Vom Brand gezeichnet: Das Türmchen der denkmalgeschützten Immobilie am Sonnenplatz in Baden-Baden wurde abgenommen. Es wird restauriert.
Vom Brand gezeichnet: Das Türmchen der denkmalgeschützten Immobilie am Sonnenplatz in Baden-Baden wurde abgenommen. Es wird restauriert. | Foto: Bernd Kamleitner

Turm und Kuppel abgenommen

Nach Brand: Denkmalgeschützte Immobilie am Sonnenplatz wird saniert

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Im vergangenen Jahr wurde die Fassade erneuert, doch die Immobilie am Sonnenplatz in Baden-Baden ist schon wieder eingerüstet. Und sie wird es für längere Zeit bleiben. Nach dem Brand in dem denkmalgeschützten Gebäude Mitte Juni muss das fünfstöckige Anwesen generalsaniert werden. Die Maßnahme ist mit dem Denkmalamt abzustimmen und sie bedarf eines Bauantrags. „Es wird wohl Mitte/Ende 2020 werden, bis es losgeht“, vermutet Martina Binsdorf vom Architekturbüro Binsdorf. Letztendlich wird es auch von den Behörden abhängen, bis wann grünes Licht für die Sanierung erteilt wird.

Schaden durch Löschwasser

Zuletzt ging es darum, die Immobiliensubstanz nach dem verheerenden Brand im Dachgeschoss und dem Wasserschaden durch die Löscharbeiten zu erhalten. Die Errichtung eines Notdaches am Montag gilt zudem als Sicherungsmaßnahme, um das Wohn- und Geschäftshaus von oben vor neuer Nässe zu schützen. „Das Haus wurde fast auf roh zurückgebaut“,. berichtet Martina Binsdorf, die mit ihrem Mann, dem Architekten Ralf Binsdorf, nicht nur in der Immobilie wohnte, sondern dort auch das Architekturbüro hatten und – wie die übrigen Bewohner – von einem Moment auf den anderen eine neue Bleibe suchen mussten.

Das Büro Binsdorf, auf die Sanierung denkmalgeschützter Immobilien spezialisiert und nun vorübergehend in der Stolzenbergstraße beheimatet, wird die Maßnahme als verantwortliches Büro begleiten. Am Montag verfolgten viele Schaulustige, wie das Türmchen aus Kupferblech und die Reste einer hölzernen Zwiebelkuppel in luftiger Höhe von verkohlten Resten der Dachkonstruktion abgetrennt und auf einen Lastwagen verladen wurden.

Mobilkran im Einsatz

Dafür war ein Mobilkran mit einem 60-Meter- Ausleger im Einsatz. Die Teile werden zunächst in Freiburg eingelagert, restauriert und dann an ihren angestammten Platz auf dem Dach des Anwesens am Sonnenplatz zurückkehren. Die alten Parkettböden, die vom Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen wurden, kommen ebenfalls raus, werden getrocknet und aufgearbeitet, bevor sie im Zuge der Sanierung wieder verlegt werden. Auch die schönen Stuckarbeiten sollen erhalten bleiben. „Das wunderschöne Haus wieder herzustellen, das ist unsere Leidenschaft“, berichtet Binsdorf.

Familie wird oft auf Brand angesprochen

Die Familie wird immer wieder auf das Schicksal in den frühen Morgenstunden des 15. Juni angesprochen, als das Dach in Flammen stand. Zum Glück konnten sich damals alle Hausbewohner in Sicherheit bringen, weil die 19-jährige Tochter der Familie, die im Dachgeschoss wohnte, Alarm schlug. „Man kann nur dankbar sein, dass niemand verletzt wurde“, blickt Martina Binsdorf zurück. n Kommentar