Michael Hörrmann (links) erläutert engagiert seiner Dienstherrin, Finanzministerin Edith Sitzmann, Wolfgang Scheidtweiler, OB Margret Mergen und Regierungspräsidentin Nicolette Kressl (von links) die Pläne fürs Alte Schloss in Baden-Baden. | Foto: Bernd Kappler

Altes Schloss Baden-Baden

Mehr Besucher für Markgrafenburg

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Die Staatlichen Schlösser und Gärten (SSG) haben für das Schloss Hohenbaden eine Offensive angekündigt, um noch mehr Besucher zu den Überresten des Stammsitzes der Markgrafen von Baden zu locken. Michael Hörrmann, SSG-Geschäftsführer sagte am Dienstag im Beisein seiner Dienstherrin, Finanzministerin Edith Sitzmann, dass das Potenzial an möglichen Besuchern in der Markgrafenburg bei weitem noch nicht ausgeschöpft sei.

Arbeiten an Markgrafenburg

Bis zum Abschluss der derzeit laufenden Verkehrssicherungsmaßnahmen an der Burg soll das Konzept stehen. Zu erwarten seien mehr erklärende Tafeln, Audioguides oder eine Handy-App, ebenso mehr Führungen. Hörrmann: „Wir haben hier alte Steine mit großen Vermittlungschancen.“ Will heißen: Geschichtlich und vor allem bauhistorisch lässt das Alte Schloss hoch über der Stadt keine Wünsche offen. Hörrmann: „Es gibt kaum ein besseres Objekt, wo der Übergang von der mittelalterlichen Burg zum Schloss mit Repräsentationsaufgaben besser nachvollzogen werden kann.“ Das Schloss Hohenbaden habe hier ein ganz besonderes Alleinstellungsmerkmal, betonte der SSG-Geschäftsführer.
Worin ihm Oberbürgermeisterin Margret Mergen beipflichtete und die Absichten des Landesbetriebs als weitere Stärkung für den Tourismus lobte.

In Handarbeit entstehen neue Trockenmauern. | Foto: Bernd Kappler

Ein Ende der rund 130 000 Euro kostenden Verkehrssicherungsmaßnahmen ist im Moment allerdings noch nicht in Sicht. An einigen Stellen wird bereits gearbeitet, am so genannten Bernhardsbau, der im Moment eingerüstet ist, laufe aber noch die Bestandsaufnahme und die Schadensfeststellung, informierte Baudirektorin Pia Riegert-Matt vom Landesbetrieb Vermögen und Bau. Das Gerüst werde vermutlich auch noch im kommenden Jahr stehen bleiben müssen. Insgesamt, so Finanzministerin Edith Sitzmann, hat das Land in den vergangenen fünf Jahren rund 870 000 Euro investiert.

Gastronomie schon offen

Dazu zählt auch der Landesanteil an der Umgestaltung der Gastronomie, der jetzt in die Endphase gehen kann, nachdem Hauptpächter Wolfgang Scheidtweiler endlich die Baugenehmigung in Händen hält. Der Kiosk und das Restaurant waren bekanntlich bereits im vergangenen Jahr nach zweijähriger Schließung wieder eröffnet worden, jedoch fehlte die Genehmigung für die Umgestaltung des Gewölbekellers und den Einbau von insgesamt fünf Zimmern im Dachgeschoss. Es sei ein steiniger Weg gewesen, Notwendigkeiten, Brandschutz und Denkmalschutz unter einen Hut zu bringen, so Scheidtweiler. Aber jetzt: „Kinder, die Sorgen gemacht haben, liebt man später besonders“, sagt der Pforzheimer Unternehmer, zu dessen Firmen bekanntlich auch die Brauerei Franz in Rastatt zählt.

Die Arbeiten zur Verkehrssicherung werden sich noch bis über 2019 hinaus hinziehen. | Foto: Bernd Kappler

Pächterin Petra Hofberger, die zusammen mit ihrem Lebensgefährten Christoph Bergbauer die Gastronomie im Alten Schloss bewirtschaftet, sprüht vor Tatendrang. Das erste Jahr sei in der Tat problematisch gewesen, doch habe sich trotz allem bewiesen, dass das Konzept aufgehe: Im Lokal eine ab 17 Uhr geöffnete gehobene Gastronomie und in der Außenbewirtschaftung für Wanderer und Ausflügler tagsüber ein Angebot mit Vesper und kleineren Speisen. Vom Tourismus allein könne man an dem Standort nicht leben, sagt Petra Hofberger, mithin brauche man die Stammkundschaft aus der Umgebung. Dabei seien sie und Christoph Bergbauer auf dem richtigen Weg.
Die noch erforderlichen Baumaßnahmen werden im Herbst beginnen und Anfang 2019 abgeschlossen sein. Dann stünde auch das komplette Raumangebot zur Verfügung.