihn entdeckte und für die Promo-Tour seines Albums „Sacred Love“ verpflichtete.

Paradiesvogel Nik West

Unter dem Motto „Soul Jazz“  stand der Freitagabend (15. März). Die Jazzfans  erlebten einen Paradiesvogel aus den USA:  Nik West (Bass und Gesang), die schon für Dave Stewart, John Mayer und Prince tätig war. Ebenfalls auf der Bühne standen Cosmo Klein, der weltweit als House Live Act tourt und Rüdiger Baldau, der als einer der erfolgreichsten deutschen Trompeter gilt. Impresaria Marc Marshall hatte nicht zu viel versprochen: Es wurde ein stimmungsvoller und auch einzigartiger Abend mit Musikern, die in dieser Zusammenstellung noch nicht gemeinsam auf der Bühne standen.

Stimmungsvoll: Blick von der Bar Richtung Bühne.
Stimmungsvoll: Blick von der Bar Richtung Bühne. | Foto: Bernd Kamleitner

Mr. M’s All Star Band begleitet die Künstler

Das verbindende Element zwischen allen drei Abenden bei Mr. M’s Jazz Club ist die Mr. M’s All Stars Band unter der Leitung von Frank Lauber. Die eingeladenen Gäste kommen nämlich ohne ihre eigene Band nach Baden-Baden und werden von „der Hausband“ des Jazzfestivals begleitet.Impresario Marc Marshall ist an den Abenden nicht nur als Moderator, sondern auch als Sänger zu hören.