FLICKWERK sind einige Straßen im Stadtgebiet von Baden-Baden. Die Katzensteinstraße wurde zwar dieser Tage ausgebessert, ist aber trotzdem noch eine Holperstrecke. Und die Beuerner Straße ist mit Schlaglöchern gespickt. | Foto: Bühler

Neues Kataster in Baden-Baden

Messfahrzeug soll die Straßen scannen

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Die Stadt Baden-Baden bereitet ein Straßenzustandskataster vor. Im Bau- und Umlegungsausschuss gab Stefan Hetzel vom Fachgebiet Vermessung und Geoinformation einen Überblick. „Als Basis für eine grundsätzliche Erhaltungsplanung brauchen wir eine normierte Bestandsaufnahme der Straßen. Aufgrund dieser Daten kann dann in einem nächsten Schritt ein Bau- und Erhaltungsprogramm über mehrere Jahre erarbeitet werden.

Speziell ausgerüstetes Messfahrzeug

Die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen in Köln verfolgt als Hauptziel die Weiterentwicklung der technischen Erkenntnisse im gesamten Straßen- und Verkehrswesen.
Ein speziell ausgerüstetes Messfahrzeug soll die rund 450 Kilometer im Stadtgebiet Baden-Baden mittels Laserscanner erfassen. Für Geh- und Radwege komme ein entsprechendes Kleinfahrzeug zum Einsatz. Nicht befahrbare Abschnitte wie Treppen in der Innenstadt würden durch eine Begehung erfasst. „Das bringt die Grundlagendaten für eine präzise Zustandsbewertung der Straßen mit Löchern und Rissen“, stellte Hetzel fest.

Fundierte Daten

Die Kosten für die Bestandsaufnahme bezifferte er mit 300 000 Euro plus Mehrwertsteuer.
„Wir müssen den genauen Zuschnitt des Projektes noch festlegen und eventuell Schwerpunkte setzen. Denkbar wäre, sich erst dem Kernstadtbereich zuzuwenden, um unter die Schwelle von 209 000 Euro zu kommen, dann bräuchten wir keine europaweite Ausschreibung“ ergänzte Bürgermeister Alexander Uhlig. Stadtrat Werner Schmoll (SPD) begrüßte das Projekt, bei dem der Zustand wissenschaftlich optimiert werden könne. „So wie ich das sehe, können wir die Informationen aber erst 2018/19 bekommen“, sagte er. „Auf jeden Fall im Jahr 2018. Das Geld muss erst noch in den Haushalt eingestellt werden“, antwortete Alexander Uhlig. Er betonte ausdrücklich, dass bis dahin die „Begeher“ den Zustand der Straßen im Stadtgebiet wie bisher im Auge behielten.

Straße nicht fertig gestellt

Das Konzept sei aber auf jeden Fall wichtig, weil durch die wissenschaftlich erstellten Daten ein guter Überblick über das Straßennetz zustande komme, der als exakte Grundlage für weitere Entscheidungen diene. Stadtrat Günter Seifermann (Grüne) erinnerte in diesem Zusammenhang an die Landstraße L 84a, die von den Golfplätzen über Varnhalt nach Steinbach führt. „Die Straße ist nur zum Teil fertiggestellt worden und gleicht zwischen Varnhalt und Steinbach einem Flickenteppich. Altstadträte erinnern mich ständig an die damals getroffenen Vereinbarungen mit dem Regierungspräsidium.“ Gerade jetzt erst sei wieder ein Streifen von rund zehn Metern am Fahrbahnrand geflickt worden. Die Straße sei laut seiner Anfrage auch nicht auf der Prioritätenliste des Regierungspräsidiums. „Wir haben Gespräche geführt. Es stimmt, dass beim Regierungspräsidium andere Projekte eine höhere Priorität genießen. Die Straße ist in den nächsten vier Jahren nicht in der Planung“, sagte Uhlig.