Das frühere Bauhofareal in der Schwarzwaldstraße könnte bald so aussehen. Die Baugenossenschaft Baden-Baden will dort 42 alters- und behindertengerechte Geschosswohnungen sowie Räume für eine neue Geschäftszentrale der Baugenossenschaft verwirklichen. | Foto: Freivogel Mayer Architekten

Baugenossenschaft investiert

Neue Wohnungen in Baden-Baden

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Konkrete Formen nimmt das Projekt „Wohnen im Ooswinkel“ der Baugenossenschaft Baden-Baden an, das bekanntlich auf dem Areal des ehemaligen Bauhofes in der Schwarzwaldstraße verwirklicht werden soll. Am Donnerstag hat der Bauausschuss des Gemeinderates über den vorhabenbezogenen Bebauungsplan zu entscheiden, mit dem neue Wohnungen geschaffen werden.

42 neue Wohnungen

Die Baugenossenschaft will auf dem direkt an der Oos gelegenem Gelände insgesamt 42 alters- und behindertengerechte Geschosswohnungen sowie Räume für eine neue Geschäftszentrale der verwirklichen. 20 Wohnungen sollen barrierefrei und vier Wohneinheiten rollstuhlgerecht ausgebaut werden. Im Untergeschoss entsteht eine Tiefgarage.

Die Flucht der Schwarzwaldstraße setzt sich mit dem Neubau fort. | Foto: Freivogel Mayer Architekten

Wobei die Baugenossenschaft das Projekt als Ergänzung zur benachbarten, ebenfalls der Baugenossenschaft gehörenden Ooswinkelsiedlung, betrachtet. Eine Barrierefreiheit in den denkmalgeschützten Gebäuden der Gartenstadtsiedlung könne nicht hergestellt werden, gleichzeitig hätten die die dortigen Bewohner ein gesteigertes Interesse daran, in ihrem gewohnten Umfeld wohnen zu bleiben. Deshalb soll der historische „Ooswinkel“ im Bereich des ehemaligen Bauhofs durch neue Wohnungsangebote erweitert werden.

Zwischen der Oswinkelsiedlung und dem Neu entsteht ein Quartiersplatz. | Foto: Freivogel Mayer Architekten

Der Neubau ist in zwei Baukörper gegliedert, die längs zur südlich verlaufenden Oos und zur nördlich verlaufenden B 500 ausgerichtet sind. Die Baubeschreibung: „Der lang gestreckte Baukörper führt die Flucht der Schwarzwaldstraße fort und passt sich mit drei Geschossen und flachgeneigtem Dach den Höhen der bestehenden Ooswinkelsiedlung an. Hier werden Gebäudehöhen von maximal zehn Meter erreicht. Endpunkt ist ein fünfgeschossiger Gebäudetrakt mit einer Höhe von maximal 15,5 Meter, der einen prägnanten Abschluss der Wohnbebauung auf der einen und der Grünzone zwischen Vorstadt und Innenstadt auf der anderen Seite bildet.“ Zwischen dem Neubau und der Ooswinkelsiedlung entsteht ein Quartiersplatz.

Naturschutz hat Bedenken

Laut schalltechnischem Gutachten ist die Wohnanlage weder durch die Bundesstraße 500 noch durch das Aumattstation auf der anderen Seite der Oos beeinträchtigt. Bedenken kommen vom Naturschutz, weil das Projekt bis an die Oos reicht und kein Gewässerrandstreifen mehr möglich ist.

Kommentar
Keine Freude ohne Leid: Während sich die Baugenossenschaft Baden-Baden anschickt, aus dem hässlichen Entlein „ehemaliger Bauhof“ ein schmuckes Wohnquartier im Ooswinkel zu machen, rümpft der Naturschutz die Nase: „Chance vertan“, lautet das Urteil.
Stein des Anstoßes ist die Oos, beziehungsweise der Gewässerrand, den es künftig nicht mehr geben wird, denn das Neubauprojekt reicht bis ans Ufer, das von einer Mauer begrenzt und von einem Fuß- und Radweg auf der Mauerkrone gekrönt wird. Baurechtlich ist damit der vorgeschriebenen Abstand von fünf Meter eingehalten. Ein ökologisch hochwertiger Gewässerrandstreifen werde indesen nicht entwickelt, schreibt das Fachgebiet Umwelt und Arbeitsschutz im Rathaus an die Kollegen. Mehr noch: Auch aus wasserrechtlicher und wasserwirtschaftlicher Sicht sei das Vorhaben als unbefriedigend zu werten. Rechtlichen Bedenken könnten jedoch nicht vorgebracht werden.
Ein klassischer Zielkonflikt also, der letztlich durch Abwägung zu beheben ist. Aus Sicht des Fachbereichs eindeutig: Die Freiflächenplanung habe die bestmögliche Gestaltung des Ufers ergeben und die Planung sei mit dem Fachgebiet Park und Garten abgestimmt worden, „sodass von einer qualitätsvollen Gestaltung ausgegangen werden kann.“ Der Hochwasserschutz sei im Übrigen ausreichend sichergestellt. Und: „Ein ökologisch hochwertiger Ausbau wurde auch aufgrund der Lage des Plangebiets nicht verfolgt, um die Wohnbebauung ausreichend zu sichern.“
Wie gesagt: ein Zielkonflikt.