Gut gelaunter Besucher: Marc Marshall beim Gespräch in der BNN-Redaktion in seiner Heimatstadt Baden-Baden.
Gut gelaunter Besucher: Marc Marshall beim Gespräch in der BNN-Redaktion in seiner Heimatstadt Baden-Baden. | Foto: Bernd Kamleitner

Zu Gast in der BNN-Redaktion

Marc Marshall: Am 24. April 1971 habe ich beschlossen, Sänger zu werden

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Den 24. April 1971 wird Marc Marshall ganz bestimmt nie vergessen: Als Siebenjähriger stand er an besagtem Samstagabend mit seinem Vater Tony auf der Bühne im Bénazet-Saal des Kurhauses in Baden-Baden. Die schwarzen Samtanzüge mit rotem Revers und Goldschnalle waren beim Herrenausstatter Schmauder in der Kurstadt maßgeschneidert worden. Sie sind noch heute im Besitz der Familie. Der Abend war der Anfang der großen Karriere von Tony Marshall – und ebenso prägend für den Sohn: „Da habe ich beschlossen, Sänger zu werden“, erzählt Marc Marshall bei einem Besuch der BNN-Redaktion Baden-Baden.

Als Künstler ist er seinen eigenen Weg gegangen

Dass der inzwischen 55-Jährige als Künstler seinen eigenen Weg gegangen ist, ist bekannt. Wie der Vater ist der Sohn dabei der Kurstadt treu geblieben. Zwar lebte er mal rund fünf Jahre in München, aber selbst zu jener Zeit war er „mehr in Baden-Baden als in München“, wie er in der Rückschau betont: „So richtig weg war ich nie!“

So richtig weg war ich nie

Wenn Marshall am Donnerstag, 14. März, die 12. Auflage von Mr. M’s Jazzclub im Kurhaus eröffnet, wird er wieder mal in den Bénazet-Saal zurückkehren. „Da denke ich immer wieder an den Anfang zurück“, verrät der klassisch ausgebildete Sänger mit der Bariton-Stimme. Das Jazz-Festival hat sich im Veranstaltungskalender der Stadt etabliert – auch wegen der besonderen Atmosphäre.

Festival mit besonderer Atmosphäre: Vom 14. bis 16. März gibt es in Baden-Baden wieder Mr. M's Jazz Club im Kurhaus
Festival mit besonderer Atmosphäre: Vom 14. bis 16. März gibt es in Baden-Baden wieder Mr. M’s Jazz Club im Kurhaus | Foto: Steven Haberland

Die Künstler treten nicht mit eigener Band auf, sie werden von Mr. M’s All Stars Band unter Frank Lauber begleitet. „Da gibt es jeden Abend Konstellationen, die es so noch nie gegeben hat“, schwärmt der Organisator und freut sich über das große Vertrauen, dass ihm die Künstler immer wieder entgegen bringen. In diesem Jahr zum Beispiel die Bassistin und Sängerin Nik West, die schon mit Prince, Dave Stewart von den Eurythmics oder John Mayer zusammenarbeitete. Oder der Trompeter Rüdiger Baldauf, der mit Ray Charles, Seal, Barbara Streisand oder Michael Bublé spielte.

Schnipp, schnipp - klar, dass einer wie Marc Marshall den Rhythmus und die Musik liebt.
Schnipp, schnipp – klar, dass einer wie Marc Marshall den Rhythmus und die Musik liebt. | Foto: Bernd Kamleitner

Auch Marshall kann prägende Begegnungen mit Großen der Unterhaltungsbranche wie Harry Belafonte oder Aretha Franklin vorweisen. Eine Begegnung mit einem Mitstudenten während des Studiums an der Musikhochschule Karlsruhe Anfang der 90er Jahre mündete in ein erfolgreiches Musikprojekt: Im Jahr 1998 kam die erste Platte des Duos Marshall & Alexander auf den Markt. Eines der erfolgreichsten Musikprojekte der Region war geboren. Inzwischen gehören die Konzerte von Jay Alexander und Marc Marshall mit zu den jährlichen Höhepunkten auf der Bühne der Volksschauspiele Ötigheim (27., 28, 29. August).

Neues Solo-Album soll im Jahr 2020 erscheinen

Auch solo ist Marc Marshall gut unterwegs. Derzeit arbeitet er an einem neuen Album, das in den USA entsteht. Bei der Veröffentlichung sieht er sich nicht unter Druck. Es wird im Jahr 2020 erscheinen. Daneben ist er als TV-Moderator im Einsatz und trainiert seine Stimme im Unterricht beim ehemaligen Opernsänger Ion Buzea in Zürich.

Manchmal denke ich, es geht jetzt erst los bei Marc Marshall

Selbst entscheiden zu können, was man als Künstler tut, das ist für ihn ein Privileg. „Das habe ich mir erarbeiten können“, bilanziert der Künstler, der daher durchaus entspannt in die Zukunft blickt: „Manchmal denke ich, es geht jetzt erst los bei Marc Marshall!“