Attraktion: Weitere Stationen sollen den Adlerhorst entlang des Wildnispfads bei Baden-Baden im Nationalpark Schwarzwald ergänzen. | Foto: Rudolphi

Nationalpark bei Baden-Baden

Wildnispfad möchte künftig mit Erlebnisstationen locken

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Der Nationalpark Schwarzwald möchte in den kommenden Jahren seine Angebote auf der Fläche, die Baden-Baden in das Schutzgebiet eingebracht hat, sukzessive erweitern. Wie bereits berichtet, soll das Haus Falk nahe beim Plättig zu einer Rangerstation werden mit dem Ziel, die Naturbildung vor allem von Kindern und Jugendlichen zu fördern.

Das geplante Angebot dreht sich um Tierbehausungen

Zudem gibt es die Idee, beim Wildnispfad das Thema Tierbehausungen aufzugreifen. Nach Auskunft von Thomas Waldenspuhl, dem Leiter des Nationalparks, ist geplant, dieses Projekt nicht nur beim im Vorjahr eröffneten Adlerhorst zu belassen.

Das Konzept ist noch nicht ausgereift

Das Konzept sei noch nicht ausgereift, es sehe aber im Wesentlichen vor, das Thema Tierbehausungen mit mehreren Erlebnisstationen entlang des Wildnispfads zu präsentieren: Denkbar seien ein Eichhörnchenkobel, ein Wildschweinwurfkessel, eine Spechthöhle und ein Dachs- oder Fuchsbau. Waldenspuhl zufolge gibt es noch keine Zeitschiene für dieses Projekt. „Es ist eher eine langfristig angelegte Idee“, bekräftigt der Leiter im BNN-Gespräch.

Baden-Baden bringt 420 Hektar in den Nationalpark ein

Der Nationalpark-Chef hält es für einen gelungenen strategischen Schachzug des früheren Oberbürgermeisters Wolfgang Gerstner, rund 420 Hektar stadteigenen Wald in das Schutzgebiet eingebracht zu haben. Baden-Baden ist damit die einzige Kommune, die eine Fläche im etwa 10 000 Hektar großen Nationalpark stellt – der Rest ist Staatswald.

Der Hohe Ochsenkopf rundet das nördliche Teilgebiet ab

„Ohne diese Entscheidung hätte es das heutige nördliche Gebiet mit dem Hohen Ochsenkopf nicht gegeben“, ist Waldenspuhl überzeugt und verweist darauf, dass in der Gründungsphase des Nationalparks auch eine Fläche bei Calw im Gespräch gewesen sei.

Der Gemeinderat lobt die bisherige Aufbauarbeit

Der Gemeinderat steht nach wie vor zu seinem Beschluss vom Frühjahr 2013. Nach seiner jüngsten Präsentation vor dem Gremium erntete der Nationalpark-Leier durchweg nur Lob und Anerkennung für die bislang geleistete Arbeit. Waldenspuhl verweist darauf, dass der Luchs- und Wildnispfad sowie die Badner Höhe Pfunde seien, mit denen die Stadt touristisch werben könne. „Das sind zweifellos Add-ons, von denen Baden-Baden profitiert“, betont Waldenspuhl.

Über Stock und Stein: Eine Tour im Wildnispafd führt durch einen Wald, der seit Jahren sichselbt überlassen ist. | Foto: Stadt Baden-Baden

Erleben die Höhenhotels eine Renaissance?

Er sieht zudem weiteres Potenzial in einem Natur- und Gesundheitstourismus, der den stark ausgeprägten Kultur- und Bädertourismus ergänzen könnte. In diesem Zusammenhang kann Waldenspuhl sich auch eine Renaissance der traditionellen Höhenhotels entlang der Schwarzwaldhochstraße vorstellen.

Rund 15 Prozent der Nationalparkbesucher sind Ausländer

Nach einer Studie der Universität Würzburg seien 14,6 Prozent aller Nationalparkbesucher Ausländer. Das Schutzgebiet trage zunehmend zur Wertschöpfung bei: Nach einer Untersuchung im Jahr 2015 gaben die Besucher mehr als 20 Millionen Euro in der Region aus.

Baden-Baden ist ein Schwerpunkt im Verkehrskonzept

Waldenspuhl zufolge bildet Baden-Baden einen Schwerpunkt bei der Untersuchung für das geplante Verkehrskonzept, das unter anderem eine regelmäßige Busverbindung vom Bahnhof Baden-Oos nach Freudenstadt vorsieht. Zudem sei eine digitale Online-Plattform mit sämtlichen Verkehrsbeziehungen geplant. Das Konzept stehe soweit, fraglich sei jedoch die Finanzierung. „Da bin ich sehr gespannt auf die Gespräche des Landes mit den betroffenen Stadt- und Landkreisen“, sagt Waldenspuhl.

Weitere Infos zum Nationalpark gibt es unter www.nationalpark-schwarzwald.de.