Die PFC-Belastung der Böden im Raum Baden-Baden und Rastatt belastet jetzt auch den Kiesabbau. Die Firma Peterbeton musste ihren ursprünglichen Antrag auf weitere Abbauflächen jetzt auf zwei als unbelastet geltende Flächen reduzieren (Mitte links und Mitte). | Foto: Nikolaus Hertweck

Baden-Baden

PFC verhindert Kiesabbau

Die PFC-Belastung im Raum Baden-Baden und Rastatt zieht weitere Kreise und beeinflusst jetzt auch den weiteren Kiesabbau im Kiesdreieck Sandweier/Iffezheim. Ursprünglich hatte die Sandweierer Firma Peterbeton zur mittelfristigen Existenzsicherung bereits im Oktober 2014 einen Antrag auf wasserrechtliche Planfeststellung zur Erweiterung ihres Kiesabbaus im Gewann „Oberfeld“ in Sandweier gestellt. Was nach Feststellung der Stadtverwaltung im Moment nicht genehmigt werden kann, weil die 2014 beantragte Erweiterungsfläche auch landwirtschaftliche Grundstücke umfasst, auf denen PFC-Belastungen festgestellt worden sind.

Nur Teilflächen möglich

Folge: Das Unternehmen musste jetzt eine wasserrechtliche Teilplanfeststellung für zwei offenbar unbelastete Teilabbaufelder beantragen. Das Thema steht bei der ersten öffentlichen Sitzung des Ortschaftsrates Sandweier am 9. Januar auf der Tagesordnung. Das Teilabbaufeld I ist laut Vorlage an den Ortschaftsrat ein etwa 2,3 Hektar großer Bereich, der im Westen und Süden an die bestehende Konzessionsgrenze der Firma Peterbeton sowie im Nordosten an die Konzessionsgrenze der benachbarten Firma Eugen Kühl und Söhne anschließt. Das Teilabbaufeld II erstreckt sich laut Stadt auf eine etwa 2,2 Hektar große Ackerfläche zwischen der Autobahn und der Teilabbaufläche I.

INF_Kiesabbau_Sandweier

Mit Regionalplan vereinbar

Die Erweiterung des Kiesabbaus in den beiden Teilabbaufeldern ist laut Stadt mit dem Regionalverband Mittlerer Oberrhein abgestimmt. Beide Flächen lägen innerhalb des Vorranggebiets für den Abbau der Rohstoffe Kies und Sand. Auch der Flächennutzungsplan der Stadt sieht dort Kiesabbau vor.
Die Teilabbaufläche I gilt als unbelastet. Sie erstreckt sich überwiegend auf die Fläche der ehemaligen „Deponie Oberfeld“. Die dort befindlichen rund 105 000 Kubikmeter Altablagerungen seien in den vergangenen Jahren vollständig ausgebaggert und fachgerecht entsorgt worden. Derzeit werde der nach dem Aushub der Deponie verbliebene Hohlraum als Zwischenlager für den Aushub verwendet, der beim Bau des Tunnels der Deutschen Bahn in Rastatt anfällt. Das Teilabbaufeld II wird derzeit ackerbaulich genutzt.

Eine Milliarde Kubikmeter

Das Kies- und Sandvolumen wird auf rund eine Milliarde Kubikmeter geschätzt. Bleibt die Förderrate von derzeit jährlich 200 000 Kubikmeter gleich, reiche das Vorkommen für rund fünf Jahre. Die Stadtverwaltung weist indessen darauf hin, dass auf den derzeitigen Abbauflächen noch Reserven vorhanden seien. Zahlen werden in der Vorlage aber nicht genannt.

Ausgleich wird geschaffen

Durch die künftigen Abbauflächen verläuft der Iffezheimer Weg als Zufahrt zum Strandbad, eine Gashochdruckleitung sowie ein Starkstromkabel. Sämtliche Infrastruktureinrichtungen müssen auf Kosten des Unternehmens verlegt werden. Außerdem sind ökologische Ausgleichsmaßnahmen erforderlich. Zielsetzung dieser Rekultivierungsplanung sei es, an den neu entstehenden Seeabschnitten eine naturschutzfachlich wertvolle Uferzone mit einer angrenzenden Abbauböschung aus sandig-kiesigen Rohböden und Sandsteilwänden sowie Magerrasenflächen oberhalb der Abbauböschungen als naturschutzfachlich hochwertige Lebensräume für Tiere und Pflanzen herzustellen. Für einzelne Arten müssten im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen die notwendigen Ersatzhabitate geschaffen werden.

Private betroffen

Ein Teil der vom Kiesabbau betroffenen Grundstücke gehört der Stadt, beziehungsweise privaten Eigentümern.