Künftig konzentriert: Ab dem kommenden Jahr stellen vorrangig die Krankenhäuser in Balg und Rastatt die medizinische Notfallversorgung im Gebiet des Klinikums Mittelbaden sicher. | Foto: Klinikum

Klinikum Mittelbaden

Notfallversorgung erhält neue Struktur

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Das Klinikum Mittelbaden wird ab dem kommenden Jahr die Notfallversorgung von Patienten vorrangig mit seinen Standorten Balg und Rastatt sicherstellen. Die Rettungsdienste werden Notfallpatienten je nach Schwere ihrer Erkrankung primär in diese beiden Kliniken einliefern.

Behandlung konzentriert sich auf Balg und Rastatt

Die Krankenhäuser in Bühl und Forbach seien weiter Tag und Nacht für Patienten geöffnet, betont Norbert Roeder, Medizinischer Geschäftsführer des Klinikums Mittelbaden, in einem Pressegespräch. Wenn die Behandlung von dort eintreffenden Notfallpatienten jedoch nicht möglich sei, würden die Ärzte sie nach Balg oder Rastatt verlegen lassen.

Beschluss des Bundesausschusses war Grund für Neuausrichtung

„Bühl und Forbach sind in Zukunft keine Notfallkrankenhäuser mehr, stehen aber für ärztliche Hilfe offen“, erläutert Roeder. Patienten sollten deshalb zuvor überlegen, wohin sie gehen. Grund für die Neustrukturierung ist ein Beschluss des gemeinsamen Bundesausschusses, des obersten Gremiums des selbstverwalteten Gesundheitswesens. Ziel ist es Roder zufolge, die Notfallversorgung an den etwa 1 800 Akutkliniken in Deutschland auf rund 1 200 Krankenhäuser zu konzentrieren. Es gehe darum, die Notfallbehandlung auf Kliniken zu begrenzen, die durch die vorgehaltenen Fachabteilungen sowie die vorhandenen Geräte optimal ausgestattet seien. Nach Auskunft des Medizinischen Geschäftsführers müssen die Krankenhäuser ihre Eignung nachweisen. Balg und Rastatt erfüllten auf jeden Fall die Voraussetzungen, ist Roeder überzeugt.

Bühl und Forbach sind in Zukunft keine Notfallkrankenhäuser mehr, stehen aber für ärztliche Hilfe offen.

„Für die Patienten fällt nichts weg“, bekräftigt Thomas Iber, Ärztlicher Direktor der Klinik Baden-Baden/Bühl. Die Konzentration auf bestimmte Zentren trage dazu bei, die Qualität der Notfallversorgung zu verbessern. Dafür sei es erforderlich, die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu entlasten. Iber zufolge nimmt die Zahl der Patienten, die aufgrund einer Banalität den Notruf wählen oder selber in die Notaufnahmen kommen, seit Jahren zu.

Konzentration auf Zentren soll Qualität verbessern

Der Ärztliche Direktor geht davon aus, dass das in der Klinik Balg bei etwa 40 000 Patienten pro Jahr zehn bis 15 Prozent seien. „Das ist eine konservative Schätzung“, meint Iber. Umso wichtiger sei künftig der ambulante Bereitschaftsdienst der niedergelassenen Ärzte. Roeder weist darauf hin, dass nur Patienten in die Notaufnahmen kommen sollten, denen eine Arztpraxis oder ein ambulanter Notdienst nicht helfen könne und deren Zustand eine sofortige Behandlung oder auch Krankenhausaufnahme erfordere.

Fischer: Bereitschaftsdienst gewährleistet umfassende Versorgung

„Im Bereitschaftsdienst arbeiten erfahrene Fachärzte“, stellt Martin Holzapfel, stellvertretender Vorsitzender der Ärzteschaft Rastatt, klar. Es sei unter der vor zwei Jahren eingeführten Telefonnummer 116 117 möglich, außerhalb der üblichen Sprechzeiten ärztliche Hilfe zu bekommen, wenn die Symptome so seien, dass der Patient nicht in die Notdienst-Praxis kommen könne. Patrick Fischer, Vorsitzender der Ärzteschaft Baden-Baden, bekräftigt, der Bereitschaftsdienst gewährleiste eine umfassende ärztliche Versorgung. Nur bei echten Notfällen wie etwa großer Atemnot, stark blutenden Wunden, Herzbeschwerden, Lähmungserscheinungen oder akuten Schmerzzuständen sollten die Betroffenen die Notfall-Nummer 112 wählen oder die Notaufnahme aufsuchen.

Service: Das Klinikum Mittelbaden legt mit einer Auflage von rund 100 000 Exemplaren einen Flyer auf, der über den Ärztlichen Bereitschaftsdienst, Telefon 116 117, und die Zentrale Notaufnahme, Rufnummer 112, informiert. Er liegt in den Arztpraxen und an öffentlichen Stellen aus.