Vergütung beim Parken: Stadtwerke und Einzelhändler wollen ein Projekt starten, um Kunden einen Rabatt in den städtischen Parkhäusern zu gewähren.
Vergütung beim Parken: Stadtwerke und Einzelhändler wollen ein Projekt starten, um Kunden einen Rabatt in den städtischen Parkhäusern zu gewähren. | Foto: Rudolphi

Stadtwerke und Händler

Mit Münzen gibt es in Baden-Baden künftig Park-Rabatt

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Die Stadtwerke wollen mit den Einzelhändlern voraussichtlich Mitte des kommenden Jahres das System für Rabatte in den städtischen Parkhäusern wieder reaktivieren. Nach Auskunft von Helmut Oehler, Geschäftsführer der Stadtwerke, stützt sich das Konzept im Wesentlichen auf Münzen, die die Händler an ihre Kunden ausgeben und die die Parkgebühr um einen bestimmten Betrag reduzieren. Oehler zufolge ist an eine Vergütung von einem Euro pro Münze gedacht.

„Dieses Modell gab es bereits vor vielen Jahren“, erläutert Stefan Güldner, Leiter der Parkgaragengesellschaft. Von den damals ausgegebenen Münzen seien nach wie vor Tausende im Umlauf, aber niemand nutze sie noch. „Obwohl es damals kein Erfolg war, wollen wir dieses Konzept wieder aufleben lassen“, bekräftigt Oehler im BNN-Gespräch. Dieses Mal sei geplant, diese Aktion mit gezielten öffentlichkeitswirksamen Kampagnen sowie mit Plakaten und Aufstellern kommunikativ besser zu begleiten.

Anregung für den Handel

Matthias Vickermann unterstützt diesen Vorstoß. „Alles, was den Handel anregt, ist positiv“, sagt der Vorsitzende der Einzelhändler-Initiative Baden-Baden Innenstadt (BBI). Die Kunden seien verwöhnt und überlegten, wo sie günstig parken könnten.

Die Händler hätten den Vorteil, die Münzen „deutlich günstiger“ als zum Wert eines Euro beziehen zu können. Dieses System lasse sich mit wenig Aufwand umsetzen. „Die Hemmschwellen für den Handel, sich daran zu beteiligen, sind niedrig“, versichert Vickermann.

Park-Rabatt auch digital?

Oehler und der BBI-Vorsitzende sehen sich keineswegs als Gegner des Digitalen, dennoch distanzieren sie sich vom Vorschlag der SPD-Gemeinderatsfraktion, ein elektronisches Rabatt-System einzuführen. Deren Stadtrat Werner Schmoll machte in einem Antrag an OB Margret Mergen vom Juni 2017 darauf aufmerksam, dass es inzwischen sogenannte smarte Applikationen gebe. Sie ermöglichten es Betreibern von Parkhäusern, Shops anzubinden, ohne diese mit teurer Hardware ausstatten zu müssen. Schmoll zufolge lassen sich dafür mobile Endgeräte nutzen.

Individuelles System

Die Händler installierten einfach eine entsprechende App auf einem Smartphone oder einem Tablet. Über das Internet könnten sie in ihrem eigenen Portal verschiedene Rabatte festlegen. Auch mehrere Nachlässe von verschiedenen Geschäften ließen sich auf einem Parkticket erfassen. Der Händler scanne einfach das Parkticket des Kunden ein und übertrage darauf den Rabatt. Das System ermögliche es, die Rabatt-Höhe individuell festzulegen und Nachlässe von mehreren Händlern zu verbuchen.

Materielles auf die Hand.

„Wir glauben, es ist ein Vorteil, wenn der Händler dem Kunden etwas Materielles auf die Hand gibt“, begründet Oehler das Modell mit Münzen. Dem pflichtet Vickermann bei und verweist darauf, dass eine elektronische Parkvergütung mit Kosten verbunden sei. „Wer bezahlt das?“, fragt er.

Erstmal gibt es Münzen

Zudem sei der Altersdurchschnitt der Händler relativ hoch, viele gingen den digitalen Weg wohl nicht mit. Das Münz-Konzept sei ein erster guter Schritt. „Wir können ja dann immer noch überlegen, wie es künftig weitergehen könnte“, sagt Vickermann. Werner Schmoll hingegen macht keinen Hehl daraus, wie er dazu steht. Er hält das Ganze für antiquiert: „Jetzt gibt es wieder Münzen wie vor 40 Jahren.“