Angetan ist Michael Jarmuschewski vom Wandererlebnis auf dem Panoramweg bei der Etappe am Geroldsauer Wasserfall. Die BNN begleiteten den Wanderwegexperten ein Stück auf seinem Weg.
Angetan ist Michael Jarmuschewski vom Wandererlebnis auf dem Panoramweg bei der Etappe am Geroldsauer Wasserfall. Die BNN begleiteten den Wanderwegexperten ein Stück auf seinem Weg. | Foto: Kamleitner

Michael Jarmuschewski zertifiziert verbesserten Panoramaweg in Baden-Baden

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Mit dem Rucksack und der Sonnenmilch, die er in einer Seitentasche stecken hat, sieht Michael Jarmuschewski aus wie ein gewöhnlicher Wanderer. Ist er aber nicht. Immer mal wieder bleibt der Mann mit dem Pferdeschwanz stehen, macht sich auf einem Klemmbrett Notizen, schaut auf sein GPS-Gerät zur Positionsbestimmung, nimmt die Beschilderung genau unter die Lupe und interessiert sich für viele Details am Wegesrand.

Seit Montag ist er auf dem Panoramaweg unterwegs. Viele Wanderer haben ihn schon angesprochen. „Die wollten wissen, was ich da treibe“, berichtet er im BNN-Gespräch. Ein Geheimnis macht er aus seiner Tätigkeit nicht: Jarmuschewski bewertet im Auftrag des Deutschen Wanderinstituts den verbesserten Baden-Badener Panoramaweg. Die BNN waren ein kleine Etappe mit ihm unterwegs: zum Geroldsauer Wasserfall.

Punkte bleiben Geheimnis

Auf die spannendste Frage gibt Jarmuschewski am Ende der Tour allerdings (noch) kein Antwort: Wie viele Punkte gibt es für den Panoramaweg, der zuletzt im Jahr 2008 zertifiziert wurde und im Jahr 2004 mit dem Titel „schönster Wanderweg Deutschlands“ dekoriert war? Da schweigt der Mann wie ein Grab. Ein Trend ist ihm aber doch zu entlocken: „Was ich bisher gesehen habe, hat mir gut gefallen!“

Panoramaweg wird aufgewertet

Möglicherweise ist an diesem Donnerstag mit einer abschließenden Punktzahl zu rechnen. Sie wird über der der vorausgegangenen Zertifizierung liegen und damit die Aufwertung, die der Weg durch verschiedene Maßnahmen erfahren hat, aus Expertensicht bestätigen: „Der Weg wird bei den Punkten deutlich höher rauskommen!“ Konkreter wird der Tester aber nicht.

Die Technik hilft: Wanderweg-Tester Jarmuschweski nutzt bei seiner Tätigkeit auch ein GPS-Gerät zur Positionsbestimmung.
Die Technik hilft: Wanderweg-Tester Jarmuschweski nutzt bei seiner Tätigkeit auch ein GPS-Gerät zur Positionsbestimmung. | Foto: Kamleitner

45 Kriterien

45 Kriterien sind es, auf die Jarmuschewski sein Augenmerk lenkt und schaut, ob sich da ein Haar in der Suppe befindet. Wie ist es um die Markierung bestellt? Auf welchem Belag wird gewandert? Wie abwechslungsreich ist das Landschaftsbild? Gibt es Aussichtspunkte? Bis am Mittwochabend wollte der Wegeexperte den kompletten Panoramaweg absolviert haben. Von den insgesamt 44 Kilometern fehlten ihm am Mittwochmorgen nur noch 15.

Dadurch gewinnt der Weg auf jeden Fall.

Was bei ihm schon zum Auftakt sehr gut ankam, war die neue Wegführung am Battertfelsen vorbei. „Dadurch gewinnt der Weg auf jeden Fall“, lobt der Wanderwege-Experte . Auf dem Weg dorthin schätzte er zudem in der Stadt die Allee in der Sophienstraße. Und Abschnitte wie zum Geroldsauer Wasserfall seien des „Wanderers Glück“. Das hört sich doch alles schon mal sehr positiv an.

Schilder weisen Weg

Neu ist auf dem Weg zudem die Beschilderung mit Service-Hinweisen etwa auf die nächste ÖPNV-Haltestelle, Aussichtspunkte oder Einkehrmöglichkeiten. Premiumwege („Wandern in der Oberklasse) wie der Panoramaweg seien „unverlaufbar“, betont der Geograf: „Mir nützt die schönste Landschaft nichts, wenn ich den Weg nicht finde“. In Baden-Baden hat er sich nicht verlaufen. Das war aber auch nicht zu erwarten.

Die Kriterien, die er bei seiner Zertifizierungsarbeit als Maßstab an die Wege anlegt, sind übrigens aus Umfragen bei Wanderern gewonnen worden. Von denen wollte das Wanderinstitut wissen, was ihnen wichtig ist.

Etappen-Vorschläge für Panoramaweg

Etappe 1: Kurhaus, Battert, Talstation Merkurbergbahn (9,4 Kilometer, 460 Höhenmeter)
• Etappe 2: Talstation Merkurbergbahn, Eckhöfe, Marienkapelle, Forellenhof/Fischkultur (8,6 Kilometer, 220 Höhenmeter)
• Etappe 3: Forellenhof/Fischkultur, Geroldsauer Wasserfall, Geroldsauer Mühle (14,2 Kilometer, 340 Höhenmeter)
• Etappe 4: Geroldsauer Mühle, Korbmattenfelsen, Rosenneuheutigengarten Beutig, Kurhaus (13,2 Kilometer, 400 Höhenmeter)

Kommentar
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Für Aktive

Wer sich gerne in der freien Natur aufhält, dem sind die schönen Wanderwege in der Region nicht verborgen geblieben. Aber es soll immer noch Zeitgenossen geben, die für Wandertouren auf hochgelobten Wegen eine weite Anreise nicht scheuen – oder lieber vor dem Fernseher oder dem Computer sitzen. Mit dem Panoramaweg liegt dagegen ein äußerst attraktiver Wanderweg direkt vor der Haustür. Mit der Neugestaltung wurden die rund 44 Kilometer rund um Baden-Baden noch abwechslungsreicher, was sich gewiss in einer noch besseren Punktezahl bei der Zertifizierung niederschlagen wird.

Abstecher in Etappen

Ein Abstecher auf den Weg ist auch für weniger ambitionierte Wanderer ein Erlebnis. Man muss ja nicht gleich zu einem Wandermarathon aufbrechen, sondern kann die Wanderlust in (kleinen) Etappen genießen und so vielleicht Gefallen an der Bewegung unter freiem Himmel finden. Dabei hat der Panoramaweg einen großen Vorteil: Er liegt nahe an der Stadt. Wer auf ihm wandert, kann dennoch in die Natur eintauchen und entspannen. Es lohnt sich also, aktiv zu sein.