Der Benazet-Saal im Kurhaus in Baden-Baden gilt als einer der schönsten in Deutschland. BKV-Geschäftsführer Steffen Ratzel kann sich eine noch bessere Platzierung am Markt vorstellen. | Foto: pr

Bäder- und Kurverwaltung

Land investiert in Baden-Baden

Wer in Baden-Baden die Geschicke der Bäder- und Kurverwaltung leitet, muss in erster Linie (auch) Bauherr sein. Über 80 Millionen hat das Land in den vergangenen zwei Jahrzehnten in seine Liegenschaften investiert und in diesem Jahr wird erneut eine sechsstellige Summe dazukommen, sagte BKV-Geschäftsführer Steffen Ratzel im BNN-Gespräch. Der Regierungsdirektor zieht seit August vorigen Jahres die Fäden des Landesbetriebs, zu dessen Eigentum vor allem das Kurhaus, die Trinkhalle, die Lichtentaler Allee und die beiden Staatsbäder Caracalla und Friedrichsbad zählen.

Dankmalschutz auch bei Bäder- und Kurverwaltung

Viel sehen wird man von den Investitionen allerdings nichts, räumt Ratzel ein, denn erneut fließt viel Geld in den Brandschutz und technische Einrichtungen. Auch als Eigentümer des Multifunktionhauses Kurhaus (Ratzel: „Hier ist alles möglich, von der Familienfeier bis zum G-20-Treffen der Finanzminister“) muss sich das Land neuen Sicherheitsvorschriften, wie eben beim Brandschutz, beugen. Und: Bauen unter Denkmalschutz könne sehr schnell sehr teuer werden, stellt der Regierungsdirektor fest. Das Kulturgut verlange von sich aus aber, behutsam und einfühlsam vorzugehen.

Steffen Ratzel steht seit einem halben Jahr der Bäder- und Kurverwaltung vor.
Steffen Ratzel steht seit einem halben Jahr der Bäder- und Kurverwaltung vor. | Foto: Bernd Kappler

Revision im Friedrichsbad

Ebenfalls unsichtbar für die Besucher wird die längst überfällige Umgestaltung der Künstlergarderoben in den Katakomben des Musentempels sein. Was Stars und Sternchen, die sich dort die Klinke in die Hand geben, zu schätzen wissen werden, denn seit Jahrzehnten ist dort nichts mehr gemacht worden.
Schon eher ins Blickfeld der Öffentlichkeit werden fällige Revisionsarbeiten im Friedrichsbad rücken. Nachdem im vergangenen Jahr die Caracalla-Therme in Teilbereichen neu gestaltet worden war, hofft Ratzel im Friedrichsbad in den schwächer frequentierten Wochen ohne eine Schließung über die Runden zu kommen.

Die Bäder- und Kurverwaltung (BKV) ist eine 100-prozentige Tochter des Landes. Sie ist 1992 bis 1995 neu strukturiert worden und hat seitdem die Aufgabe, die ihr vom Land zur Nutzung überlassenen Grundstücke zu verwalten. Kurhaus, Kongresshaus und die Bäder wurden damals privatisiert. Die Spielbankkonzession ist vom Land übernommen worden. Orchester, Theater und Grünanlagen gingen an die Stadt. Zur Erfüllung der Aufgaben sind der Stadt wiederum Zahlungen vom Land zugesichert worden (BKV-Verträge).

Weiterhin offen ist die Fortsetzung der Umgestaltung des Vorplatzes an den Bädern. Nachdem der Abschnitt vor dem Friedrichsbad bereits fertig ist, werde es vermutlich noch zwei oder drei Jahre dauern, bis das Gelände vor der Caracalla-Therme an die Reihe kommt. Das sei im Moment im Budget nicht darstellbar.

Flaggschiff Kurhaus

Flaggschiff bleibt das Kurhaus mit Casino, Gastronomie und mit seinen Sälen. Hier will Steffen Ratzel konkret ausloten, was an weiteren Veranstaltungen noch hinzu kommen kann. Mit der früheren Tourismus-Chefin Brigitte Goertz-Meissner habe die BKV eine Beraterin erster Güte gefunden, stellt der Geschäftsführer des Landesbetriebs fest. Ratzel: „Sie sprüht vor Einsatzfreude.“
Vor allem gehe es dabei um hochwertige und interessante Angebote, die sich wiederum nachhaltig auf die Stadt auswirken. Ratzel denkt dabei an Verbandsveranstaltungen und Tagungen, weniger an Unterhaltungsveranstaltungen, die vor allem durch die Basen-Baden-Events (BBE) sehr gut abgedeckt würden.

Bei den anstehenden Verhandlungen um die BKV-Verträge sieht Ratzel sich allenfalls in der Rolle des Beraters. Diese Entscheidungen würden vielmehr beiderseits auf höchster politischer Ebene zu treffen sein.