Hier geht's los: Der erste Bauabschnitt widmet sich dem teilweise stark geschädigten Turm der Stiftskirche Baden-Baden. | Foto: Rudolphi

Die Sanierung läuft an

Patenschaften sollen weitere Spender für die Stiftskirche Baden-Baden locken

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Die Spenden-Aktion für die anstehende Sanierung der Stiftskirche Baden-Baden hat inzwischen rund 358.000 Euro eingebracht. Die Kirchengemeinde möchte Patenschaften für bestimmte Objekte vergeben, um weitere Spender zu gewinnen.

Nach einer jahrelangen Vorbereitungsphase läuft die Sanierung der Stiftskirche Baden-Baden an. Rund sieben Millionen Euro sind für das Vorhaben veranschlagt, von denen die Kirchengemeinde etwa 1,1 Millionen Euro tragen muss, die sie über Spenden stemmen möchte. Etwa 358.000 Euro sind bereits eingegangen. Patenschaften für bestimmte Objekte sollen weitere Förderer locken.

Michael Teipel ist erleichtert: „Wir sind hoch erfreut, dass wir endlich loslegen können“, sagt der Pfarrer der Katholischen Seelsorgeeinheit Baden-Baden mit Blick auf die anstehende umfassende Sanierung der Stiftskirche. Nach Jahre langer Vorbereitung gehe das Bauvorhaben jetzt in die entscheidende Phase, betont der Seelsorger, als der Bauausschuss  die Kirchengemeinde über den aktuellen Stand des Projekts informiert.

Die Arbeiten beginnen mit Verzögerung

Dass die über mehrere Jahre angelegte Renovierung des Gotteshauses am Marktplatz mit einigen Wochen Verzögerung startet, bekräftigt Architekt Thomas Halder vom Büro für Baukonstruktionen in Karlsruhe. „Die ersten Verträge für die Handwerksfirmen gehen raus“, versichert der Architekt.

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Der Bund möchte 750.000 Euro beisteuern

Das sei bislang nicht erfolgt, um die ausstehenden Zuschüsse nicht zu gefährden. Halder bezieht sich dabei vor allem auf eine finanzielle Unterstützung von 750.000 Euro, die der Bund angekündigt hat.

Der Förderbescheid liegt noch nicht vor

Nach Teipels Auskunft hat es Anfang der vergangenen Woche ein rund vierstündiges Gespräch gegeben, an dem auch Vertreter des Bundes beteiligt gewesen seien. Der offizielle Förderbescheid sei zwar noch nicht eingegangen, aber der Pfarrer geht davon aus, dass einer Zusage nichts mehr im Weg steht.

Unterdessen ist eine Spenden-Aktion erfolgreich angelaufen. Elisabeth Lammert vom Bauausschuss informiert, dass aktuell rund 358.000 Euro eingegangen seien. Die Kirchengemeinde müsse von den Baukosten, die mit etwa sieben Millionen Euro kalkuliert sind, rund 1,1 Millionen selbst aufbringen.

Die Kirchengemeinde möchte keine Kredite aufnehmen

Sie wolle dafür keine Kredite aufnehmen, weil das die finanziellen Spielräume weiter einenge. „Wir haben den Ehrgeiz, diese Summen zusammenzubringen“, betont Lammert. Der bisherige Stand stimme sie hoffnungsvoll, dieses Ziel zu erreichen.

Ohne die Stiftskirche gäbe es die Stadt nicht

Elisabeth Lammert vom Bauausschuss der Stiftskirchengemeinde

„Ohne die Stiftskirche gäbe es die Stadt nicht. Deren 1000-jährige Geschichte sollte die Bürger bewegen, sich an der Spenden-Aktion zu beteiligen“, appelliert Lammert. Neben den Großspendern, die Beträge von 100.000 und 50.000 Euro eingebracht hätten, seien auch kleine Summen erwünscht.

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Die Patenschaft für einen Stuhl kostet 75 Euro

Um Förderern ein finanzielles Engagement zu erleichtern, können sie Patenschaften für bestimmte Objekte übernehmen. Die symbolischen Beträge liegen beispielsweise bei 75 Euro für einen Stuhl, 150 Euro für eine Bodenplatte, 300 Euro für einen Stein am Kirchturm oder 1.000 Euro für eine Kirchenbank.

Der Musikverein Lichtenthal gibt am 22. März um 16 Uhr ein Benefizkonzert zu Gunsten der Sanierung. Danach läuten zum letzten Mal die Glocken. Der feierliche Abschied vom Kirchenraum steht am 28. Juni an. Für die Arbeiten ist es erforderlich, ihn komplett auszuräumen. Dieter Krieg wird voraussichtlich im Juli und August eine Kunst-Ausstellung im leeren Hauptschiff der Kirche gestalten.