Im Olympiastadion von Sotschi trifft das Team von Nationaltrainer Joachim Löw auf Schweden. Auch die WM trägt bei zu einem internationaler werdenden Flair von Baden-Badens Partnerstadt an der russischen Schwarzmeerküste.
Im Olympiastadion von Sotschi trifft das Team von Nationaltrainer Joachim Löw auf Schweden. Auch die WM trägt bei zu einem internationaler werdenden Flair von Baden-Badens Partnerstadt an der russischen Schwarzmeerküste. | Foto: Christian Charisius

Vor dem Spiel gegen Schweden

Partnerstadt von Baden-Baden: In Sotschi steigt das WM-Fieber

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Auf Fotos von der Nationalmannschaft scheint es fast so, als wären mit dem vorübergehenden Umzug nach Sotschi, der Partnerstadt von Baden-Baden, wieder Ruhe und Freude bei Jogis Jungs eingekehrt. Gleichzeitig bricht sich das WM-Fieber Bahn im Bade- und Kurort an der russischen Schwarzmeerküste.

Kurt Liebenstein erzählt von WM-Begeisterung in Sotschi

Der stellvertretende Vorsitzende des Partnerschaftsvereins und Baden-Badener Ex-Bürgermeister Kurt Liebenstein war kürzlich mit einer Gruppe auf Bürgerreise in Sotschi. Auch er erzählt von Begeisterung dort. „Sotschi ist stolz, weil die Deutschen dort beim Confederations-Cup Station gemacht haben“, berichtet er weiter. Ohnehin beobachtete er eine „Zuneigung zu Deutschland“ und meint, dass jetzt beim Fußball die Sympathien dort natürlich zunächst der russischen Nationalmannschaft gelten, dann aber wohl der deutschen.

Flair in der Stadt wird internationaler

Zudem verändere sich das Flair in der Stadt, mehr internationale Gäste seien da. Jedoch steht dort die WM in einer Linie mit anderen Veranstaltungen, die ein internationales Publikum anziehen. Große Kongresse finden in der Stadt statt, seit 2014 trägt die Formel 1 dort den „Großen Preis von Russland“ aus und natürlich waren in Sotschi die Olympischen Winterspiele und einzelne Begegnungen des Fifa-Konföderationen-Pokals 2017 – unter anderem das Halbfinale, das Deutschland im mittlerweile auf eine Kapazität von 48 000 Zuschauern ausgebauten Olympiastadion gegen Mexiko mit 4:1 gewann, um dann im Finale Chile zu schlagen.

Krimkrise wirkt sich nicht auf direktes Verhältnis aus

Mit Blick auf die Städtepartnerschaft sagt Liebenstein, sie sei „weitgehend ähnlich“ zu den anderen Partnerschaften Baden-Badens, wobei dies natürlich auch immer stark von persönlichen Beziehungen abhänge. Auch die Abkühlung der deutsch-russischen Beziehungen in Folge der Krim-Annexion und der Kämpfe in der Ostukraine schlage sich im direkten Verhältnis nicht nieder. „Im persönlichen Kontakt merken Sie nichts“, sagt er.

Die Russen sehen in Deutschland ihren natürlichen Partner.

Ganz im Gegenteil: „Die Russen sehen in Deutschland ihren natürlichen Partner.“ Außerdem sei die Partnerschaft „ganz ganz wichtig, wenn es politisch nicht so klappt“. Sie setze durch persönliche Kontakte und Begegnungen auch ein Gegengewicht zum medial in Russland vermittelten Bild von der deutsch-russischen Beziehung.

Begegnungen wichtiger als WM

Der Weltmeisterschaft traut Liebenstein keine große vermittelnde und verbindende Wirkung zu. „Die WM ist ein Event“, sagt er. „Die Begegnungen im Bereich der Musik, der Kunst der Jugend sind wichtiger.“ Und auch zu einer Reise zur WM von Baden-Baden kommt es nicht. Da sei das Problem die Kartenvergabe gewesen. Als sich dann die Möglichkeit ergeben hätte, war es dann schlicht zu spät, um die Reise noch zu planen.