Im Bénazet-Saal des Baden-Badener Kurhauses wird derzeit der Boden verlegt, auf den der Medienkünstler Refik Anadol ab 4. Juli seine Datenskulptur Bosphorus projiziert. | Foto: Merkel

Vorbereitungen auf Hochtouren

Medienkünstler Refik Anadol bespielt Baden-Badener Kurhaus

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Was tun, wenn die geplanten Open-Air-Veranstaltungen wie Marktplatzfest, Sommernächte oder Philharmonische Schlosskonzerte aufgrund der Corona-Krise nicht stattfinden können? Nora Waggershauser, Geschäftsführerin der Baden-Baden Events GmbH, hat einen Tipp parat.

Wieso es nicht einfach einmal mit Kunst probieren? Und zwar mit Kunst, die buchstäblich aus dem Rahmen fällt. Der in Istanbul geborene und in Los Angeles sesshaft gewordene Refik Anadol bringt Medienkunst nach Baden-Baden – genauer: ins Kurhaus, wo vom 4. Juli bis 4. September im Konferenz-Saal, im Runden Saal und im Bénazet-Saal drei raumgreifende Datenskulpturen zu sehen sind.

Hochmoderne Technik

„Digital Dreams – The Experience“ ist der Titel des Projekts, das hochmoderne Technik in die historisch reizvolle Architektur des Kurhauses bringt. BBE-Chefin Waggershauser verspricht sich einiges von der Veranstaltung, die relativ kurzfristig auf die Beine gestellt wurde.

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„Zwei Monate hat es von der Idee bis zur Ausführung gedauert“, verrät sie. „Das war nur möglich, weil aufgrund der Corona-Pause der Künstler frei war und die hochwertigen Hightech-Geräte nicht anderweitig bei Großveranstaltungen gebraucht werden.“

Das ist die Chance, das Kurhaus einmal ganz anders zu erleben.

Nora Waggershauser, Geschäftsführerin Baden-Baden Events GmbH

„Das ist die Chance, das Kurhaus einmal ganz anders zu erleben, und zwar mit etwas, was Baden-Baden so noch nicht hatte.“ Und: „Wir wollen zeigen, dass Baden-Baden nicht still steht.“ Mit den spektakulären digitalen Installationen sollen zum einen Touristen in die Stadt gelockt werden, zum anderen richtet sich das Angebot aber vor allem auch an die Baden-Badener selbst sowie an Gäste aus dem Umland.

„Das ist eine Erlebniswelt für die ganze Familie“, sagt Waggershauser, die das Projekt in den Schulen publik machen möchte und sich einen positiven Impuls für Handel und Gastronomie erhofft.

So wird der Besucher selbst Teil des Werkes.

Felix Brenner, BBE-Pressesprecher

Aktuell laufen im Kurhaus die Arbeiten noch auf Hochtouren. So wird im Bénazet-Saal ein großer grauer Tanzboden verlegt. 200 Quadratmeter beträgt die Fläche, auf die vom Künstler das Werk Bosphorus projiziert wird. Gleichzeitig wird eine 11,50 Meter hohe und 6,50 Meter breite LED-Wand auf der Bühne bespielt.

Ein gigantischer Traum in Blau, den Refik Anadol bislang noch nie zuvor auf zwei unterschiedlichen Ebenen in Szene gesetzt hat – und der begehbar ist. „So kann der Besucher förmlich in die Kunst eintauchen und wird somit selbst Teil des Werkes“, sagt BBE-Pressesprecher Felix Brenner.

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Wenn es dann am 4. Juli soweit ist, erfolgt der Einlass im Kurhaus in Gruppen von maximal 33 Personen und im 20-Minuten-Takt, wobei für den Rundgang 60 Minuten einzuplanen sind.
Informiert wird über das Ereignis mittels einer Präsentation des Künstlers, die auf einer LED-Wand in der Konzertmuschel in einer Endlos-Schleife zu sehen ist.