Blumen für die Vorgängerin: OB Margret Mergen (rechts) beim Empfang der Stadt für die frühere Rathaus- und BKV-Chefin Sigrun Lang.
Blumen für die Vorgängerin: OB Margret Mergen (rechts) beim Empfang der Stadt für die frühere Rathaus- und BKV-Chefin Sigrun Lang. | Foto: Kamleitner

Empfang im Rathaus

Baden-Badener OB und Vorgängerin Lang plaudern aus dem Nähkästchen

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Empfänge haben bisweilen den Ruf, nicht gerade kurzweilig zu sein. Manchmal ziehen sich Lobesreden so in die Länge, dass die Aufmerksamkeit im Saal deutlich nachlässt. Langatmigkeit oder gar Langeweile kam hingegen beim Empfang der Stadt Baden-Baden für die frühere Oberbürgermeisterin Sigrun Lang erst gar nicht auf. Dazu trugen die amtierende Rathauschefin Margret Mergen und ihre Vorgängerin gemeinsam bei. Sie plauderten aus dem Nähkästchen – zur Erheiterung der Gäste im Alten Ratssaal der Kurstadt.

Den 80. Geburtstag feierte Lang bereits am vergangenen Sonntag (die BNN berichteten). Beim Empfang traf die gut gelaunte ehemalige Rathauschefin einige frühere Weggefährten wie den früheren Karlsruher Oberbürgermeister Heinz Fenrich (CDU), der ihr nach dem Abzug der Franzosen bei der Neugestaltung des Stadtteils Cité mit Rat und Tat zu Seite stand. „Ich glaube, ich habe ihm in der damals schwierigen Zeit leid getan“, blickte Lang schmunzelnd zurück.

Liebe zur Musik motivierte

Die Rückschau ging noch weiter. Lang erzählte, dass sie vor 41 Jahren beim Bergwandern in Südtirol über eine Bewerbung für das Amt der Kurdirektorin Baden-Baden nachdachte. Auf den Gedanken kam sie, weil sie sich vor Ort eine Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) gekauft hatte und die Stellenanzeige las. Der Hinweis auf Theater und Orchester in Baden-Baden habe sie aufhorchen lassen: „Ich liebe Musik!“

Eine Frau nehmen die nie!

Den damaligen Kommentar ihres Mannes auf die Absicht, sich zu bewerben, gab sie süffisant wieder: „Du kannst Dich ruhig bewerben, eine Frau nehmen die nie!“ Bekanntlich kam es anders. Die Architektin bekam als erste Frau den Job, stand von 1979 bis 1990 an der Spitze der Bäder- und Kurverwaltung. Als die parteilose Lang im Juni 1998 nach dem Wahlsieg gegen Amtsinhaber Ulrich Wendt (CDU) ihren Dienst als Oberbürgermeisterin im Baden-Badener Rathaus aufnahm, war sie die erste Frau auf diesem Posten. „So ist mein Mann schuld, dass ich in Baden-Baden bin“, bilanzierte Sigrun Lang – und hatte die Lacher auf ihrer Seite.

Die frühere Rathauschefin Sigrun Lang erzählt beim Empfang in Baden-Baden von Karriereanfängen.
Die frühere Rathauschefin Sigrun Lang erzählt beim Empfang in Baden-Baden von Karriereanfängen. | Foto: Kamleitner

Lang weckt neue Idee

OB Mergen würdigte die vielfältigen Verdienste ihrer Vorgängerin in einer schwierigen Zeit. Eine frühere Begegnung mit Lang – auf Empfehlung ihres damaligen Chefs Heinz Fenrich in Karlsruhe – ließ sie erstmals davon träumen, in Baden-Baden einmal Lang-Nachfolgerin zu werden. „Was für eine Stadt“, habe sie damals gedacht. Das war zu der Zeit, als Mergen bei der OB-Wahl in Rastatt antrat. „Rastatt hat nicht geklappt, dafür bin ich jetzt hier: Das ist viel besser!“

Ein Wunsch für Baden-Baden

Lang genießt den Ruhestand und freut sich auf weitere Reisen. Einen Wunsch für die Stadt hat sie auch: Das Klinikum Mittelbaden Baden-Baden Balg sollte wieder in Stadtklinik Baden-Baden umbenannt werden, formuliert sie im BNN-Gespräch. Apropos Musik: Die war würdig vertreten. Fünf Blechbläser der Baden-Badener Philharmonie spielten ein Ständchen für Lang. Hans-Georg Wilhelm (Klavier) und Sonja Dengler (Gesang) gaben Kostproben aus dem Musical „Cabaret“, das im Theater läuft. Das passte wunderbar zu den Beiträgen der Rednerinnen: gute Unterhaltung!